Astronomie und Raumfahrt im Überblick: Mai Bemannte Raumfahrt, Sternschnuppen und Abschied von der Venus

Im Mai wird es Sternschnuppen vom Himmel regnen. Andere Planeten werden am Firmament zu beobachten sein – vor allem, wenn die Venus ihr Abschiedskonzert geben wird. Dafür wird es eine Premiere in der Raumfahrt geben: Es ist knapp zehn Jahre her, dass der letzte Astronaut von amerikanischem Boden aus in den Weltraum aufbrach. Das wird sich im Mai ändern. Viel Spaß bei unserer monatlichen Vorschau auf die wichtigsten Termine in Astronomie und Raumfahrt.

Planet im entfernten Weltall, Computergrafik-illustration
Auch im Mai wird einiges am Himmelszelt passieren. In unserer monatlichen Vorschau erfahrt Ihr mehr. Übrigens: hier ist eine Computergrafik mit einem entfernten Planeten zu sehen. Bildrechte: imago/blickwinkel

Den astronomischen Auftakt im Mai machen direkt zwei Himmelsereignisse. Beide sind zudem wiederkehrende Phänomene. Beim ersten spielt der Halley’sche Komet eine entscheidende Rolle. Zwar wird man diesen vermutlich erst wieder 2061 bestaunen können, denn der Promi unter den Kometen schaut nur zirka alle 75 Jahre bei uns vorbei. Dennoch hinterlässt er bei seiner Wanderung durch unser Sonnensystem einen Schweif aus Staub und kleinen Kometen-Bröckchen.

Sternschnuppen am Nachthimmel
Im Mai werden die Eta-Aquariiden am Nachthimmel zu beobachten sein. Bildrechte: imago/blickwinkel

Zwischen dem 19. April und dem 28. Mai wird die Erde diesen Schweif kreuzen. Am Himmel werden dann Sternschnuppen erscheinen: die Eta-Aquariiden. Die kleinen Staubkörner und Brocken werden sich an der Luft der Erdatmosphäre aufheizen. Als Sternschnuppen werden jedoch nicht die Staubkörner an sich zu sehen sein, sondern die aufgeriebene Luft wird zum Leuchten gebracht.

In der Nacht zum 6. Mai werden die meisten Sternschnuppen zu beobachten sein. Es werden voraussichtlich zehn bis 15 Strommeteore pro Stunde sein.

Vollmond im Mai

Das zweite Ereignis findet am 7. Mai statt und ist unser allmonatlicher Vollmond. Dieser wird am Donnerstag um 20.50 Uhr im Südosten aufgehen. Kurz zuvor, um 20.43 Uhr hat die Sonne den Horizont berührt und die Nacht wird eingeleitet. In der nächsten Stunde wird es dunkel werden und die Sterne erscheinen am Firmament. Weit oben am Himmel, senkrecht über dem Mond, wird um 22.30 Uhr ein heller Stern zu sehen sein: Arcturus, der Hauptstern im Sternbild Bärenhüter. Im Osten wird Vega, der Hauptstern des Sternbildes Leier, am Sternenzelt leuchten.

Vollmond hinter einer Baustelle mit Kran
Am 7. Mai wird es Vollmond geben. Vielleicht ergeben sich auch für Sie solch ein schöner Anblick. Bildrechte: IMAGO/Arnulf Hettrich

Gegen zwei Uhr nachts wird Jupiter im Südosten aufgehen. Der Vollmond steht zu dieser Zeit am südlichen Nachthimmel. Eine halbe Stunde später wird Saturn hinter Jupiter auftauchen – jedoch leuchtschwacher als sein großer Nachbar. Eine Stunde später wird dann der Mars am südöstlichen Horizont erscheinen. Die Sonne wird um 5.30 am Horizont aufgehen. Der Mond befindet sich dann schon fast in Horizontnähe und wird um 6.19 Uhr im Westen untergehen. Wer Glück hat, wird in dieser Nacht auch einige Sternschnuppen erspähen.

Launch America

Unter dem Motto "Launch America" sollen Astronauten wieder von amerikanischem Boden aus ins All starten. Das Columbia-Unglück 2003 hatte das allmähliche Aus für amerikanische Starts in den Weltraum bedeutet. Seit 2011 reisen die US-Astronauten nach Russland, um von dort aus zur Internationalen Raumstation ISS zu gelangen.

Elon Musk wird dies am 27. Mai 2020 ändern. Mit seinem privaten Raumfahrtunternehmen SpaceX wird er wieder vom historischen Launch-Komplex 39A die ersten US-Amerikaner in den Orbit befördern. Von diesem Komplex sind bereits die Apollo-Astronauten zum Mond aufgebrochen. Ende Mai wird dann die neue Crew der ISS in der Crew Dragon Kapsel von SpaceX an die Raumstation andocken. Damit ist SpaceX das erste private Unternehmen weltweit, das Menschen in den Orbit befördert.

Astronauten der Crew Dragon
Die Crew Dragon Kapsel vom privaten Raumfahrtunternehmen SpaceX: Seit fast zehn Jahren ist kein Astronaut mehr von amerikanischen Boden aus ins Weltall gestartet. Das ändert sich in diesem Mai. Bildrechte: SpaceX

Jupiter, Saturn, Mars und Merkur

Jupiter und Saturn werden im Südosten am Horizont aufgehen. Zu Beginn des Monats wird dies um kurz vor drei Uhr Nachts geschehen. Der Mars wird sich eine Stunde später dazugesellen. Über den Monat hinweg werden diese drei Planeten immer ein wenig früher am Horizont erscheinen, bis sie am 31. Mai schließlich zwei Stunden eher am südöstlichen Horizont aufgehen - Jupiter und Saturn gegen kurz vor eins, Mars gegen halb drei.

Merkur wird sich dagegen nur am Tag zeigen. Wer Glück hat, kann den innersten Planeten unseres Sonnensystems aber Ende Mai erspähen. Am 20. Mai wird der Gesteinsplanet im Nordwesten untergehen. Die Sonne wird an diesem Tag um 21.03 Uhr am Horizont verschwinden. Merkur aber erst um 22.30 Uhr. Am letzten Maitag wird die Sonne um 21.17 Uhr untergehen, Merkur aber erst nach 23.15 Uhr. Wenn das Wetter mitspielt, kann man den kleinen Planeten für kurze Zeit erblicken.

Venus verabschiedet sich

Der 28. Mai  wird für Planetenfreunde ein trauriger Tag sein. Die Venus wird am Firmament als Abendstern verschwinden. Doch auch über den Mai hinweg wird sie hell leuchtend am Himmel stehen. Dabei wird sie dann über dem Nordwesthorizont stehen. Jedoch wird ihre Zeit am Nachthimmel zunehmend kürzer werden. Am 28. Mai wird sie um 22.14 Uhr am Horizont ihr Abschiedskonzert geben. Das war es dann vorläufig für den Abendstern.

So haben Sie die Venus noch nie gesehen

Die nördliche Hemisphäre der Venus als computersimulierter Globus.
Die nördliche Hemisphäre der Venus als computersimuliertes Gesamtbild. Bildrechte: NASA JPL
Die nördliche Hemisphäre der Venus als computersimulierter Globus.
Die nördliche Hemisphäre der Venus als computersimuliertes Gesamtbild. Bildrechte: NASA JPL
Ein 3D-Modell der Venus. Zu sehen ist das Gebiet des Sapas Mons.
Ein 3D-Modell der Venus. Zu sehen ist das Gebiet des Sapas Mons, eines 1,5 km hohen Schildvulkans in der Nähe des Äquators. Bildrechte: NASA JPL
Eine 3D-Aufnahme der Venus. Zu sehen ist die Regien des Maat Mons.
Auf dieser 3D-Aufnahme erkennt man die Region des Maat Mons, des höchsten Vulkans der Venus. Er erhebt sich rund acht km über den mittleren Planetenradius. Bildrechte: NASA JPL
Auf diesem hochuflösenden Bild der Venus ist das System der Lavaströme und des Gratgürtels zu beobachten.
Auf diesem hochauflösenden Bild der Venus ist das System der Lavaströme zu beobachten. Aufgenommen wurde es per Radar durch die dichten Wolkenschichten. Bildrechte: NASA JPL
Das hochauflösende Foto zeigt den Wheatley Krater der Venus – dem zweiten Plaaneten in unserem Sonnensystem.
Das hochauflösende Foto zeigt den Wheatley Krater der Venus. Er hat einen Durchmesser von 72 Kilometern. Bildrechte: NASA Planetary Photojournal
Der Globus der Venus als Computersimulation.
Zum Abschluss noch eine andere Perspektive auf die Venus. Bildrechte: NASA JPL
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Auf ihrem Bahnrennen um die Sonne wird sie am 3. Juni die Erde überholen. Während dieser Zeit befindet sich die Liebesgöttin zwischen Erde und Sonne. Verschwunden ist sie also natürlich nicht, jedoch auch nicht sichtbar bei Nacht, da sie über den Tag hinweg – wo es leider zu hell ist – von der Erde aus wahrgenommen werden könnte. Doch bereits Mitte Juni wird die Venus wieder sichtbar als Morgenstern am Nordosthorizont erscheinen. Doch bis dahin wird es noch etwas dauern.

Wir halten Euch auf jeden Fall auf dem Laufenden: zum einem in unserem MDR Wissen Weltraumkalender, zum anderen bei unser monatlichen Vorschau zu "Astronomie und Raumfahrt im Überblick"

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