Offshore-Windpark in Zeeland Niederlande
Offshore-Windpark in der Provinz Zeeland in den Niederlande: Der Trend geht zu immer höheren, aber dafür wenigeren Windrädern. Bildrechte: IMAGO / Westend61

Wissen-News Höhere Windräder sorgen für mehr Energie und weniger Umweltschäden

22. März 2024, 05:00 Uhr

Je höher ein Offshore-Windrad ist, desto mehr Energie produziert es und desto geringer sind die negativen Folgen für das Leben im Meer. Das haben Modellrechnungen von Forschern des Helmholtz-Zentrums Hereon ergeben. Demnach gehört Offshore-Windparks mit weniger, aber höheren 15- oder gar 20-Megawatt-Anlagen die Zukunft.

Der negative Einfluss von Offshore-Windparks auf andere Windparks und das Leben im Meer ist offensichtlich geringer, wenn die Windräder besonders groß sind. Das haben aktuelle Modellrechnungen von Wissenschaftlern des Helmholtz-Zentrums Hereon ergeben. Die Berechnungen des Hereon-Teams am Computer ergaben, dass die Veränderungen des Windfeldes an der Wasseroberfläche bei einem Windpark mit den derzeit höchsten und stärksten 15-Megawatt-Anlagen geringer ist als bei deutlich kleineren 5-Megawatt-Anlagen.

Das Forschungsflugzeug der TU Braunschweig über der Nordsee vor einem Windpark 3 min
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Windräder machen Strom aus Wind. Nebeneffekt: Hinter dem Rotor wird die Luft ausgebremst. Aber wie stark ist der Effekt, wollten Forscher wissen. Ergebnis: Noch in 50 Kilometer Entfernung war die Bremswirkung messbar.

MDR AKTUELL Mo 22.07.2019 16:54Uhr 02:33 min

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Einer der Gründe für die geringeren Veränderungen des Windfeldes ist nach Angaben der Hereon-Forscher der größere Abstand der Windräder zueinander. Der zweite Grund liegt in der deutlich größeren Höhe dieser Anlagen. Sie sorgt dafür, dass der Rotor der Wasseroberfläche nicht so nah kommt, wie das bei kleineren Windrädern der Fall ist. Weil Windparks mit wenigen hohen Windrädern zugleich die Luftströmung weniger stören als Parks mit vielen kleinen Anlagen, fallen auch Bremswirkungen und Turbulenzen bei hohen Offshore-Parks geringer aus. Dies kann nach Angaben der Hereon-Forscher die Stromausbeute in den Windparks um zwei bis drei Prozent erhöhen.

Windräder 3 min
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Auch die Meereslebensräume sehen die Hereon-Forscher bei höheren Offshore-Windparks entlastet. Modellrechnungen zeigen demnach, dass das Wachstum von Planktonalgen hinter einem Offshore-Windpark mit vielen kleinen Anlagen bis zu zehn Prozent geringer sein kann als in anderen Meeresgebieten. Ursachen sind abnehmender Wind und erhöhte Turbulenzen hinter diesen Windparks. Bei Windparks mit höheren und dafür weniger Windrädern sind diese Effekte der Studie zufolge weniger stark ausgeprägt. Die Forscher gehen in ihrer Studie davon aus, dass auf einem Quadratkilometer Windparkfläche künftig vergleichsweise wenige 15-Megawatt-Windräder stehen werden.   

(dn)

6 Kommentare

MDR-Team vor 13 Wochen

Hallo Hobby-Viruloge007,

es ist wichtig anzuerkennen, dass verschiedene Länder unterschiedliche Herangehensweisen und Standards in Bezug auf die Regulierung von Windenergieanlagen haben. Das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts in Frankreich, das die Zulassung der Windräder aufgrund von Lärmproblemen aufgehoben hat, ist ein wichtiges Beispiel für die Bedeutung, die der Schutz der Anwohner*innen vor potenziellen negativen Auswirkungen haben sollte.

Solche Entscheidungen zeigen, dass die Regulierung und Überwachung von Windenergieanlagen ein komplexes Thema ist, das eine sorgfältige Abwägung verschiedener Interessen erfordert, darunter Umweltschutz, Gesundheit und Energieerzeugung. Es ist entscheidend, dass solche Entscheidungen auf evidenzbasierter Forschung und einer umfassenden Bewertung der potenziellen Auswirkungen basieren, um sicherzustellen, dass die Interessen aller Beteiligten angemessen berücksichtigt werden.

- Das MDR WISSEN Team

MDR-Team vor 13 Wochen

Hallo wo geht es hin,

die Verwendung von Modellen in der Wissenschaft ist ein gängiges Verfahren, um komplexe Phänomene zu verstehen und Vorhersagen zu treffen. Modelle enthalten jedoch Annahmen und können daher nicht immer die Realität perfekt widerspiegeln.

Die Situation in Frankreich ist sicherlich relevant und zeigt, dass verschiedene Länder unterschiedliche Herangehensweisen bei der Regulierung von Windenergieanlagen haben. Es ist wichtig, dass wissenschaftliche Erkenntnisse und medizinische Diagnosen bei der Entscheidungsfindung berücksichtigt werden, um potenzielle Risiken angemessen zu bewerten.

Letztendlich ist die Debatte über erneuerbare Energien und ihre Auswirkungen auf die Umwelt und die Gesundheit ein komplexes Thema, das verschiedene Perspektiven und Forschungsergebnisse berücksichtigen muss.

Alles andere an Ihrem Kommentar heften wir mal lieber als "Kritik" als als "Diffamierung" ab.

- Das MDR WISSEN Team

MDR-Team vor 13 Wochen

Hallo ElBuffo,

eigentlich eher nicht. Aber mit dem Fahrrad und zu Fuß Brötchen holen, soll gut für Gesundheit und Umwelt sein.

- Das MDR WISSEN Team

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