#blickzurück: Kalenderblatt der Geschichte Das geschah am 8. August

1929: Graf Zeppelin startet Weltumrundung

Am 8. August 1929 startet "Graf Zeppelin" (LZ 128) die erste Weltumrundung der Geschichte auf dem Luftweg. In nur 21 Tagen schafft es das deutsche Luftschiff von Lakehurst bei New York einmal um die Welt: Die Route geht über den Atlantik, Friedrichshafen, Sibirien, Japan und über die Westküste der USA nach Lakehurst zurück. Der "Graf" gilt damit als erfolgreichstes Verkehrsluftschiff seiner Zeit. Eines der größten jemals gebauten Luftschiffe ist der Zeppelin "Hindenburg" (LZ 129), der 1936 seinen Jungfernflug absolviert. Nur ein Jahr später verunglückt er jedoch während einer Linienfahrt bei Lakehurst.

Weltreise der Graf Zeppelin, Landung 1929
Diese Postkarte zeigt die Route der historischen Weltreise des "Graf Zeppelin" 1929. Bildrechte: IMAGO / Arkivi

1944: "Verschwörer" vom 20. Juli 1944 hingerichtet

Am 8. August 1944 werden weitere Männer hingerichtet, die beschuldigt werden, an der Planung und Durchführung des Stauffenberg-Attentats beteiligt gewesen zu sein: Robert Bernardis, Albrecht von Hagen, Paul von Hase, Friedrich Karl Klausing, Erich Hoepner, Hellmuth Stieff, Michael Wittman, Erwin von Witzleben und Peter Graf Yorck von Wartenburg. Sie bleiben nicht die Letzten: Mehr als 200 Personen lassen die Nationalsozialisten ermorden, die sie in Verbindung mit dem Attentat bringen.

1961: Flüchtlingsstrom kommt in Marienfelde an

Am 8. August 1961 registriert das Notaufnahmelager Berlin-Marienfelde innerhalb von 24 Stunden 1.741 Flüchtlinge. In den Folgetagen steigt die Zahl der Neuankömmlinge sogar noch weiter an. Seit der Eröffnung 1953 haben nicht mehr so viele Menschen in so kurzer Zeit Obdach in der Notunterkunft gesucht. Zwischen 1953 und 1961 stellen circa 2,1 Millionen DDR-Bürger einen Antrag auf Aufnahme in den Westen. Der Mauerbau lässt den Flüchtlingsstrom jedoch versiegen. Erst Ende der 1980er, als die DDR-Führung zunehmend die Ausreiseanträge ihrer Bürger bewilligt, kommen auch wieder mehr Flüchtlinge in Marienfelde an.

1962: Erste Waschanlage für Autos patentiert

Am 8. August 1962 melden die Augsburger Architekten Gebhard Weigele und Johann Sulzberger die weltweit erste selbsttätige Waschanlage für Kraftfahrzeuge zum Patent an - den "Wesumat 1". Dabei handelt es sich um eine Zweibürsten-Anlage, die sich um das zu waschende Fahrzeug dreht. 1964 folgt die erste vollautomatische Waschstraße. Das Waschsystem legt den Grundstein für die heutige Waschstraßenindustrie. 1993 wird Weigele für seine Erfindung sogar das Bundesverdienstkreuz verliehen.

In Essen wird am 11.01.1963 die derzeit größte Autoschnellwaschanlage Europas in Betrieb genommen. Das Bild zeigt einen Angestellten, der beobachtet, wie ein PKW in der Waschanlage gereinigt wird.
Bereits ein Jahr nach der Erfindung der PKW-Waschanlage öffnet in Essen Europas damals größte Autoschnellwaschanlage. Bildrechte: dpa

1988: DDR-Computer EC 1834 geht in Serie

Am 8. August 1988 beginnt der VEB Robotron mit der Serienfertigung des EC 1834-Computers. Er gilt als DDR-Antwort auf den PC von IBM und wird vor allem für Büroarbeiten wie Textverarbeitung, Kalkulationen und Datenbanken verwendet. Produziert wird der 16-Bit-Rechner in den Betrieben VEB Robotron-Buchungsmaschinenwerk Karl-Marx-Stadt und VEB Robotron-Büromaschinenwerk Sömmerda. Der Computer zeichnet sich durch hohe Speicherkapazitäten und kurze Rechenzeiten aus. Außerdem ist der EC 1834 der erste DDR-Rechner, der mit anderen Computersystemen kompatibel ist. Er wird deshalb als große technologische Entwicklung gefeiert. Insgesamt werden rund 34.000 Stück produziert. Heute ist der Rechner ein beliebtes Sammlerstück.

Mensche arbeiten an Computern 1 min
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1990: Volkskammer lehnt Beitritt zur BRD ab

Am 8. August 1990 lehnt die DDR-Volkskammer den sofortigen Zusammenschluss der beiden deutschen Staaten vorerst ab. Zuvor hatte die Deutsche Soziale Union (DSU) einen Antrag auf sofortigen Beitritt ins Parlament eingebracht. Der Ausschuss für Deutsche Einheit spricht sich dagegen aus: Der Einigungsvertrag sei noch nicht ratifiziert, die Zwei-Plus-Vier-Gespräche noch nicht abgeschlossen und die neuen Bundesländer noch nicht gebildet, begründet der Ausschuss seine Entscheidung. Erst am 23. August beschließt die Volkskammer nach einer langen und turbulenten Sitzung, dass die DDR am 3. Oktober 1990 der Bundesrepublik beitreten wird.