Hightech in der Pflanzenzucht Wie Drohnen den besten Weizen finden

Landwirte dürfen ihre Felder nur noch mit begrenzten Mengen Stickstoff düngen, gerade Weizen braucht aber sehr viel davon. In Halle wird mit Drohnen erforscht, welche Pflanzen den Dünger am besten aufnehmen.

Weizen-Ähren 6 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Eigentlich wird diese Drohne für die Dreharbeiten an Actionfilmen verwendet. Am Julius-Kühn-Versuchsfeld an der Uni Halle jedoch dient das Fluggerät der Pflanzenforschung. Hier, über dem Versuchsfeld mit insgesamt 800 kleinen Parzellen verschiedener Weizensorten, trägt sie während ihres Fluges eine schwere Multispektralkamera.

Deren Spezialfähigkeit: Sie kann Licht in viel größerer Detailtiefe analysieren, als das menschliche Auge. "Mit ihrer Hilfe können wir die chemische Zusammensetzung einer Pflanze anschauen", sagt Laura Schmidt, Doktorandin am Institut für Agrar- und Ernährungswissenschaften der MLU. Die Kamera registriert unter anderem Licht im infraroten Bereich. Und das enthält die Information, wie viel Stickstoff die einzelnen Weizenhalme aufgenommen haben. Und das ist wichtig für den Ertrag des Getreides.

Was guten Weizen ausmacht

Weizen benötigt Stickstoff für die Herstellung von Eiweißen, unter anderem für das spezielle Protein Gluten. Das ist der Klebstoff, der später den Teig von Brot schön elastisch macht. Auf dem Versuchsfeld in Halle untersuchen die Forscher, welche Weizensorten den Stickstoffdünger effizienter aufnehmen als andere.

Landwirte rätseln: Welche Sorten sind künftig ertragreich?

Denn Züchter stehen aktuell vor einer Herausforderung: Die neue Düngeverordnung begrenzt den Einsatz von Stickstoffdünger auf Feldern. Deswegen suchen unter anderem die Forscher in Halle nach neuen Sorten, die mit weniger Dünger den gleichen oder sogar einen besseren Ertrag erzielen.

In der Praxis können Drohnen den Landwirten auch anders herum mitteilen, welche Pflanzen noch nicht genug Stickstoff haben. So können die Bauern ganz gezielt düngen und Kosten sparen. Müssten sie Proben von Hand nehmen und im Labor analysieren, würde diese Überprüfung mindestens einen Tag dauern. Mit der Drohne kann die gleiche Arbeit in wenigen Stunden erledigt werden.

0 Kommentare