#blickzurück: Kalenderblatt der Geschichte Das geschah am 20. Juli ...

1944: Stauffenberg-Attentat auf Hitler scheitert

1944 scheiterte ein Bombenattentat auf Adolf Hitler. Der Anschlag war Teil der "Operation Walküre" – ein Umsturzplan einer Gruppe nationalkonservativer Frauen und Männer rund um Oberst Schenk Graf von Stauffenberg. Ihr Ziel: Nach Hitlers Tod sollten stehende Wehrmachtsverbände die Staatsgewalt übernehmen, der Zweite Weltkrieg beendet und Deutschland politisch neu geordnet werden. Das Attentat schlug fehl. Zwar gelang es Stauffenberg, eine Bombe im Führerhauptquartier "Wolfsschanze" zu deponieren, die auch explodierte. Doch Hitler überlebte, nur leicht verletzt. Stauffenberg und etwa 200 seiner Mitstreiter wurden verhaftet und hingerichtet. 

Uniformierte Männer stehen um zerstörte Möbelstücke herum und betrachten den Schaden.
Joseph Goebbels, Hermann Göring und Hitlers Adjudant Schaub betrachten nach dem misslungenen Stauffenberg-Attentat zerstörte Möbelstücke. Bildrechte: dpa

1954: Verfassungsschutz-Chef Otto John läuft in die DDR über

1954 verschwand der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Otto John, spurlos. Wenige Tage später verkündete er via DDR-Rundfunk seinen Übertritt in die ostdeutsche Republik. Dort wolle er sich für die Wiedervereinigung Deutschlands einsetzen. Außerdem warnte er vor dem wachsenden Einfluss früherer NSDAP-Mitglieder in Westdeutschland. Otto John war zu NS-Zeiten Widerstandskämpfer und an den Vorbereitungen des Stauffenberg-Attentats beteiligt. Am zehnten Jahrestag des misslungenen Anschlags verschwand er in die DDR. Knapp siebzehn Monate später kehrte John in die Bundesrepublik zurück und behauptete, von der DDR-Regierung verschleppt worden zu sein. Wenige Tage später wurde er verhaftet und wegen Landesverrats angeklagt. Der Bundesgerichtshof verurteilte ihn zu vier Jahren Zuchthaus. Bis zu seinem Tod bemühte sich John erfolglos um seine Rehabilitation.

Ein Mann sitzt mit weiteren Männern und Frauen in einem Raum. Er hat seine linke Hand an seinem Gesicht und blickt rechts nach hinten.
Nachdem Otto John 1945 in die DDR abtaucht, erscheint er etwa 17 Monate später wieder in der BRD. Bildrechte: dpa

1971: Premiere des DEFA-Verbotsfilms "Sonnensucher"

1971 wurde der DEFA-Film "Sonnensucher" von Konrad Wolf erstmals öffentlich gezeigt – sechs Jahre nach der Fertigstellung. Aufgrund seiner kritischen Darstellung des Uranbergbaus der SDAG Wismut zählte er zu den Verbotsfilmen der DEFA. Der Spielfilm zeigt die Konflikte zwischen der sowjetischen Betriebsleitung, den deutschen Kommunisten und den zum Teil zwangsverpflichteten Arbeitern im Unternehmen. Da diese realistische und kritische Sicht den DDR-Funktionären nicht passte, wurde der Film kurz vor dem Start 1954 zurückgezogen. Anlässlich 25. Jahrestages der SDAG Wismut feierte er 1971 schließlich seine Premiere in Ronneburg. In die Kinos kam der "Sonnensucher" 1972.

Ein Bildausschnitt aus dem Film "Sonnensucher", in der drei Männer zu sehen sind. In der Mitte liegt einer von ihnen mit geschlossenen Augen, die anderen beiden stehen zu seiner Rechten und Linken.
In dieser Szene des Films "Sonnensucher" sind drei Arbeiter zu sehen, die nach einem Brand in einem Schacht der Wismut AG eingeschlossen sind. Einer von ihnen scheint seinen Verletzungen zu erliegen. Bildrechte: MDR/DREFA