
Kulturhauptstadt entdecken Chemnitz: Das sind die neuen kulturellen Hotspots der Stadt
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04. März 2025, 10:16 Uhr
Im Kulturhauptstadtjahr 2025 erwartet Sie in Chemnitz eine faszinierende Vielfalt an neuen Kulturorten, die es zu entdecken gilt. Freuen Sie sich auf ein inspirierendes Museum zu Ehren des Chemnitzer Künstlers Karl Schmidt-Rottluff, einen Skulpturenweg, der Sie durchs Chemnitzer Umland führt, sowie eine Vielzahl an kreativen Räumen in ehemaligen Fabriken und stillgelegten Kraftwerken. Wir geben Ihnen einen Überblick über spannende neue Orte von Kunst und Kultur, an denen Sie die Transformation der Stadt hautnah miterleben können.
Ein neues Museum für Karl Schmidt-Rottluff
Karl Schmidt-Rottluff (1884-1976) war ein bedeutender deutscher Maler und Grafiker, der als einer der wichtigsten Vertreter des Expressionismus gilt. Er wurde am 1. Dezember 1884 als Karl Schmidt in dem Chemnitzer Stadtteil Rottluff geboren. Seinen Künstlernamen ergänzte er später um den Zusatz "Rottluff", um die Verbindung zu seiner Heimat zu betonen. Ihm zu Ehren soll im Frühjahr 2025 in eben jenem Stadtteil das Schmidt-Rottluff-Museum im früheren Elternhaus des Künstlers eröffnet werden. Hierfür wurde das historische Landhaus behutsam restauriert und erweitert, um den Anforderungen eines modernen Museums gerecht zu werden.
Am authentischen Schauplatz seines Lebens und Werks soll das Museum künftig eine Ausstellung beherbergen. Gezeigt werden zahlreiche Originale, Ölskizzen, Grafiken kunsthandwerkliche Arbeiten, eine Privatsammlung mit Objekten aus dem persönlichen Besitz des Künstlers und zeithistorische Dokumente. Dabei wird der Bogen über drei Themenblöcke gespannt: das Werk und die Biografie des Künstlers, die des Expressionismus' in Chemnitz und die Geschichte des Ortes zu Kriegszeiten.
Das Besucherzentrum in der Hartmann-Fabrik
Die 1842 gegründete Hartmann-Fabrik in Chemnitz wurde nach langem Leerstand für das Kulturhauptstadtjahr aufwendig saniert und dient nun als Besucher- und Informationszentrum sowie Hauptquartier der Chemnitz 2025 gGmbH. Das historische Gebäude, ehemals Teil des Maschinenbauunternehmens von Richard Hartmann, dient während des Kulturhauptstadtjahres als internationales Zentrum für Begegnungen und kulturelle Veranstaltungen. Wie kaum ein anderer Ort symbolisiert die ehemalige Fabrikhalle Chemnitz' Wandel von einer Industrie- zu einer Kulturstadt, mit mehr als 1.000 geplanten Events unter dem Motto "C the Unseen".
Kunst im Umspannwerk Etzdorf (UWE)
Zwei Tage lang wird das ehemalige Umspannwerk Etzdorf, auch bekannt als UWE, zu einer lebendigen Kunstgalerie. Im Rahmen des "Maker-Festivals UWE" am 7. und 8. Juni 2025 gestalten internationale Künstlerinnen und Künstler sowie das Publikum selbst die Wände dieses einzigartigen Ortes, teils in Echtzeit. Das 1920 erbaute Umspannwerk war bis in die frühen 2000er-Jahre in Betrieb und hat sich in den letzten fünf Jahren zu einem kreativen Zentrum im Striegistal entwickelt. Inmitten der historischen Technik, darunter alte Schaltschränke, entstehen beeindruckende Graffitis, Stencils und Wandgemälde. Kunstfans haben zudem die Möglichkeit, digitale Skulpturen zu erschaffen oder ihre eigenen Plakate im Siebdruckverfahren zu gestalten. Das Umspannwerk, einst ein technisches Relikt, wird somit zu einem begehbaren Kunstwerk.
Ein neuer Stadtteilpark am Pleißenbach
Der neue Stadtteilpark am Pleißenbach in Chemnitz ist mit elf Hektar die größte der sogenannten "Interventionsflächen" der Kulturhauptstadt Chemnitz. Der Park befindet sich auf dem Areal des ehemaligen Güterbahnhofs Altendorf, einer Fläche, die lange brachlag und durch stark verbaute Grünräume geprägt war. Ziel der Umgestaltung ist die Schaffung eines naturnahen Parks, der den Pleißenbach und seine Uferzonen in den Mittelpunkt stellt.
Der Park bietet neue Erholungsräume für die Öffentlichkeit sowie einen Spielplatz für Kinder. Außerdem wird eine Verbindung zwischen den Stadtteilen Altendorf, Kaßberg und dem Flemminggebiet geschaffen. Mehrere Bauprojekte, darunter eine 59 Meter lange Talbrücke über den Grünzug, wurden bereits abgeschlossen und sind seit Ende 2024 für Radfahrer und Fußgänger zugänglich. Außerdem geplant sind ein Premiumradweg, die hochwertige Bepflanzung des Areals und jede Menge Aufenthaltsorte, die zum Verweilen anladen.
Der Garagen-Campus – ein Ort der Begegnung
Der Garagen-Campus in Chemnitz auf dem Gelände des ehemaligen Betriebshofs und Straßenbahndepots der Chemnitzer Verkehrs-AG (CVAG) im Stadtteil Kappel ist ein zentraler Veranstaltungsort im Kulturhauptstadtjahr. Mit einer Gesamtfläche von rund 30.000 Quadratmetern wurde das Areal zu einem kreativen und nachhaltigen Kulturstandort umgestaltet.
Ein besonderes Highlight im Kulturhauptstadtjahr wird das "Garagenfestival" vom 6. bis 8. Juni 2025 sein. Außerdem können sich Besucherinnen und Besucher auf eine bunte Mischung aus Workshops, Kunstinstallationen und Musik freuen. Ein weiteres Highlight ist die Ausstellung "#3000Garagen", die vom 9. Mai bis 31. Dezember 2025 zu sehen sein wird. Sie stellt die Vielfalt und kulturelle Bedeutung der Garagen in Chemnitz in den Mittelpunkt.
Der Skulpturenweg "Purple Path"
Der "Purple Path" ist ein neuer Kunst- und Skulpturenweg in der Region Chemnitz, der im Rahmen der Kulturhauptstadt Europas 2025 entwickelt wurde. Dieser Weg verbindet verschiedene Orte und Städte im Umland von Chemnitz mit Kunstwerken, die von international bekannten sowie von lokalen Künstlerinnen und Künstlern geschaffen wurden. Jedes Kunstwerk ist an einem einzigartigen Ort installiert, was den Weg zu einer dynamischen, künstlerischen Entdeckungstour macht. Ziel ist es, Kultur mit dem ländlichen Raum zu verbinden und das kreative Erbe der Region zu stärken. Der "Purple Path" wird bis 2025 und darüber hinaus 38 Kunstwerke umfassen und damit als bedeutender Kulturort und touristisches Highlight fungieren.
Kunst im stillgelegten Braunkohle-Heizkraftwerk Nord
Am 18. Januar 2024 wurde das Braunkohle-Kraftwerk Nord in Chemnitz abgeschaltet und stillgelegt. Weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt ist der 300 Meter hohe Schornstein des Kraftwerks, der bereits im Jahr 2013 zu einem bunten Kunstwerk ("Sieben Farben für einen Schornstein" von Daniel Buren) und zum populärsten Wahrzeichen von Chemnitz umgestaltet wurde. Nun erfährt auch ein Teil des ehemaligen Kraftwerks ein neue Nutzung: Im Kulturhauptstadtjahr wird ein Teil des Geländes zum Veranstaltungsort der 22. Ausgabe des Kunstfestivals "Begehungen" umgestaltet. Das Festival, das vom 18. Juli bis 17. August 2025 stattfindet, widmet sich Themen wie Ressourcenverbrauch, Artenvielfalt und Klimawandel. Auf einer Teilfläche von 1,5 Hektar gibt es insgesamt drei große Hallen, die als Ausstellungsflächen dienen.
Wandern auf dem Kulturpfad Höhenweg 2025
Auf einer Strecke von 18 Kilometern verbindet der Kulturpfad Höhenweg 2025 die Chemnitzer Stadtteile Adelsberg, Reichenhain, Erfenschlag und Harthau. Der Weg ist die größte von 30 Interventionsflächen der Kulturhauptstadt und umfasst 29 Stationen, die interessante Einblicke in regionale Geschichte und Kultur bieten. Der Höhenwanderweg bietet Ausblicke auf die Stadt und das Erzgebirge, umfasst zahlreiche Informationstafeln mit Wissenswertem über die Region und verfügt über ausreichend Wetterpilze, die zum Verweilen einladen.
Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | 26. Januar 2025 | 10:47 Uhr