Das Altpapier am 29. Januar 2020 Affären, Staaten und Staatsaffären

Es gibt neue Beziehungsgeschichten auf dem Zeitungsmarkt. Facebook will noch ein bisschen mehr sein wie ein Staat. Und in Dresden zeigt eine kuriose Posse die Gefahr von Medienpartnerschaften. Ein Altpapier von Ralf Heimann.

Teasergrafik Altpapier vom 29. Januar 2020: Eine zu einer Rolle zusammengelegte Regionalzeitung. Davor befinden sich vier Spielfiguren. Eine Figur steht, die anderen liegen.
Bildrechte: MDR/Panthermedia / Collage: MEDIEN360G

Auf dem Zeitungsmarkt in der Hauptstadt ist schon wieder was los. Holger und Silkes Berliner Zeitung will in Zukunft keine Texte mehr vom Redaktionsnetzwerk Deutschland, Spitzname "RND", beziehen. Ulrike Simon schrieb schon im November, dass diese Entwicklung wohl zu erwarten sei. Jetzt hat Daniel Bouhs offenbar die Bestätigung erhalten. Eine offizielle Mitteilung gebe es noch nicht, es sei aber in beiden Häusern bekannt, schreibt er auf Nachfrage bei Twitter. Außerdem ist Bouhs aufgefallen, dass die Berliner Zeitung sehr viele neue Mitarbeiter für die IT und die Redaktion sucht. Die Jobtitel sind ausschließlich auf Englisch formuliert. Das wäre noch nicht so ungewöhnlich. Aber ein Hinweis darauf, ob Deutschkenntnisse überhaupt nötig sind, fehlt. Mitten in Deutschland. Wenn das unser Gesundheitsminister hört.

Das ist aber noch längst nicht alles. Auch von der Konkurrenz gibt es Neuigkeiten. Der Tagesspiegel (Holtzbrink) tut sich mit der Berliner Morgenpost (Funke) zusammen, um sich gemeinsam, so steht es in der Pressemitteilung, um Vertrieb und Vermarktung kümmern zu können. Oder wie man beim Berliner Verlag sagen würde: "Distribution and Marketing".

Mit solchen Kooperation versuchen Verlage überall im Land, die Stückkosten für ihre Zeitungen etwas zu drücken. Der Nebeneffekt ist: Die Verlage sparen nur dann Geld, wenn sie weniger Geld ausgeben. Deswegen fallen in der Regel Stellen weg, auch diesmal. Funke macht seine Vermarktungstochter dicht. Dabei hätte die zumindest dem Namen nach perfekt zum Tagesspiegel gepasst. Der lautete nämlich: MCB Media Checkpoint Berlin.

Aber warum das alles?

 "Wir wollen die publizistische Vielfalt in Berlin erhalten. Sinkende Vertriebs- und Anzeigenerlöse bei gleichzeitigen Kostensteigerungen etwa in der Zustellung dürfen auf keinen Fall die redaktionelle Qualität beeinträchtigen (…)",

erklärt Morgenpost-Geschäftsführer Görge Timmer wunderschön in der Pressemitteilung. Und die meisten Mediendienste - ein schöner Erfolg - übernehmen die Darstellung aus der PR-Meldung. Die Überschriften lauten:

"'Tagesspiegel' und 'Morgenpost' machen gemeinsame Sache" (DWDL)

"Tagesspiegel und Morgenpost kooperieren bei Vermarktung und Vertrieb" (Horizont)

oder

"Berliner Morgenpost und Tagesspiegel werden Vermarktungs-Partner" (Kress)

Nur die Berliner Zeitung betitelt ihren Text zutreffend mit: "Berliner Morgenpost gibt wirtschaftliche Eigenständigkeit auf."

Der Tagesspiegel kümmert sich in Zukunft für die Morgenpost um Vertrieb und Anzeigenverkauf. Möglich wird das durch eine Ausnahmeregelung (Öffnungsklausel) im Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen. Solange Verlage nicht redaktionell zusammenarbeiten, drückt der Gesetzgeber ein Auge zu. Allerdings hat man noch einen Satz aus Horst Röpers letztem Bericht zur Zeitungsmarkt-Konzentration im Ohr, den er hier im Zusammenhang mit Fusionen schreibt, der aber auf lange Sicht natürlich auch hier zutreffen könnte:

"Die Erfahrung mit der Pressekonzentration lehrt, dass der ökonomischen in aller Regel die publizistische Konzentration folgt."

Wenn ein Verlag sich von einem Konkurrenten abhängig machen muss, um zu überleben, ist das jedenfalls selten ein gutes Zeichen. Aber hoffen wir erst mal das Beste.

Facebooks baut sich ein Gericht

Nun versuchen wir einmal, mit dem gleichen hoffnungsvollen Blick rüber nach Menlo Park zu schauen, wo Facebook zurzeit versucht, irgendwie das Problem zu lösen, dass es mit 2,7 Milliarden Mitgliedern inzwischen fast doppelt so groß ist wie China (gut, etwas übertrieben, China hat 1,3 Milliarden Einwohner), aber keine eigene Rechtsordnung hat (glücklicherweise). Facebook muss immer wieder damit umgehen, dass in verschiedenen Ländern ganz unterschiedliche Dinge erlaubt sind. Den Holocaust zu leugnen, ist zum Beispiel in 18 europäischen Staaten verboten, in den USA nicht. Facebook möchte aber trotzdem nicht, dass dies auf dem Netzwerk gemacht wird. Was also tun?

Niklas Zimmermann meldet für die FAZ nun: "Das Facebook-Gericht kommt."

Anlass für die Meldung ist keine Mitteilung von Mark Zuckerberg, sondern eine Pilotstudie zweier Medienforscher des Hamburger Hans-Bredow-Instituts, Matthias Kettemann und Wolfgang Schütz, die eine Woche lang die Gelegenheit hatten, im Facebook-Hauptquartier an allen Sitzungen des Teams teilzunehmen, das die Gemeinschaftsstandards festlegt.

In ihrer Studie zitieren die Forscher unter anderem Regeln, die vor zwölf Jahren galten, nämlich, wie Niklas Zimmermann schreibt: "Wenn es dazu führt, dass du dich schlecht fühlst, dann schreite zur Tat und lösche es."

So leicht ist das heute allerdings nicht mehr, denn das führt unter Umständen dazu, dass rechtsextreme Kleinstparteien sich bis vors Bundesverfassungsgericht klagen, um wieder freigeschaltet zu werden – und Recht bekommen.

Facebook versucht nun, so beschreibt Matthias Kettemann es der FAZ, "die staatliche Ordnung zu imitieren". Noch in diesem Jahr soll ein bereits eingerichtetes sogenanntes Oversight-Board seine Arbeit aufnehmen – das in der Überschrift erwähnte aber im Text noch mit einem "Quasi" versehene Gremium, das, wie Kettemann im Deutschlandfunk für das Magazin @mediasres präzisiert, aus einer "Gruppe von Experten" besteht, die Facebook dabei helfen sollen, zu entscheiden, "welche Inhalte gelöscht werden sollen, und welche nicht".

Das will Zuckerberg seine Mitarbeiter nicht mehr nach Gusto entscheiden lassen, es soll möglichst so aussehen, als wäre es auf irgendeine Weise legitimiert. So ließen sich nämlich möglicherweise Skandale wie der verhindern, der über das Unternehmen hereinbrach, als es ein weltweit bekanntes Foto löschte, auf dem ein vietnamesisches Mädchen nach einem Napalmangriff im Vietnam-Krieg zu sehen ist. Das Problem: Das Mädchen ist nackt. Die Forscher warnen nun einerseits vor so einem privaten Gericht, loben Facebook aber andererseits für seine Transparenzbemühungen, die sich allerdings auch nicht ganz freiwillig ergeben haben, sondern deren Ursache laut Kettemann (in der FAZ) vor allem in den Cambridge-Analytica-Enthüllungen liegt:

"Durch den Skandal hat Facebook die Entscheidung getroffen, sein Vorgehen stärker zu legitimieren."

Verschwörung gegen Hass und Verschwörungstheorien

In einem engen Zusammenhang dazu steht wahrscheinlich auch eine weitere aktuelle Entwicklung, über die Markus Böhm für den Spiegel schreibt. Mit einem neuen, wie man in Internetkreisen und vermutlich auch bei der Berliner Zeitung sagt, "Tool" können Nutzer jetzt nachschauen, welche Apps mit Facebook Daten teilen und dadurch zum Beispiel Werbeempfehlungen verursachen. Unter anderem dieses Tool kündigt Mark Zuckerberg in einem Posting mit dem Titel "Mit mehr Kontrolle über die eigene Privatssphäre ins neue Jahrzehnt" an.

Das klingt alles sehr toll, aber kommen wir noch einmal auf die Pilotstudie zurück. Bettina Köster stellt dem Medienforscher Kettemann in ihrem Deutschlandfunk-Interview glücklicherweise auch die Frage, ob das alles denn nicht auch vor allem sehr gute PR für das Unternehmen sei.

Kettemann sagt:

"Wir haben gezeigt, dass Facebook sich in den letzten Jahren verstärkt bemüht hat, bessere Regeln zu entwickeln, legitimere Regeln, und das tun sie dadurch, dass sie mit mehr Akteuren sprechen. Das ist eine sinnvolle Entwicklung, die in eine gute Richtung zeigt. Und die zeichnen wir nach, zeigen aber auch gleichzeitig auf, wo es noch Verbesserungspotenzial gibt. Ich finde, es ist sehr sinnvoll, dass man, wenn Unternehmen etwas richtig machen oder zumindest in die richtige Richtung sich entwickeln, das auch positiv hervorhebt. Vergleicht man Facebook etwa mit anderen sozialen Plattformen wie TikTok, dann merkt man, dass hier Facebook weit offener ist gegenüber der internationalen Gemeinschaft (…)"

Ganz so optimistisch sieht die Gruppe, die sich bei der Digitalkonferenz DLD-Konferenz in München in einem Besprechungszimmer zusammengefunden hat und über die Christian Meier für die Welt schreibt (€), das wohl nicht. Zu ihr gehören unter anderem der frühere Facebook-Investor Robert McNamee und die ehemalige EU-Kommissarin Viviane Reding. Den beiden und einigen weiteren Mitstreitern geht es laut Meier nicht um Facebook alleine, sondern um einen Fehler im System, der auch die übrigen Tech-Giganten betrifft. Meier:

"Das System – damit ist die mehr oder weniger ungehinderte Sammlung von Nutzerdaten durch die Firmen hinter den Plattformen gemeint. (…)  Und die ungehinderte Verbreitung von bösartigen Botschaften, die sich beispielsweise auf Facebook und Twitter umso schneller fortpflanzen, je polarisierender sie formuliert sind."

Hier liest man auch den weniger optimistischen Satz:

"(…) diejenigen, die daran glaubten, dass Technologie die Menschen zueinanderführt, statt sie zu spalten, gelten heute als naive Lemminge, die den Gründerhelden zu lange folgten, bei außerordentlich guter Bezahlung und kostenlosem Essen."

Was genau die Gruppe gegen all das unternehmen wird, ist aus dem Text noch nicht herauszulesen. Christian Meier schreibt, es wirke "wie die Vorbereitung zu einer Verschwörung". Und das klingt natürlich schon deshalb etwas absurd, weil Verschwörungstheorien, die sich unkontrolliert ausbreiten, ja gerade ein Teil des Problems sind. Anderserseits klingt es doch sehr, na, sagen wir, interessant.

Diktatoren und Medienpartner

Das kann man sicher auch von der Posse behaupten, die sich derzeit in Dresden abspielt, und an der auch Medien beteiligt sind, weswegen das Ganze auch hier im Altpapier nun zum Thema werden darf. Allerdings ist der Fall mit dem Wort "Posse" wohl etwas zu kleinformatig beschrieben, denn er hat auch eine internationale Dimension. Und was ebenfalls ein Problem sein könnte: Das Wort verschafft dem hier beim MDR beschriebenen Geschehenen einen etwas zu seriösen Eindruck.

Um es schnell zu erklären: Der notorische Semperopernball hat dem ägyptischen Diktator Abdel Fattah al-Sisi mit seinem St.-Georgs-Orden geehrt. Begründung: Er sei ein "herausragender Brückenbauer und Friedensstifter". Was die Veranstalter nicht erwähnen: al-Sisi hat in seinem Wikipedia-Eintrag unter anderem einen eigenen Abschnitt zum Thema "Hinrichtungen" stehen. In diesem ist unter anderem vermerkt, die UN-Sonderberichterstatterin Agnès Callamard nenne die zunehmende Anwendung der Todesstrafe in seinem Land "'willkürliche Tötungen', die möglichen Widerstand in der Bevölkerung brechen sollen." Auch sonst gilt al-Sisi nicht als "lupenreiner Demokrat" wie etwa Wladimir Putin, der die Auszeichnung im Jahr 2009 bekommen hat. Ebenfalls unter den früheren Preisträgern ist der Prinz Salman bin Abdulaziz, in dessen Wikipedia-Eintrag sich zwar kein Abschnitt zu Hinrichtungen findet, aber dafür der Punkt "Terrorismusfinanzierung".

Der zweite Geehrte in diesem Jahr ist ein Chemnitzer Unternehmer, der bundesweit vor allem durch rassistische Äußerungen bekannt geworden war. Das alles schwelt schon seit Tagen. Die Semperoper hat sich vom Semperopernball inzwischen distanziert. Das tat auch der MDR als "Partner des Opernballs", und damit sind endlich bei den Medien, denn der Fall zeigt unter anderem, wie verhängnisvoll Medienpartnerschaften sind, die ich grundsätzlich für sehr problematisch halte. Diese Partnerschaften sollen dem Medium Exklusivität sichern, doch sie verhindern so gut wie immer kritische Zwischentöne in den Berichten, was sehr im Interesse der Veranstalter ist, aber nicht unbedingt in dem des Publikums. Außerdem können sie Medien in sehr unangenehme Situationen bringen, was dieser Fall nun exemplarisch vorführt.

Matthias Meisner schreibt für den Tagesspiegel:

"In eine missliche Rolle gerieten auch die Medienpartner des Balls. Die DDV-Mediengruppe, in der unter anderem die 'Sächsische Zeitung' und 'Tag 24' erscheinen, erklärte: 'Missachtung von Menschenrechten einschließlich des Rechts auf freie Meinungsäußerung sind nicht vereinbar mit Haltung und Selbstverständnis von Verlag und Redaktionen.' Dennoch posierte Katrin Koch, Society-Reporterin der ebenfalls in der Mediengruppe DDV erscheinenden 'Dresdner Morgenpost', am Wochenende bei der Ordensverleihung in Kairo neben al Sisi, wie der Blog Flurfunk Dresden berichtete."

Auch die Moderatoren des Opernballs, Judith Rakers und Roland Kaiser, distanzierten sich. Ballchef Hans-Joachim Frey verteidigte noch vor zwei Tagen die Preisvergabe. Das berichtete die sächsische SZ. Inzwischen hat er sich, wie die bayerische SZ schreibt, für die Preisvergabe entschuldigt und – viel absurder kann es eigentlich nicht werden – sich von ihr distanziert.

Am 7. Februar wird der Opernball nun stattfinden. Judith Rakers und Roland Kaiser denken laut Süddeutscher Zeitung weiter über Konsequenzen nach. Hoffen wir, dass sie das Problem bis dahin noch irgendwie lösen können. Ansonsten kann ja eigentlich nicht viel schiefgehen. Wobei, außer vielleicht, es steht in dem MDR-Bericht sehr weit unten: "Eingeladen ist auch der WDR Kinderchor."


Altpapierkorb (FAZ-Herausgeber, Washington Post, Nachruf auf Bloggerin, Passwortstreit, Falschmeldungen, Mopo, verhinderte Medienaufsicht)

+++ Die FAZ beruft ihren Herausgeber Carsten Knop ins Herausgeber-Gremium, wie unter anderem Marc Bartl für Kress berichtet. Das ist einerseits erfreulich, weil die digitale Kompetenz dort bislang noch nicht vertreten war. Weniger erfreulich ist, dass die Frauenquote in der Herausgeber-Runde weiterhin bei null Prozent liegt. Aber gut, es ist ja auch erst 2020.

+++ Kurz nachdem am Sonntag bekannt wurde, dass der Basketballspieler Kobe Bryant bei einem Hubschrauberabsturz ums Leben gekommen ist, hat die Washington-Post-Reporterin Felicia Sonmez einen Artikel retweetet, der sich mit Vergewaltigungsvorwürfen gegen Bryant beschäftigt. Jetzt bekommt sie täglich Todesdrohungen und ist vorerst ihren Job los. Ihr Kollege Erik Wemple kommentiert die Beurlaubung für die Washington Post und erklärt sehr überzeugend, warum die Entscheidung falsch war. Der ganze Fall wirft Fragen auf. Zum einen: Was darf ein Verlag seinen Mitarbeitern im Netz vorschreiben? Und was ist wichtiger: Trauer oder Wahrheit? Erik Wemple schreibt: "The backlash that alighted upon Sonmez stems from the ancient wisdom that urges folks not to speak ill of the dead. It’s a fine rule for everyone except for historians and journalists, upon whom the public relies to provide warts-and-all look-backs on the lives of influential people." Auch deutsche Medien berichten über den Fall, unter anderem SZ und Kölner Stadtanzeiger. Ich erwähne die beiden, weil ich so auch noch darauf hinweisen kann, dass sie durchgehend den Namen der Reporterin falsch schreiben. Sie heißt Felicia Sonmez, nicht Somnez.

+++ In Hamburg regt sich inzwischen sowohl bei der Hamburger Morgenpost als auch beim Hamburger Abendblatt Widerstand gegen die Pläne der Funke-Gruppe, das Portal der Morgenpost zu übernehmen, berichtet Gregory Lipinski für Meedia.

+++ Boris Rosenkranz zeichnet für Übermedien einen katastrophal naiven Auftritt der Bremer Medienwächterin Conni Holsten nach. In ihrem Podcast geht sie einem sehr zweifelhaften Influencer auf den Leim und erscheint dabei, man kann es nicht anders sagen, vollkommen ahnungslos.

+++ Die tunesische Bloggerin Lina Ben Mhenni ist gestorben. Sie war 2011 bekannt geworden, weil sie in ihrem Blog "A Tunesian Girl" über die Anfänge des Arabischen Frühlings berichtete. Reiner Wandler schreibt in seinem Nachruf für die taz, Ben Mhenni war "immer in der ersten Reihe, schrie, fotografierte und schrieb auf Arabisch, Französisch und Englisch. Ihr Buch "Vernetzt Euch!" über die Rolle des Internets bei der Jugendrevolte wurde in viele Sprachen übersetzt. Sie erhielt Preise, darunter den Blog Award der Deutschen Welle, sogar für den Friedensnobelpreis war sie im Gespräch. Sie besuchte weltweit Konferenzen, empfing die taz-Reisenden und referierte auf dem taz-Lab".

+++ Behörden sollen sich jetzt doch nicht mehr so leicht Nutzer-Passwörter von Internetunternehmen geben lassen könne, wie Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) sich das ursprünglich vorgestellt hatte. Wie unter anderem Jannis Brühl für die SZ berichtet, reagiert Lambrecht damit auf Kritik von Datenschützern und will die Herausgabe von Passwörtern nur bei "der Verfolgung schwerster Straftaten" möglich machen. Bleibt allerdings ein Problem: Die Anbieter speichern die Passwörter verschlüsselt, und in der Form bekommt die Polizei sie dann auch, die dann erst mal mühsam herumprobieren muss. Sehr schöner Satz von Jannis Brühl: "Dabei hilft Software, die diese Versuche automatisiert durchführt, ohne zu ermüden wie ein Beamter." Am 19. Februar soll das Gesetz beschlossen werden.

+++ Wissenschaftler der Uni Ulm haben sich mit mit der Frage beschäftigt, bei welchen Menschen das Risiko, auf Falschmeldungen hereinzufallen, besonders groß ist. Jenni Rieger berichtet für den ARD-Faktenfinder über die Studie. Einige ganz interessante Ergebnisse: "Je jünger die Probanden, desto weniger Quellen nutzen sie. Außerdem konsumieren Männer eine höhere Anzahl an Medien als Frauen. Je mehr Quellen eine Person nutzt, desto offener und weniger autoritär scheint sie eingestellt zu sein."

Neues Altpapier gibt es am Donnerstag.

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