Komet C/2020 F8 "Swan" Entdeckt von einem Hobby-Astronomen: Ende Mai kommt Komet "Swan"

Während der Sommer langsam an die Pforten klopft, ist am Himmel ein neuentdeckter Komet zu beobachten. Dabei wurde der "Swan" (Komet C/2020 F8) nicht von Wissenschaftlern entdeckt. Ein Amateur-Astronom hat den Himmelskörper erst vor kurzem erspäht. Zwischen Ende Mai und Anfang Juni kann Swan mit dem bloßen Auge bestaunt werden. Wir erklären wann und wo Sie hinschauen müssen.

Komet 2I/Borisov, Aufnahme des Hubble-Weltraumteleskops der NASA
Ein Komet am Nachthimmel. Bildrechte: NASA, ESA, and D. Jewitt (UCLA)

Entdecker des Kometen ist der Australier Michael Mattiazzo. Er hatte sich die ultravioletten Aufnahmen des SOHA-Observatoriums genauer angeschaut. Diese können freizugänglich auf der Internetseite der US-amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA eingesehen werden. Wie das genau funktioniert und worum es bei dem Projekt geht, erklären wir im MDR Wissen Weltraumkalender.

Das Observatorium sucht nach Wasserstoffteilchen, die von der Sonne ausgespuckt werden. Da aber auch Kometen von einer Wasserstoffwolke umgeben sind, ist das Projekt auch als erfolgreicher Kometen-Tracker aktiv. Speziell ein Instrument sucht nach den Wasserstoffteilchen: das Solar Wind ANisotropies – kurz SWAN.  Somit ist auch klar, woher der Name von Komet C/2020 F8 stammt.

Wo und wann kann man Swan beobachten?

C/2020 F8 kann man mit bloßem Auge am Himmel betrachten. Jedoch sollte man nicht zu optimistisch sein. Bei einem guten Landhimmel und außerhalb der Dämmerungszeit kann man den Kometen gut erkennen, erklärt Carolin Liefke. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Haus der Astronomie in Heidelberg. Jedoch hat sie auch eine schlechte Nachricht:

Der Komet ist aber nur unmittelbar nach Sonnenuntergang in der Dämmerung überhaupt zu sehen und steht sehr tief am Horizont. Das macht ihn zu einem Fernglasobjekt, bei dem man wissen muß, wann man wo hinschauen muß, und freie Horizontsicht braucht es außerdem.

Carolin Liefke, wissenschaftliche Mitarbeiterin vom Haus der Astronomie

Wer dennoch sein Glück probieren will, sollte es zwischen Ende Mai und Anfang Juni versuchen. Vermutlich ist der 27. Mai der idealste Zeitpunkt, da der Komet dann der Sonne am nächsten sein wird. Einen großen Unterschied wird es aber nicht machen. Der Blick sollte dabei zum hellen Stern Capella wandern. Dieser Stern liegt im Sternbild Wagenlenker (Auriga).

Schauen Sie nach Norden

Bereits jetzt kann man den Kometen mit etwas Glück am Nachthimmel sehen. Capella steht am nördlichen Himmelszelt. Wenn die Nacht einbricht und die beiden Planeten Merkur und Venus sich Richtung Horizont bewegen, ist ein guter Zeitpunkt zum Beobachten. Zwischen 22.30 Uhr und Mitternacht wird Swan dann allmählich am nördlichen Horizont verschwinden. Eine Handbreite von Capella entfernt, der erst später in der Nacht nicht mehr zu sehen sein wird.

Jeden zusätzlichen Tag wird Swan ein Stückchen höher am Nachthimmel stehen. In kleinen Schritten wandert seine Position weiter westwärts. Jedoch macht es ihn dadurch nicht deutlicher sichtbar. "Der Komet bewegt sich in Himmelsregionen, die zu dieser Jahreszeit nur schlecht einsehbar sind", so Liefke.

In der Nacht zum 5. Juni hat man vermutlich das letzte Mal die Gelegenheit den Kometen zu betrachten.

Grüner Nebel im Weltall
Sternbild Auriga ist für Astronomen auch wegen seiner Nebel interessant. Hier der Spinnennebel, Teil des Nebels "Die Spinne und die Fliege". Eine Region, in der neue Sterne entstehen, wie in diesem Infrarotbild des Spitzer-Weltraumteleskops der NASA und des Two Micron All Sky Survey (2MASS) zu sehen ist. Bildrechte: NASA/JPL-Caltech/2MASS
Illustration einer Rakete. 2 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

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