Fieberthermometer im Boden und Erdkugel, Symbolfoto Klimaerwärmung
Bildrechte: imago images / Christian Ohde

Klimakrise Erdklima hat sich noch nie so schnell erwärmt

Noch nie in den vergangenen drei Millionen Jahren hat sich das Erdklima derart schnell erwärmt wie im zurückliegenden halben Jahrhundert. Das zeigen Eisanalysen von Potsdamer Klimaforschern.

Fieberthermometer im Boden und Erdkugel, Symbolfoto Klimaerwärmung
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In den vergangenen 50 Jahren hat sich das Erdklima schneller erwärmt, als je zuvor. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Potsdam-Insituts für Klimafolgenforschung. Im Schnitt sei die Luft über Land und Ozeanen weltweit rund 0,2 Grad pro Jahrzehnt wärmer geworden, sagt der Eisforscher Andrey Ganopolski. Das sei unerreicht in den vergangenen drei Millionen Jahren, ebenso wie die CO2 Konzentration in der Atmosphäre.

In den 10.000 Jahren nach der jüngsten Eiszeit, die vor rund 20.000 Jahren ihren Höhepunkt hatte, stieg die globale Temperatur um insgesamt 5 Grad an. Pro Jahrzehnt betrage die Erwärmung damit nur etwa 0,005 Grad. Das sei etwa 40 Mal langsamer als derzeit, sagt Ganopolski. Vor rund 10.000 Jahren entwickelten die Menschen den Ackerbau.

Ganopolski und seine Kollegen rekonstruierten Temperaturentwicklung und CO2-Gehalt in der Atmosphäre mit Hilfe von Eisbohrkernen aus der Antarktis, Bodenproben aus Ozeanen und Isotopen-Analyse.

Ein internationales Forscherteam hatte vor kurzem globale Klimaschwankungen für die vergangen 2.000 Jahre mit umfangreichem Analysematerial rekonstruiert. Sie stellten fest, dass es zu keinem Zeitpunkt vor der Industrialisierung eine weltweit einheitlich verlaufende Erwärmungs- oder Abkühlungsphase gab. Seit Beginn umfangreicher CO2-Emissionen durch Menschen hingegen steigen die Durchschnittstemperaturen in allen Erdregionen gleichzeitig an.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | 08. August 2019 | 10:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 09. August 2019, 11:49 Uhr