Stunde der Gartenvögel Raus aus den Federn, Vögel zählen!

Wer schon mal genervt das Fenster zugeknallt hat, weil die Amsel so lautstark den neuen Tag ausgezwitschert hat, könnte dieses Wochenende ja mal dem frühen Weckruf folgen und einfach Vögel zählen gehen.

Zwei bunte Vögel sitzen auf einem Ast.
Kennen Sie den Bienenfresser? Nur in drei Regionen Deutschlands kommt er vor, in Sachsen-Anhalt, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Bildrechte: Vlado-Pirsa /Comedy Wildlife Awards 2019

Die Profis in Sachen Vogelzählung haben es am Muttertagswochenende vorgemacht beim Birdrace 2022, das immer am zweiten Mai-Wochenende startet: Vögel zählen, von Mitternacht bis Mitternacht.

24 Stunden Vögel zählen: Männersache?

Angetreten waren dieses Jahr 918 Teams mit 2.618 Menschen, die einen ganzen Tag in der Natur verbracht haben, um Vögel zu zählen, die gehört oder gesehen wurden. Die 24-Stunden-Vogel-Beobachtung scheint, jedenfalls der Birdrace-Statistik zufolge, ein Männervergnügen zu sein, knapp 34 Prozent der Teilnehmenden waren Frauen, 66 Prozent Männer. (Bei Beginn der Zähl-Aktion 2004 lag das Verhältnis noch bei rund 82:18 für die Männer.).

Dreizehen-Specht (Picoides tridactylus), Maennchen an der Bruthoehle mit Futter im Schnabel
Kann man sehen, wenn man ihn kennt und flink die Zehen zählt: den Dreizehenspecht Bildrechte: IMAGO / blickwinkel

320 Vogelarten wurden insgesamt gesehen, eine weniger als noch im Vorjahr. Unter den ersten zwanzig Teams deutschlandweit sind zwei Landkreise aus Sachsen-Anhalt, die Teams des Salzlandkreises mit den klangvollen Namen: Kiebitz, Kitz & Co. e.V., Spaß am Vögeln, und Uhu Lindenberg. Sie zählten sich mit 170 Arten deutschlandweit auf Platz acht. Und die fünf Teams aus dem Kreis Stendal beobachteten 168 verschiedene Vogelarten. Wer alle Teams und ihre Ergebnisse sehen will, findet hier die kompletten Ergebnisse. (Und amüsiert sich garantiert bei den Namen der Teams, denn die zeigen viel Spaß an Vögeln, und weisen auf eine Art Subspezies unter den Vogelkundigen, die der Spaßvögel, hin.)

Eine Stunde Vögel zählen: Wer macht mit?

Die Stunde der Gartenvögel am kommenden Wochenende, zu der der Nabu Deutschland aufruft, ist, was das Zeitfenster angeht, anders ausgerichtet: Man braucht nur eine beliebige Stunde Zeit im Garten, Park oder Wald, und zählt welche Vögel man sieht und hört und wie viele von einer Art. Wer also morgens am Sonnabend von einer Amsel aus dem Bett gezwitschert wird, könnte nicht einfach das Fenster zuknallen, sondern die Gelegenheit für eine frühmorgendliche Zählung nutzen. Dem NABU zufolge sind nämlich die frühen Morgenstunden am ergiebigsten, wenn man besonders viele Vögel sehen oder hören will. Wichtig bei der Zählung im Frühsommer: Es ist Brutzeit. Wer auf Vogelpirsch geht und zum Beispiel Nester von Bodenbrütern findet, sollte darauf achten, die Vögel nicht zu stören. Gezählt werden kann das ganze Wochenende, die Ergebnisse können online, per App oder Post an den Nabu geschickt werden.

Vögel, die Sie sehen könnten

Rauchschwalbe, Rotkehlchen, Amsel, Gartenrotschwanz, Elster: Wen kennen Sie denn alles?

Gartenrotschwanz
Bildrechte: imago images/blickwinkel
Gartenrotschwanz
Bildrechte: imago images/blickwinkel
Amsel auf Pfaffenhütchen
Amselmännchen liefern sich während der Balzzeit aufregende Kämpfe und Verfolgungsjagden. Bildrechte: imago/McPHOTO
Fitis
Der Fitis ist ein kleiner Laubsänger und mausert sich gleich zweimal im Jahr. Bildrechte: imago images/McPHOTO
Buchfink
Buchfinken zwitschern in unterschiedlichen regionalen Dialekten. Bildrechte: colourbox
Eine Rauchschwalbe fliegt.
Rauchschwalben ernähren sich von Fliegen und Mücken, die sie im Flug schnappen. Die eleganten Flieger können bis acht Jahre alt werden. Bildrechte: IMAGO / imagebroker
Ein Mehlschwalbenpaar beim Nestbau.
Mehlschwalben Bildrechte: imago/blickwinkel
Mauersegler
Wer braucht schon Tisch und Bett? Ein Maersegler macht alles im Flug, schlafen, fressen, fortpflanzen. Bildrechte: IMAGO / blickwinkel
Ein Stieglitz sitzt in einem winterlich kahlen Strauch
Der Stieglitz, oder auch Diestelfink, ist gern in großen Gruppen unterwegs, um Sämereien aufzutreiben. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Goldammer-Männchen singt
Wenn das Goldammer-Männchen singt, klingt es mit viel Phantasie so: "Wie-wie-wie hab ich die liiiieb". Bildrechte: IMAGO / blickwinkel
Ein Feldsperling sitzt auf einem Zweig
Feldsperlinge sind treue Gesellen und leben in lebenslangen Partnerschaften. Im Winter wärmen sie sich gerne mit anderen Feldsperlingen in selben Nistkasten. Bildrechte: imago/blickwinkel
Rotkehlchen
Rotkehlchen: War 2021 Vogel des Jahres. Bildrechte: Colourbox.de
Der Vogel "Star" (Sturnus Vulgaris)
Wenn nicht gerade Brutzeit ist, begeistern Stare uns mit spektakulären Formationsflügen. Bildrechte: IMAGO
Zwei fliegende Graugänse.
Graugänse bewältigen an einem Tag bis zu 1.000 Kilometer. Bildrechte: Olaf Titko
Vogel Specht - Buntspecht
Buntspecht Bildrechte: IMAGO
Eichelhäher
Eichelhäher Bildrechte: colourbox
Vogel trinkt aus einem Astloch
Gimpel können Töne nachpfeifen, falls man sie nicht er- und verschreckt. Im 19. Jahrhundert waren sie als Käfigvogel sehr beliebt. Sie fressen Körner und Samen, Blatt- und Blütenknospen. Der nachwuchs wird mit Raupen, Ameisen, Blattläusen und kleinen Schnecken großgezogen. Bildrechte: imago/blickwinkel
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Hören statt sehen

Und falls sie die kleinen flinken Flieger nicht sofort erkennen. Das geht auch am Gesang. Als Unterstützung dafür kann man verschiedene Apps nutzen. Unsere Empfehlung aus der Wissenschaft ist Birdnet von der TU Chemnitz. Die verrät ziemlich sicher, wer da gezwitschert hat.

Am 14. Mai kann man seine Sichtungen auch telefonisch beim Nabu melden, die kostenlose Rufnummer 0800-1157115 ist zwischen 10 bis 18 Uhr besetzt. Meldeschluss für alle anderen Wege, per App, per Online-Formular oder per Post, ist der 23. Mai.

Wiedehopf auf einem Zweig
Den Wiedehopf könnte man gut in der Muskauer Heide treffen. Hier ist einer der Hotspots der seltenen, punkigen Vögel. Bildrechte: MDR/Simank-Film

lfw

Vogel im Baum 43 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Eine Kohlmeise auf einem Zweig 2 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
2 min

Der Frühling ist endlich da - doch wer genau zwitschert da eigentlich? Die App „BirdNET“ will genau diese Frage beantworten. Aber hält sie, was sie verspricht?

Mo 29.03.2021 13:25Uhr 02:04 min

https://www.mdr.de/wissen/videos/aktuell/vogelstimmen-app-100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video
Vogelzähler 43 min
Vogelzähler Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

2 Kommentare

THOMAS H vor 1 Wochen

Anfrage an das MDR-Wissen-Team zur eventuellen Weiterleitung oder Recherche: Gibt es die Möglichkeit gesichtete Vogelarten, außerhalb der "Stunde der Gartenvögel" (z. B. 20-30 Erlenzeisige am 16.02. und 04.03. und ein Gimpelpärchen am 21.04. an meinem am Balkon angebrachten Vogelhaus) an jemanden zu melden und würden diese dann registriert?

MDR-Team vor 1 Wochen

Hallo Thomas H,
vielen Dank für die Anfrage. Wir werden sie weiterleiten.
LG, das MDR-Wissen-Team