Ausflugstipp Die Pfaueninsel - Gartenkunstwerk in der Havel

Die Pfaueninsel, ein Eiland voller architektonischer und gärtnerischer Schönheit, liegt mitten in der Havel. Der Landschaftspark lockt mit Rosen, Eichen, wunderschönen Ausblicken und natürlich Pfauen.

Zwei Pfauen auf der Pfaueninsel
Die Pfauen leben auf der Insel und werden dort auch gezüchtet. Bildrechte: MDR Garten/rbb Gartenzeit

Eine Südseeinsel, auf der Papageien und Pfauen schreien, wünschte sich der preußische König Friedrich Wilhelm II. Aus einer wilden Idee entstand auf des Königs Wunsch vor 200 Jahren die Pfaueninsel - ein Park auf einer Insel mitten in der Havel, nur wenige Kilometer von Potsdam und Berlin entfernt. Damals war die Insel dem König und seiner Familie vorbehalten. Heute dürfen alle in den wunderschönen Park, der zum UNESCO-Welterbe gehört.

Die Pfaueninsel in der Havel
Die Pfaueninsel gehört zum Ortsteil Wannsee des Berliner Bezirks Steglitz-Zehlendorf. Bildrechte: MDR Garten/rbb Gartenzeit

Die Anreise mit der Fähre ermöglicht einen ersten Blick auf die Insel, auf der Besucher nicht nur das Schloss, die Meierei und das alte Gewächshaus besichtigen können. Im Landschaftspark wachsen 400 Eichen, die bis zu 600 Jahre alt sind. Im ältesten Rosengarten Preußens erfreuen 200 Sorten das Auge. Wer zur Rosenblüte im Juni die Insel besucht, riecht den wunderbaren Duft der vielen Blüten schon von weitem. Im Sommer erinnern Palmen an den ursprünglichen Wunsch des Preußenkönigs, eine Südseeinsel zu schaffen.

Berühmter Gartenbaumeister baute nach englischem Vorbild

Die Südseeinsel wurde es nie. Nachdem am Anfang vor allem verschiedene Gebäude auf der Insel entstanden, legte zu Beginn des 19. Jahrhunderts der damalige Gärtner Ferdinand Fintelmann Ackerflächen an. Dabei ließ er die alten Eichen mitten auf den Äckern stehen und schuf eine ornamentale Landwirtschaft - quasi einen Bilderbuch-Bauernhof. Im Jahr 1921 übernahm der berühmte Gartenbaumeister Peter Joseph Linné und gestaltete die Insel neu. Er wurde später General-Gartendirektor der königlich-preußischen Gärten und schuf unzählige Landschaftsparks nach englischem Vorbild. Besonders eindrucksvoll sind die Sichtachsen, die er mit verschlungenen Wegen und ausdrucksvollen Gehölzen schuf. Linné teilte die Pfaueninsel in einen Bereich mit Schloss, Rosen und Palmengarten und einen zweiten mit Ackerflächen. Sein Werk wird bis heute von den Gärtnern gepflegt.

Immer wieder eröffnen sich den Besuchern, die die vielen verschlungenen Wege entlang wandern, neue Sichtachsen. Von einem Lustgarten geht es über wildromantische Weidelandschaft. Wasserbüffel grasen auf den Wiesen. Von allen Seiten klingt das typische Geschrei der Pfauen, die im Park wohnen und hier auch gezüchtet werden. Die Königsvögel bewohnen das Gartenkunstwerk das ganze Jahr über. Für Besucher ist die Insel dagegen nur tagsüber geöffnet ist. Abends bleiben auf der Insel nur die Tiere - und ein paar wenige Bewohner.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 26. Januar 2020 | 08:30 Uhr