Das Altpapier am 3. März 2021 Vielfalt tut nicht weh

Wenn bei öffentlich-rechtlichen Sendern über Diversity diskutiert wird, geht es in der Regel darum, weiße deutsche Frauen in Führungspositionen zu bringen. Aber das ist dann doch ein bisschen wenig. Horst Seehofers Laden schreibt einen Teaser der Bundeszentrale für Politische Bildung um. Die letzten großen Jahre der deutschsprachigen Zeitschriften werden zum Romanthema. Ein Altpapier von René Martens.

Teasergrafik Altpapier vom 3. März 2021: Porträt Autor René Martens
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Es dreht sich mal wieder ein Kandidatenkarussell

Die Mittelstandsvereinigung von CDU und CSU sei nur "eine Minderheit in der Union", stellt der Spiegel gerade fest. Sowohl das Magazin aus Hamburg als auch Übermedien gehen aber - wenn auch in unterschiedlichem Umfang und mit unterschiedlichen Schwerpunkten - aktuell noch einmal auf den im Altpapier von Freitag behandelten ARD/ZDF-Reformvorschlag dieser minoritären Gruppe ein.

Mit "Spott und die Ironie" auf "die konservativen Möchtegern-Reformer" zu reagieren, sei arg wenig, meint Übermedien-Autor Stefan Stuckmann, denn radikal reformiert werden müsse das System ja auf jeden Fall, nur halt auf ganz andere Weise, als es die mittelständischen Unionler gerade skizziert haben. In dem Zusammenhang kommt Stuckmann auf folgenden Gedanken:

"Das Absurde an den Problemen, die die öffentlich-rechtlichen Sender mit der Umstellung auf die nichtlineare Medienzeit haben, ist die Tatsache, dass eigentlich niemand besser auf sie vorbereitet ist."

Zum Beispiel,

"weil der öffentlich-rechtliche Rundfunk seit je her ein Powerhouse ist, was die Ausbildung junger Medienmenschen betrifft. Das Kleine Fernsehspiel des ZDF stemmt gemeinsam mit ein paar mutigen ARD-Redaktionen praktisch die komplette Nachwuchsauslese im deutschen Regie- und Drehbuchhandwerk: Fast alle deutschen Netflix-Produktionen werden von Menschen hergestellt, die sich vorher mit öffentlich-rechtlichem Geld ihr Know-how erarbeiten durften".

Das trifft auch für Filmemacher und Produzenten zu, die schon länger nicht mehr zum Nachwuchs gehören, etwa jene, die hinter der von Netflix beauftragten ersten deutschen Dokuserie "Rohwedder" stehen und für diese Produktion gerade für den Grimme-Preis nominiert wurden (Offenlegung: Ich war Mitglied der zuständigen Nominierungskommission).

"Rohwedder" führt uns dann gleich zu einem Symptom der Reformbehäbigkeit bei den Öffentlich-Rechtlichen:

"Das Problem bei uns wäre gewesen, da ‚Rohwedder‘ seriell erzählt wurde, dafür im Linearen einen Platz zu finden."

sagte ARD-Mediathek-Maestro Florian Hager neulich bei Blickpunkt Film. Anzeichen dafür, dass sich die ARD in naher Zukunft im Bereich ambitionierte nonfiktionale Serien engagieren wird, gibt es derzeit nicht.

Zurück zu Stuckmann. Er schreibt:

"Angesichts der immer konkreter werdenden Reformvorschläge aus konservativ/liberalen und rechten Kreisen (müssen) endlich auch die Befürworter eines starken öffentlich-rechtlichen Rundfunks mutiger werden in ihren Ideen – und sich stärker als bisher mit der Möglichkeit auseinandersetzen, dass an einem radikalen Umbau früher oder später kein Weg vorbeiführt."

Dafür bräuchte es aber einen Wandel auf fast allen Führungspositionen, dafür bräuchte es Leute an den Spitzen, die wirklich interessiert sind an der Vermittlung ambitionierter, originär öffentlich-rechtlicher Inhalte und also mehr zu bieten haben, als "Wir machen in Zukunft ganz viel non-linear"-Ankündigungen, die bei Journalisten gut ankommen.

Christian Buß, Alexander Kühn und Anton Rainer erwähnen im Spiegel das mittelständische ARD/ZDF-Reformdingens im Zusammenhang mit der Ankündigung des ZDF-Intendanten Thomas Bellut, sich nicht für eine weitere Amtszeit bewerben:

"Terminlich ist die Ankündigung ein bisschen unglücklich geraten. Ist er einfach zermürbt von den Spar- und Abwicklungsdebatten um seinen Sender?"

Eher nö, denn der Mann wird am kommenden Montag 66 Jahre alt, der darf abtreten. Und überhaupt: Warum ist eigentlich nicht festgeschrieben, dass ein ZDF-Intendant, der das 65. Lebensjahr vollendet hat, sich gar nicht für eine weitere Amtszeit bewerben darf?

Wie fast immer, wenn ein Intendant abtritt, kommt als Nachfolgekandidat der amtierende Programmdirektor ins Spiel, in diesem Fall Norbert Himmler. Den stellen die Spiegel-Leute kurz vor. Aber: "Wer ins ZDF hineinhört, der vernimmt bei der Nachfolgediskussion (…) auch noch einen zweiten Namen." Bettina Schausten lautet er. 

"(D)ass mit ihr eine ausgewiesen konservative Journalistin an den Start gehen würde, würde jener immer größeren Zahl an Kritikern den Wind aus den Segeln nehmen, die den öffentlich-rechtlichen Rundfunk als geschlossenen linksliberalen Block verdammen."

Oh come on, boys, ist das euer Ernst? Diese "Kritiker" werden ihre Argumente ad infinitum wiederholen, weil es ihnen und jenen, die darauf abfahren, piepenhagen ist, ob diese Kritik überhaupt die Realität beschreibt.

Michael Hanfeld (FAZ) erwähnt zwei von ZDF-Fernsehratsmitglied Leonhard Dobusch ins Spiel gebrachte Kandidaten: Juliane Leopold, die Digitalchefredakteurin von "ARD aktuell", und den heute schon in einem anderen Kontext erwähnten Florian Hager.

Hanfeld, der in den Zusammenhang auch eine Spitze für Dobusch parat hat ("Gibt gern den inoffiziellen Sprecher des Aufsichts- und Wahlgremiums"), bringt selbst als dritten Namen aus den oberen Rängen des ZDF dann noch Kulturchefin Anne Reidt ins Gespräch.

Was Kevin Kühnert beim Wandern hört

Aufmacher der FAZ-Medienseite ist heute ein Interview mit der RBB-Intendantin Patricia Schlesinger (€). In Sachen Kulturradio performt sie hier auch als Medienkritikerin. Jedenfalls kritisiert sie  die "Medienreaktionen auf wenige und verständliche Veränderungen in einigen ARD-Anstalten", womit vor allem die "Medienreaktionen" auf die Absichten des WDR gemeint sein dürften, die Kulturwelle WDR 3 zu einem Programm umzumodeln, das tendenziell jedem gefallen soll, aber bloß nicht der kulturinteressierten Kulturradio-Zielgruppe. Um diese "Medienreaktionen" ging es in recht vielen Altpapieren, zuletzt in diesem, das wir auch weiter oben schon verlinkt haben.

Klar, dass Schlesinger dann auch noch die im September vollendete Radikalreform bei der Kulturwelle des RBB anpreist. Man wolle nun "vor allem das Diskursbedürfnis der Hörerinnen und Hörer ernst nehmen. Zudem wird man jetzt dort mehr und längere Wortbeiträge und auch einen erweiterten Kulturbegriff finden".

Dass der RBB sein Ernstnehmen des Diskursbedürfnisses unter anderem durch die Streichung der Feature-und-Geprächssendung "Märkische Wandlungen" und der Feature-und-Vortragsmitschnitts-Sendung "Perspektiven" zum Ausdruck gebracht hat, ist allerdings nicht Thema der Interviews.

Einen Einblick in das herrschende Kulturradioverständnis liefert auch eine aktuelle Vorankündigung von Deutschlandfunk Kultur. Dort bietet man bald den Podcast "Off the Record" an, der "ein bewusster Gegenentwurf zum analytischen Musikjournalismus" sein soll, "in dem selten emotional über Musik gesprochen wird". Musikjournalismus steht ja nun schon seit Jahren schwach im Kurs im ARD-Hörfunk, bei der gerade erwähnten Welle RBB Kultur zum Beispiel läuft die Sendung "The Voice", die bis September fünfmal die Woche um 19 Uhr zu hören war, nun nur noch einmal die Woche um 23 Uhr.

Der DLF-Podcast "Off the Record" soll nun folgende Fragen beantworten:

"Welche Musik begleitet Wander-Fan Kevin Kühnert beim Durchqueren der Alpen? Verderben Fahrradhype und Umweltbewusstsein die Lust an Roadmovie-Songs?"

Reduzierung von Kultur auf Gefühlshaushaltsfragen, people-journalistische Elemente - das scheint tatsächlich die Zukunft des Kulturradios zu sein. Abgesehen davon, ist das Framing toxisch-poschardtesk ("Fahrradhype"). Und ich bezweifle, dass ein aus Umweltschutzgründen PKW-abstinent gewordener Musikfan, der nun nur noch Fahrrad fährt, sich jemals die Frage gestellt hat, ob er eigentlich noch "Lust" auf "Roadmovie-Songs" hat. Aber wahrscheinlich verbringen die Strategen in den Sendern sehr viel Zeit damit, sich solche Zielgruppen auszumalen.

Hier redigiert das Ministerium!

Das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat hat einen noch viel größeren Aufgabenbereich als es sein Name vermuten lässt. Das BMI hat nämlich auch die sogenannte Fachaufsicht für die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb), obwohl es in Berlin ja durchaus auch ein Bundesministerium gibt, in dem das Wörtchen Bildung vorkommt. Dass diese Fachaufsichtstätigkeit problematisch sein kann, zeigt eine Intervention des Innenministeriums, die Volkan Agar für die taz chronologisiert.

Ausgangspunkt war folgender Teaser eines bpb-Online-Dossiers:

"Im Unterschied zum Rechtsextremismus teilen sozialistische und kommunistische Bewegungen die liberalen Ideen von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit – interpretieren sie aber auf ihre Weise um."

Dieser Satz, so Agar, stand genau so "über zehn Jahre auf der Website der bpb". Im Januar 2021 stießen dann aber die üblichen Verdächtigen aus dem rechten Milieu auf diese ihnen missliebige Formulierung - und bald bekamen auch die Blitzmerker aus der ministeriellen Fachaufsicht Wind davon. Und damit begann dann die Geschichte eines Teaser-Redigats, die am 14. Januar um 17.08 Uhr auf ihren vorläufigen Höhepunkt zusteuerte:

"Das BMI 'bittet' nun einen mit der 'Abteilung ÖS' abgestimmten, ganz anderen Text als Einleitung auf die Homepage zu stellen. Es ist jener, der heute als Teaser über dem Dossier steht. 'ÖS' steht für 'Öffentliche Sicherheit', ist also jene Abteilung des BMI, die für das Bundeskriminalamt und das Bundesamt für Verfassungsschutz zuständig ist. Daraus erklärt sich die rhetorische und inhaltliche Ähnlichkeit zwischen dem neuen Teaser und der Linksextremismus-Definition des Verfassungsschutzes."

Kai Gehring, Grünen-MdB aus Essen und Obmann im Bundestagsausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung, zieht gegenüber der taz folgendes Fazit dieser Affäre:

"Das BMI ist hier eingeknickt vor einer orchestrierten Empörungsaktion von Personen aus dem konservativen bis neurechten Spektrum – mit Junger Freiheit, Bild und NZZ als Medienpartner."

"Desinfizierte Form von Antirassismus"

In ihrer monatlichen Medienkolumne fürs ND hinterfragt Sheila Mysorekar, die frühere Vorsitzende der Neuen deutschen Medienmacher*innen, was es damit auf sich hat, wenn Unternehmen sich Vielfalt oder Diversion auf die Fahnen schreiben:

"Viele deutsche Unternehmen haben seit langem die ‚Charta der Vielfalt‘ unterzeichnet. Wer international Geschäfte machen möchte, hat auf seiner Homepage ein paar, naja, vielfältig aussehende Gesichter. Dasselbe gilt auch für (…) Medienhäuser, denen aufgefallen ist, dass der Kartoffelanteil ihrer Zielgruppe unter die 50-Prozent-Marke gerutscht ist."

Aber:

"Wer Vielfalt ernst nimmt, muss in der eigenen Behörde oder im Unternehmen erst einmal nach klaren Kriterien untersuchen, wie die Belegschaft zusammengesetzt ist. Das wissen die meisten gar nicht. 'Migrationshintergrund' ist nicht besonders aussagekräftig für Afrodeutsche der dritten Generation, 'Mensch mit Rassismuserfahrung' oder Schwarze und People of Color (PoC) hingegen schon. Aber da kommen wir genau an den Knackpunkt: Wollen Unternehmen, Behörden oder Redaktionen wirklich wissen, wie viele ihrer Angestellten diskriminiert werden und von wem? Dann müssten sie nämlich konkret etwas dagegen tun und strukturelle Veränderungen anstoßen. Huch, wie unangenehm!"

Ich würde an dieser Stelle gern beginnen, einen Bogen von Mysorekars Kolumne zur Debatte über die Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zu schlagen. Kurze Vorrede:

"(B)ei ‚Vielfalt‘ handelt es sich wohl eher um die desinfizierte Form von Antirassismus, weichgespült, häppchenweise serviert, tut niemandem weh. Wer nicht definiert, wie genau die Vielfalt in der betreffenden Behörde oder Unternehmen aussehen soll, wählt wahrscheinlich die einfachste Version. Also zum Beispiel: mehr weiße deutsche Frauen in Führungspositionen zu holen, was recht konsensfähig ist. Dann hat man was für Vielfalt getan und bleibt trotzdem noch unter sich."

"Weiße deutsche Frauen in Führungspositionen zu holen" - genau das ist bei den Öffentlich-Rechtlichen ja das Höchste der Vielfaltsgefühle: Wenn mal wieder eine weiße Frau an die Spitze eines Senders gelangt (wie kürzlich die vom MDR gekommene Katja Wildermuth beim BR), klopft man sich auf die Schulter, und falls 2022 mit Bettina Schausten eine weitere Intendantin hinzu kommt, wird das Schulterklopfen vielleicht noch ein bisschen heftiger ausfallen. Dass aber ein "Mensch mit Rassismuserfahrung" (Mysorekar) auf der Intendanten- oder Direktorenebene zum Zuge käme - damit ist in absehbarer Zeit nicht zu rechnen. Solche fundamentalen Veränderungen auf personeller Ebene sind ebenso wichtig wie programmliche Reformen. Beziehungsweise: Letztere wird es ohne Erstere kaum geben (siehe oben).

Markus Lennon und Michael McCartney

Neugierig auf die Lebensgeschichte eines "eher unbekannten Starjournalisten"? So tituliert die Medienkorrespondenz Michael Hopp, der bei sehr vielen Zeitschriften Chefredakteur war und die Zeitschrift Tempo in deren Frühphasemitgeprägt hat. Altpapier-Kollege Christian Bartels hat seine aktuelle MK-Kolumne über Hopps autobiographischen Roman "Mann auf der Couch" geschrieben: 

"Die Tempo-Redaktion hatte 'große Freiräume, inhaltlich wie finanziell, wie es sie vielleicht nachher in der deutschen Verlagsgeschichte nie mehr gab', schreibt (Hopp) sicher zu Recht. So wie damals in den mittleren 1980er und frühen 90er Jahren wurde es nie wieder. Wenn es um 'große Verleger hanseatischen Zuschnitts, ihre Dynastien und ihre Geldberge' geht, um Thomas Ganske, dessen Jahreszeiten-Verlag mit Tempo damals bewusst 'Millionen verbrannt' hatte, weil andere Titel ja mehr Millionen einspielten, scheint sich ein Sittengemälde der letzten großen Zeit des Zeitschriften-Journalismus anzubahnen."

Ich habe das Buch ebenfalls gelesen (Hinweise auf Beiträge von mir demnächst auf den üblichen Wegen), und auch mich haben die Passagen zu Tempo besonders interessiert - weil ich dort eineinhalb Jahre Redakteur war, allerdings mehr als ein Jahrfünft, nachdem Hopp sich dort verabschiedet hatte.

"Der Mythos von Tempo ist heute größer denn je, er wächst mit der Zeit, die verstreicht", schreibt Hopp schreibt in dem Buch unter anderem. Wobei ich ergänzen würde: Größer wird der Mythos nun aber nicht mehr, weil der Name der Zeitschrift Menschen unter 40 gar nichts mehr sagen dürfte. Der allgemeinen Mythosschreibung fügt Hopp hier seine "eigene Tempo-Geschichte" hinzu, und die sei "eine Geschichte von Eifersucht, von Zurückweisung, von nicht ausgesprochenen Beziehungsproblemen, die sich bis heute nicht klären ließen."

Nicht ausgesprochen hat er sich mit Markus "Ein pünktliches Heft kann jeder Depp machen" Peichl, dem ersten Tempo-Chefredakteur. "Er war Lennon, ich McCartney", schreibt Hopp in dem Buch. Das klingt natürlich größenwahnsinnig, aber Hopp wäre der Letzte, der das abstreiten würde. Größenwahn attestiert er sich beziehungsweise seiner Hauptfigur jedenfalls recht oft. Das ist ohnehin eine Stärke von Hopps literarischem Lebensbericht: Nahezu alle Schwächen, die den Leser dazu bringen könnten, es sein zu lassen mit der Lektüre, benennt er gleich selbst.


Altpapierkorb (Neues zum Fall Kashoggi, Neues von Peter Altmaier, Neues von Silke Burmester)

+++ Wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit hat Reporter ohne Grenzen beim Generalbundesanwalt Strafanzeige gegen den stellvertretenden saudi-arabischen Premierminister Mohammed bin Salman gestellt. Es geht um die Ermordung Jamal Khashoggis und weitere Verbrechen gegen die Menschlichkeit, denen nach Recherchen der Organisation 34 weitere Journalistinnen und Journalisten zum Opfer gefallen sind. Zeit Online schreibt dazu: "Nach Auffassung von Reporter ohne Grenzen erlaubt das deutsche Völkerstrafgesetzbuch deutschen Gerichten, nach dem Weltrechtsprinzip gegen schwerste Verbrechen von internationaler Bedeutung auch dann vorzugehen, wenn sie im Ausland und ohne Bezug zu Deutschland verübt wurden."

+++ Horizont berichtet darüber, dass das Bundeswirtschaftsministerium diverse Zeitungs- und Zeitschriftenverbände grob darüber informiert habe, wie das mit den Anträgen für die 220 Millionen Euro Staatsknete "zur Förderung der digitalen Transformation des Verlagswesens" (Altpapier) vonstatten gehen soll. Allerdings: "Noch befinden sich die Richtlinien im Stadium eines Entwurfs. Er liegt derzeit dem Finanzministerium vor. Sobald die Behörde eingewilligt hat, muss das Förderprogramm zudem auf EU-Ebene förmlich notifiziert werden."

+++ Simone Schmollack (taz) stellt Palais F*Lu­xx vor, einen "Palast für Frauen ab 47 Jahren", den Silke Burmester "mithilfe von 4.500 Euro Hamburger Coronahilfe und zusammen mit vier anderen Frauen aus dem Boden gestampft" hat. Schmollack lobt: "Bei Palais F*Lu­xx gibt es keine Mode, keine Kosmetik, keine Kochrezepte. Keine Fotos 'schöner, schlanker, strahlender'. Dafür häufig Texte mit einem Überraschungsmoment und dem Charme der Furchtlosigkeit, die vor allem älteren Frauen eigen ist."

Neues Altpapier gibt es wieder am Donnerstag.

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