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Dürre Durch Klimawandel: Wasserverlust in Deutschland besonders groß

29. November 2023, 12:19 Uhr

Deutschland verliert laut einem Bericht pro Jahr 2,5 Kubikkilometer Wasser. Das hat dramatische Folgen für die Landwirtschaft und die Wälder. Grund dafür ist vor allem auf Entwässerung ausgelegte Infrastruktur.

Deutschland verliert durch die globale Erwärmung jedes Jahr etwa 2,5 Kubikkilometer Wasser. Das geht aus dem neuen Monitoringbericht zur "Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel" hervor, den Umweltbundesamt (UBA) und Bundesumweltministerium am Dienstag vorgestellt haben. Hochgerechnet auf 20 Jahre entspricht das der Wassermenge im Bodensee.

Laut dem UBA habe Deutschland im Vergleich zu südeuropäischen Ländern zwar noch deutlich größere Wasservorräte. Allerdings sei der relative Wasserverlust in Deutschland im weltweiten Vergleich am größten und schnellsten. Das liegt laut den Experten beim UBA vor allem an der Infrastruktur, die auf Entwässerung ausgelegt sei, etwa Drainagegräben in der Landwirtschaft und eine Kanalisation in den Städten, die das Wasser vor allem in Flüsse und damit ins Meer ableite, anstatt es versickern zu lassen.

Das Diagramm zeigt, wie sich in den vergangenen Jahren Wasserressourcen wie Flüsse, Seen oder das Grundwasser erneuert haben.
Schon seit 2011 erholen sich die Wasserressourcen in Deutschland nur noch unterdurchschnittlich. Bildrechte: Umweltbundesamt / MDR Wissen

"Und wenn das Land Wasser verliert, sind damit die gesamten Ökosysteme betroffen", sagte UBA-Präsident Dirk Messner bei der Vorstellung des Berichts. So gebe es beispielsweise verheerende Folgen für die Landwirtschaft. "Landwirtschaft und Wasser sind aufs Engste miteinander verbunden", sagte Messner. "Der Wasserverlust, den wir hier erleben, schlägt sich ökonomisch in der Landwirtschaft nieder und hat was mit der Ernährung für uns als Menschen zu tun." So hätten 2018 – in einem Hitzesommer – die Winterweizenerträge 15 Prozent niedriger als im normalen Jahr gelegen.

Auch der Zustand der Wälder sei mit Blick auf die Trockenheit dramatisch. "80 Prozent der Bäume in unseren Wäldern sind beschädigt und wir haben im Jahr 2020 gesehen, dass 20-mal so viele Fichten abgestorben sind wie in den vorangegangenen zehn Jahren", sagte Messner. Die Bundesregierung beziffert die Kosten der allein seit 2018 entstandenen Schäden schon auf 80 Milliarden Euro. Bis Mitte des Jahrhunderts könnte diese Summer auf mehrere 100 Milliarden Euro ansteigen.

dpa/ens

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1 Kommentar

steka vor 13 Wochen

Das ist alles sehr dramaitisch, nur unseren Regierenden scheint das "sch....egal zu sein, das wichstigste sind die Chips . da nimmt nan schonmal km²große Flächenversiegelung und Wasserverbrauch in Größenordnungen mit anschließender Ableitung in Gewässer in kauf. nichts gegen die Chipfabrik, aber ginge es nich auch anders, ist bei der Produktion Tageslicht nötig, nach den Bilder sicher nicht ? Es gibt uín der Nähe auch stillgelegte Bergwerke, deren Hohlramflächen das sicher auch hinkriegen würden. Wie viele von den hergestellten Autos werden wirklich gebraucht. Wirklich zukunftsweisend wäre doch, wenn statt Autos Wasserentsalzungsanlagen und Süsswasserleitungen in die trockengegenden gebaut würden .