Ein Klimademonstrant wird aus Kundgebung für Donald Trump am Simpson College in Indianola Iowa eskortiert
Ein Klimademonstrant wird am 14. Januar 2024 aus einer Kundgebung für Donald Trump am Simpson College in Indianola/Iowa eskortiert. Bildrechte: IMAGO / USA TODAY Network

Wissen-News Fast 15 Prozent der US-Amerikaner stellen den Klimawandel in Frage

15. Februar 2024, 16:44 Uhr

Trotz wissenschaftlichem Konsens wollen fast 15 Prozent der Amerikaner den Klimawandel nicht wahrhaben. Was Donald Trump damit zu tun hat und was die Faktoren für Klimawandel-Leugner sind, fanden Forscher und Forscherinnen in einer neuen Studie der University of Michigan heraus.

In der Studie nutzten die Forscher und Forscherinnen Daten von X aus den Jahren 2017 bis 2019. Zusätzlich verwendeten sie KI-Techniken, um nachvollziehen zu können, wie soziale Medien die Leugnung des Klimawandels ausgeweitet haben. Mithilfe des Large Language Model von ChatGPT klassifizierten die Forscher mehr als 7,4 Millionen geocodierte Tweets als "für" oder "gegen" den Klimawandel und kartierten die Ergebnisse auf Landes- und Bezirksebene. Anschließend verwendeten sie statistische Modelle, um Befürworter und Gegner des Klimawandels in sozialen Medien zu bestimmen.

Smartphone mit dem geöffneten X-(Twitter-)Profil ("@realDonaldTrump") von Donald Trump
Geöffnetes X-(Twitter-)Profil von Donald Trump: Der US-Studie zufolge hatte der Ex-Präsident den größten Einfluss auf Klimawandel-Leugner. Bildrechte: IMAGO / ZUMA Wire

Die Ergebnisse: 14,8 Prozent der Amerikaner leugnen den Klimawandel. Zudem gab es auch regional große Unterschiede. An der Westküste und Ostküste ist das Akzeptieren des Klimawandels am größten; im mittleren und südlichen Teil der USA ist hingegen die Leugnung des Klimawandels prägnanter. Der größte Faktor soll dafür die politische Zugehörigkeit sein. So weisen Republikaner die stärkste Korrelation mit Klimaleugnern auf. Weitere Einflussfaktoren seien das Bildungsniveau, das Einkommen und der Grad der Abhängigkeit der regionalen Wirtschaft von fossilen Brennstoffen zur Energieerzeugung.

"Dies deutet darauf hin, dass Gemeinden mit einer hohen Rate von Klimawandelleugnern Gefahr laufen, andere wissenschaftlich fundierte Gesundheits- oder Sicherheitsempfehlungen zu ignorieren", so der Hauptautor der Studie, Dimitrios Gounaridis, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Center for Sustainable Systems der U-M. Ein Grund für dieses Misstrauen sei unter anderem Donald Trump, dessen Tweets den größten Einfluss auf Klimaleugner hätten. Da die Wahlsaison in der USA in vollem Gange ist, schlagen die Autoren Medienunternehmen vor, das Maßnahmen eingeleitet werden sollen, die zur Prävention von Klimaleugnern beitragen, wie zum Beispiel das Sperren von Benutzern oder Kommentare in den sozialen Medien.

(md)

9 Kommentare

MDR-Team vor 8 Wochen

Hallo @Volker von Alzey,
Wissenschaftler*innen dokumentieren Rekordtemperaturen in der Arktis, abschmelzende Gletscher und immer neue Hitzerekorde. Angesichts dieser erdrückenden Beweise/Belege würde man meinen, auch der letzte Zweifel am menschengemachten Klimawandel sollte mittlerweile ausgeräumt sein.

Natürlich wäre "Leugner*in eines menschlichen Anteils am aktuellen Klimawandel" treffender.

Das Kohlendioxid, das beim Verbrennen von fossilen Brennstoffen wie Kohle entsteht, ist tatsächlich als solches zu erkennen. Bei seinen Kohlenstoffatomen fehlt nämlich etwas: das Isotop Kohlenstoff-14, kurz C14.
https://www.ardalpha.de/wissen/umwelt/klima/klimawandel-mensch-ursache-co2-emissionen-klima-planetb-100.html

Liebe Grüße

MDR-Team vor 8 Wochen

Hallo @Gohlis,
Meinungen sind selbstverständlich so bunt wie das Leben selbst.
Meinungen hebeln aber keine Fakten, Tatsachen und den wissenschaftlichen Konsens aus. Demnach ist das bloße, faktenlose "Bestreiten" ein Leugnen einer offensichtlichen Gegebenheit.
Herzliche Grüße

macxs vor 8 Wochen

Hallo Brigitte,
das ist Whataboutism - ablenken vom Inhalt.

Einen Klimawandel dieser Geschwindigkeit, der nicht menschengemacht ist, widerspricht dem wissenschaftlichem Konsens. Dieser Konses wurde unter tausenden Klimaforschern und Physikern herbeigeführt. Es gibt kein einziges belegbares Modell, das näherungsweise einen Klimawandel dieser Geschwindigkeit begründen würde, der natürlichen Ursprungs ist.

Das Leugnen eines solch breiten Konses ist bestenfalls ignorant, stellt man sich doch über viele tausende studierte Forscher, indem man deren Errungenschaften - ohne jedweden Beleg - einfach negiert.

Noch zwei Sätze zu "Ideologie": Wissenschaft ist keine Ideologie. Im Gegensatz zu Ideologie lassen sich wissenschaftliche Erkenntnisse belegen (nicht beweisen, das geht nur in der Mathematik). Sofern aber keine besseren - belegbaren - Theorien aufgestellt werden oder derzeitige falsifiziert werden, gelten aktuelle Thesen als "durch genügend Belege gesichert".