Symbolbild: ein Mann greift sich an die rechte Brust.
In Deutschland erleiden jedes Jahr mehr als 300.000 Menschen einen Herzinfarkt. Bildrechte: IMAGO / Design Pics

Wissen-News Normaler Bluttest verrät, ob Risiko für bevorstehenden Herzinfarkt erhöht ist

15. Februar 2024, 17:09 Uhr

Schwedische Forschende haben ein Online-Tool entwickelt, das zusammen mit einem Bluttest die Wahrscheinlichkeit für einen Herzinfarkt in den nächsten sechs Monaten vorhersagen kann. Das soll Vorbeuge-Motivation steigern.

Das Problem bei der Identifizierung des Herzinfarkt-Wahrscheinlichkeit bestand bisher darin, dass die einschlägigen Risikofaktoren nur in langfristigen Studien bestimmt werden konnten und die Faktoren relativ stabil sein mussten. "Wir wissen jedoch, dass die Zeit kurz vor einem Herzinfarkt sehr dynamisch ist", erklärt der Studienautor Johan Sundström von der Uni Uppsala. Beispiele dafür seien die Monate nach einer Scheidung oder nach einer Krebsdiagnose, in denen das Risiko für einen Herzinfarkt deutlich erhöht ist.

Davon ausgehend entwickelten die Experten die These, dass in den Monaten vor einem Herzinfarkt bestimmte biologische Prozesse im Körper der Patienten ablaufen und sich diese über einen Bluttest messen lassen. Dazu wurden die Blutproben von insgesamt 169.053 Menschen untersucht, die unter Herzkreislauferkrankungen leiden. Innerhalb von sechs Monaten erlitten 420 von ihnen den ersten Herzinfarkt. Ihr Blut wurde daraufhin verglichen mit dem von 1.598 gesunden Studienteilnehmern. "Dabei konnten wir 90 Moleküle identifizieren, die mit einem erhöhten Herzinfarktrisiko verbunden sind", erläutert Sundström.

In der Folge bauten die Forschenden ein Online-Tool auf, mit dem jeder seine individuelle Wahrscheinlichkeit für einen Herzinfarkt in den kommenden sechs Monaten berechnen lassen kann. "Dies war eines der Ziele der Studie, da wir wissen, dass die Motivation der Menschen für vorbeugende Maßnahmen relativ gering ist", so Sundström. "Wenn man nun herausfindet, dass das eigene Risiko für einen Herzinfarkt erhöht ist, steigt eventuell auch die Motivation, dem vorzubeugen." Als nächstes wollen die Wissenschaftler die 90 Moleküle näher untersuchen, um herauszufinden, ob es bestimmte Behandlungsmöglichkeiten gibt.

cdi

Links/Studien

Die Studie "Markers of imminent myocardial infarction" wurde im Fachmagazin "Nature Cardiovascular Research" veröffentlicht.

1 Kommentar

kleinerfrontkaempfer vor 8 Wochen

Sehr gute Arbeit, leider nicht geeignet für Doitschland.
Hier zahlt der Patient jetzt schon bei den über das "normale" Maß hinausgehenden Untersuchungskriterien beim Bluttest kräftig zu. Und was sonst noch an Gebühren anfällt das "sagt Dir Deine Krankenkasse, Dein Doktor oder die Apotheke."