Junge Kohlrabi- und Salat-Pflanzen in schwarzen Gefäßen aus Kunststoff stehen auf der Erde in einem noch nicht bepflanzten Hochbeet, das am Rand mit schwarzer Folie ausgekleidet ist.
Vor der Pflanzung im Frühjahr wurde dieses Hochbeet wieder aufgefüllt. Baum- und Strauchschnitt aus dem Vorjahr waren über die Wintermonate im unteren Bereich zusammengesackt. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Expertentipp Was tun, wenn die Erde im Hochbeet zusammensackt?

13. Mai 2018, 08:30 Uhr

Das Hochbeet ist aufgebaut und befüllt, der erste Salat eingepflanzt und geerntet. Doch nach ein paar Monaten scheint Erde aus dem Beet verschwunden oder nach unten gesackt zu sein. Was nun? Martin Krumbein von der Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau in Erfurt weiß Rat.

In den Monaten nach dem Befüllen eines Hochbeetes sackt die Erde zusammen und rutscht nach unten. Was nun? Dieser Vorgang ist ganz natürlich, wie Martin Krumbein berichtet, Experte für Gemüseanbau von der Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau in Erfurt. "Je nach Art des eingefüllten Materials und Zeitpunkt der Befüllung setzt sich im Laufe der Zeit und auch in den Wintermonaten das Substrat im Hochbeet", sagte er. Auch bei älteren Hochbeeten zeigt sich dieser "Schwund". Nach dem Winter müssen sie oft wieder aufgefüllt werden.

Hohlräume im unteren Teil des Beetes

Vor allem wenn Strauch- und Baumschnitt locker mit vielen Hohlräumen unten ins Hochbeete eingefüllt wurde, sackt alles zusammen. Denn: Die darüber liegende Erde rutscht langsam zwischen das grobe Material und füllt die Zwischenräume auf. Das geschieht, wenn Pilze, Bakterien und andere Mikroorganismen das unten liegende Material bei Wärme und Feuchtigkeit zersetzen. Die Verrottung läuft umso schneller ab, wenn Regen das Hochbeet durchfeuchtet und zusammensacken lässt.

"Bei einer Befüllung des Beetes im Herbst geschieht diese Setzung im Winter, wenn das Beet nicht bestellt ist. Die Füllhöhe kann im Frühjahr vor der Pflanzung noch einmal korrigiert werden", sagte Krumbein. Wird das Beet jedoch direkt vor der Saison gebaut, befüllt und bepflanzt, dann setzt sich das Material im Laufe der Pflanz- und Erntesaison.

Ein Kamerateam steht an einem Hochbeet. 1 min
Bildrechte: Jörg Heiß
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Ein Hochbeet ist praktisch. Man muss sich beim Arbeiten nicht den Rücken krumm machen und steigert auch noch die Ernte. So wird ein Hochbeet gebaut.

MDR FERNSEHEN So 13.05.2018 08:30Uhr 01:07 min

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Das Hochbeet mit Kompost und etwas Sand auffüllen

Gerade in den ersten Jahren der Nutzung ist der Bedarf an neuem Substrat relativ hoch, da sich noch größere Mengen der unverrotteten organischen Substanz zersetzen. "Nun will man natürlich nicht in jedem Jahr die Beete ausschachten und komplett neu aufbauen. Deshalb füllt man am besten vor der nächsten Bestellung das Hochbeet bis zur gewünschten Füllmenge mit gut verrottetem Kompost auf." Bei Bedarf kann dem Substrat auch etwas Sand beigemischt werden, um es aufzulockern und etwas abzumagern. Das ist besonders dann zu empfehlen, wenn im Hochbeet Gemüsearten wie Möhren, Pastinaken und Schwarzwurzeln angebaut werden.

Sollte der vorhandene Kompost im Garten nicht ausreichen, kann auch Kompost zugekauft und als oberste Sicht im Hochbeet eingefüllt werden. Der Fachhandel bietet dafür inzwischen auch spezielles Hochbeet-Substrat an. Dabei handelt es sich um eine Mischung aus Muttererde und Kompost. Spezielle Hochbeet-Erde eignet sich für diejenigen Gärtner, die keinen offenen Garten und keinen eigenen Kompost haben. Das kann beispielsweise der Fall sein, wenn ein Hochbeet auf einer Terrasse steht oder hinterm Haus nur ein kleiner Streifen Grün vorhanden ist.

Schubkarre mit Mischung aus Erde und Kompost
Kompost gibt es auch im Fachhandel oder bei Kompostieranlagen zu kaufen. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Auf jeden Fall sollte der Kompost oder das frische Substrat gut in den oberen Bereich des Hochbeetes eingearbeitet werden. Wer zwei oder mehr Hochbeete im Garten hat, kann auch zuerst aus einem dieser Beete die obere Schicht des Substrates zum Auffüllen eines anderen Beetes benutzen. So steht im Frühjahr ein Hochbeet für die ersten Aussaaten und Pflanzungen bereit. Die anderen Beete werden dann in den folgenden Wochen aufgefüllt.

MDR Garten-Redakteur Jörg Heiß, ein Mann mit kariertem Hemd und geflochtenem Hut auf dem Kopf, und der Gemüseanbau-Experte von der Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau in Erfurt, Martin Krumbein, stehen am Rand eines Hochbeetes mit Erde darin und stützen sich auf den hölzernen, mit schwarzer Folie ausgekleideten Rand auf.
Wo ist die Erde hin? Wenn das Substrat im Hochbeet nach unten gesackt ist, hilft nur eins: Auffüllen. Am besten dafür eignet sich reifer Kompost. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 21. April 2019 | 08:30 Uhr