Eine Ärztin untersucht die Halsschmerzen eines jungen Patienten und schaut mit einem hölzernen Zungenspatel in den Hals.
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Sars-CoV-2 Erkältungssaison klingt weiter ab – Corona mit neuen Varianten KP.2 und KP.3 leicht ansteigend

07. Juni 2024, 14:36 Uhr

Erkältungsviren wie zum Beispiel Rhinoviren haben das Krankheitsgeschehen in der vergangenen Woche bestimmt. Schwere Verläufe, Grippe- und Corona-Zahlen bleiben auf niedrigem Niveau, auch wenn im Abwasser eine leicht steigende Tendenz von SARS-CoV-2 festzustellen ist, wofür wiederum die recht neuen Virusvarianten KP.2 und KP.3 mitverantwortlich sind.

Mann mit Brille und Kopfhörern vor einem Mikrofon
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Seit einigen Wochen ist wieder mehr SARS-CoV-2 in Deutschland im Umlauf. Zumindest geht das aus Abwasser-Untersuchungen hervor. Demnach war die hochgerechnete Viruslast Ende Mai etwa doppelt so hoch wie Mitte April.

Das sogenannte "Abwasser-Monitoring" wurde im Zuge der Corona-Pandemie an vielen Standorten Deutschlands etabliert. Mittlerweile untersuchen um die 150 Klärwerke das Wasser aus den Haushalten und melden ihre Daten ans RKI. Ein System, anhand dessen man oft schneller die epidemiologische Lage erkennt als beispielsweise durch PCR-Tests.

Grund zur Besorgnis sind die neuesten SARS-CoV-2-Zahlen aber noch nicht. Denn insgesamt, so schreibt das Robert Koch-Institut in seinem neuesten Wochenbericht, seien die Viruslasten aktuell niedrig, was man auch im Verlauf der Kurve der zurückliegenden zwölf Monate sieht.

Für die zurückliegende Kalenderwoche 22 liegen allerdings erst von 82 Klärwerken die ausgewerteten Daten vor. Fast noch einmal so viele Abwasser-Anlagen werden ihre Daten in Kürze nachmelden, wodurch sich die Entwicklung rückwirkend noch verändern kann.

Wenn Sie sich für die Daten einzelner Standorte interessieren, können Sie im folgenden Diagramm über die gelbe Schaltfläche nach Klärwerken in Ihrer Nähe suchen. Nach Anklicken der Schaltfläche ist auch eine Freitext-Suche nach Orten oder Bundesländern in der obersten Zeile möglich.

Coronavirus SARS-CoV-2: Neue Varianten KP.2 und KP.3

Mitverantwortlich für den leichten Anstieg der Zahlen sind zwei Varianten von SARS-CoV-2, die es noch nicht lange gibt. Sie heißen KP.2 und KP.3 und könnten weltweit das Zeug dazu haben, die bisher vorherrschenden Varianten zu verdrängen, allen voran die derzeit dominierende Variante JN.1. Ob die KP-Varianten andere Symptome und Krankheitsverläufe mit sich bringen, ist allerdings noch unklar.

Binnen weniger Wochen sind die Anteile von KP.2 und KP.3 in Deutschland jedenfalls auf zusammen 25 Prozent gestiegen. Im gleichen Zeitraum sank der JN.1-Anteil von 79 auf 56 Prozent.

Diese Sequenzierungsdaten haben aber immer eine recht große zeitliche Verzögerung. Die letzte ausgewertete Kalenderwoche 19 ging vom 6. bis 12. Mai. Gut möglich also, dass die wahre Verteilung heute schon anders ist. Das wird man in den nächsten Wochen erfahren.

Grippe und andere Atemwegserkrankungen auf niedrigem Niveau

Abseits von Corona zeichnet sich bei akuten Atemwegserkrankungen im Allgemeinen wie auch bei grippeähnlichen Erkrankungen im Speziellen in den vergangenen Wochen ein "normaler" Saisonverlauf ab, also so, wie er auch im Vorjahr und im Jahr vor der Corona-Pandemie war. Nur während der Pandemie waren die Zahlen solcher anderen Erkältungskrankheiten deutlich niedriger.

Recht deutlich gestiegen ist in der zurückliegenden Kalenderwoche lediglich die Zahl der Kinder mit Atemwegserkrankungen, die nichts mit Corona und Grippe zu tun haben. Ursächlich waren dafür hauptsächlich Rhinoviren, Parainfluenzaviren (PIV) und humane Metapneumoviren (hMPV). Dennoch ist auch diese Zahl der erkrankten Kinder derzeit nicht besorginserregend groß.

Links/Studien

Den RKI-Wochenbericht gibt es hier als PDF.

Dieses Thema im Programm: Das Erste | Mittagsmagazin | 10. Juni 2024 | 12:24 Uhr

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