Den Garten gestalten Zähe Schönheiten im Steingarten

Ob Sie sich für Findlinge aus Schiefer, Muschelkalk oder Sandstein entscheiden, bleibt Ihnen überlassen. Hauptsache, die Pflanzen in Ihrem Steingarten finden die richtigen Bedingungen für jahrelanges Gedeihen vor. Worauf Sie achten sollten, erfahren Sie hier.

Mehrere niedrige, polsterartig wachsende Pflanzen in einem abschüssigen Steingarten zwischen Felsbrocken
Ein Steingarten bietet spezialisierten Arten ein Zuhause. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Für die Anlage eines Steingartens eignet sich am besten ein Hang, der nach Süden oder Südwesten ausgerichtet ist. Das abschüssige Gelände verhindert, dass sich Nässe an den empfindlichen Wurzeln der Pflanzen staut. Auch ebenerdig oder mit Hilfe von Aufschüttungen und Trockenmauern können Sie einen Steingarten anlegen, besonders stimmig wirkt er aber an Hängen. Damit das Wasser zügig abfließen kann, ist eine 20 bis 30 Zentimeter tiefe Drainage-Schicht aus Kies oder Schotter im Untergrund sinnvoll.

Volle Sonne, wenig Wasser

Neun Tontöpfe mit Sukkulenten auf einem Stab
Vertikales Gärtnern: Für dieses Gestaltungselement im Steingarten wurden Tontöpfe mit Sukkulenten einfach an einem Metallstab übereinander gesteckt. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Warm und sonnig, eher nährstoffarm und trocken: Das sind die typischen Wuchsbedingungen in einem Steingarten. Wichtig für die meisten Gewächse ist ein durchlässiger, sandiger bis steiniger Boden. Einige Pflanzen mögen eher kalkhaltige Untergründe, andere haben eine starke Abneigung gegen Kalk. Bei der Auswahl der Arten sollten Sie diese Standortansprüche bedenken. Sie müssen sich jedoch nicht auf einzelne Regionen oder Kontinente beschränken: Suchen Sie die Pflanzen aus, die am besten zu Ihrem Steingarten passen. Die meisten Arten stammen ursprünglich aus dem Gebirge und kommen daher mit Frost gut zurecht. Haben sie einmal Fuß gefasst, breiten sich manche Gewächse von alleine aus - zum Teil so gut, dass ein regulierender Eingriff nötig wird.

Robuste Schönheiten Favoriten für den Steingarten

In Gärtnereien und auf Märkten warten hunderte Pflanzen darauf, in Ihrem Steingarten ein neues Zuhause zu finden. Wir stellen Ihnen unsere Favoriten vor - als kleine Entscheidungshilfe, entdeckt im Erfurter Egapark.

Zahlreiche ornagefarbene Blüten vom Sonnenröschen in einem Steingarten
Das Sonnenröschen gibt es in vielen verschiedenen Farben, doch dieses warme Orange wirkt hell und unaufdringlich zugleich. Bei einer Wuchshöhe von zehn bis höchstens 30 Zentimetern eignet es sich gut für den Steingarten. Es mag sonnige, trockene Standorte und blüht von Ende Mai bis in den August. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Zahlreiche ornagefarbene Blüten vom Sonnenröschen in einem Steingarten
Das Sonnenröschen gibt es in vielen verschiedenen Farben, doch dieses warme Orange wirkt hell und unaufdringlich zugleich. Bei einer Wuchshöhe von zehn bis höchstens 30 Zentimetern eignet es sich gut für den Steingarten. Es mag sonnige, trockene Standorte und blüht von Ende Mai bis in den August. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Winzige rosa Blüten des polsterartig wachsenden Thymians in einem Steingarten
Darf nicht fehlen: der Garten-Thymian. Die wohlriechende Staude bleibt niedrig und breitet sich polsterartig im Steingarten aus. Die genügsame Pflanze mag die Sonne.

Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Rot blühende Grasnelken in einem Steingarten
Kugelige Blütenpracht in dunklem Rot - die Grasnelke ist alles andere als eine langweilige Staude. Sie wird etwa 20 Zentimeter hoch, mag gut durchlässige Böden und blüht von Juni bis September. Sonne und Trockenheit können ihr wenig anhaben. Auch im Winter behält sie ihre grünen Blätter, mag aber einen leichten Frostschutz. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Lila blühende Teufelskralle in einem Steingarten
Der Exzentriker unter den Steingarten-Bewohnern ist die Teufelskralle. Lassen Sie sich beim Kauf beraten, welche Art am besten zu Ihrem Garten passt. Empfohlen wird gerne die Teufelskralle Phyteuma scheuchzeri, die aus den Alpen stammt.
Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Ein orange blühendes Mittagsblümchen wächst auf einem mit Kies bedeckten Boden in einem Steingarten
Es mag nicht so aussehen, doch winterharte Mittagsblümchen können Sie auch in Ihrem Steingarten kultivieren. Voraussetzung ist nur, eine wirklich frostverträgliche Art der Gattung Delosperma zu wählen. Der Pflanze kann es kaum trocken genug sein, sie stammt aus Südafrika. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Weiß blühender Lotwurz wächst in einem Steingarten
Vertreter der Gattung Lotwurzen (Onosma) sind ein seltener Anblick in Steingärten. Dabei wirken die tropfenförmigen Blüten dieser Pflanze sehr elegant, ohne viel Pflege zu benötigen. Sie schätzen gut durchlässige, steinige Böden in der vollen Sonne. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Eine Biene sitzt auf einer von zahllosen hellrosa Blüten vom Schleierkraut
Von wegen altmodisch: Schleierkraut gibt es nicht nur in Weiß, sondern auch in zartem Rosa. Die Staude ist unkompliziert und muss in der Regel nicht zusätzlich gegossen werden.
Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Eine blau blühende Felsen-Moltkie wächst in einem Steingarten
Die Felsen-Moltkie bringt Blautöne in den sommerlichen Steingarten. An einem sonnigen und trockenen Standort erfreut sie die Betrachter von Juni bis August mit ihren Blüten.
Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 04. Juni 2017 | 08:30 Uhr

Steine auf die "faule" Seite legen

Einzelne, große Findlinge können im Steingarten als Blickfang eingesetzt werden. Die Steine sollten zueinander passen, eine wilde Mischung aus Farben und Formen entfaltet keine eindrucksvolle Wirkung. Nach der Pflanzung können Sie Schotter aus dem gleichen Material wie die Findlinge auf der Oberfläche verteilen. Gartenexperte Uwe Schachschal rät, die Brocken in einem naturnahen Steingarten auf die "faule" Seite zu legen. "Das heißt, die Steine so zu arrangieren, wie sie nach dem Herabkullern von einem Hang liegen bleiben würden", sagt der Fachmann aus dem Erfurter Egapark. Im dortigen Steingarten haben vier der wichtigsten Thüringer Gesteine Verwendung gefunden: Travertin aus Bad Langensalza, Seeberger Sandstein aus der Nähe von Gotha, Muschelkalk aus Plauen und Schiefer aus dem Thüringer Schiefergebirge. Zwischen und auf den Steinen wachsen Gebirgspflanzen aus mehreren Kontinenten: südafrikanische Mittagsblumen, Küchenschellen, Enziane und Sempervivum aus den europäischen Gebirgen, Sonnenröschen und Grasnelken.

Eine Schneedecke simulieren

Als Gebirgsbewohner sind Steingartenpflanzen an eine dicke Schneedecke in der kalten Jahreszeit gewöhnt. Diese wirkt isolierend und schützt sie vor zu strengem Frost. Um die Schicht in schneearmen Wintern nachzuempfinden, sollten die Pflanzen mit Reisig abgedeckt werden. Auch eine Glasplatte könne auf die Gewächse gelegt werden, sagt Uwe Schachschal.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 16. September 2018 | 08:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 04. Juni 2017, 08:30 Uhr