Himbeere
Sommerhimmbeeren können im Juli geerntet werden. Herbsthimbeeren erntet man später, dafür bis in den Herbst hinein. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Naschobst Spezial: Himbeeren: Pflege, Anbau, gute Sorten

Himbeeren gehören zu den Rosengewächsen. Von Natur aus haben sie Stacheln, inzwischen gibt es bereits viele Sorten, die fast keine mehr haben. Außerdem sind es Sammelsteinfrüchte. Jede Perle ist eigentlich eine kleine Frucht für sich. Wir erklären, wie Sie Sommer- und Herbsthimbeeren am besten im Garten anbauen und welche Ansprüche die Pflanzen haben. Außerdem stellen wir Ihnen verschiedene Sorten vor.

Himbeere
Sommerhimmbeeren können im Juli geerntet werden. Herbsthimbeeren erntet man später, dafür bis in den Herbst hinein. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Sommer und Herbsthimbeeren - Merkmale

Bei den Himbeeren unterscheidet man drei Arten:

  • Die sommertragenden Himbeeren. Die kann man im Juli ernten.
  • Die herbsttragenden Himbeeren. Die sind vom Spätsommer bis in den Herbst hinein reif.
  • Himbeeren mit der sogenannten und wörtlich gemeinten "Kraft für zwei Ernten".

Himbeeren in einem Kübel
Wer keinen Garten hat, kann Himbeeren auch in einem großen Topf auf dem Balkon anbauen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Grundsätzlich gilt: Wer wenig Zeit hat, sich um seine Pflanzen zu kümmern, der sollte sich Herbsthimbeeren besorgen. Herbsthimbeeren haben unschlagbare Vorteile. Die Pflanzen sind viel pflegeleichter als Sommerhimbeeren, die Beeren schmecken gut und werden nicht von Würmern gefressen.

Doch mit dem Aufkommen eines neuen Schädlings, der Kirschessigfliege im Jahr 2011, ist die Sommerhimbeere wieder von großem Interesse. Der Schädling macht die Beeren der Herbsthimbeere  spätestens ab September ungenießbar. Für die Früchte der Sommerhimbeere interessiert er sich nicht. Wer allerdings Himbeeren mag, kann mit einer Mischung aus Sommer- und Herbsthimbeeren fünf Monate lang Früchte ernten.

Unterschiede zwischen Sommer- und Herbsthimbeeren
  Sommerhimbeere Herbsthimbeere
Wuchshöhe 1,50-2,50 Meter 1,20-1,50 Meter
Spalier Wachsen am Spalier Brauchen kein Spalier, ein liegendes Gitter reicht aus
Balkon Nur im Garten geeignet. Eignet sich für Balkon, Terrasse und kleine Gärten.
Tragend Trägt an der zweijährigen Rute. Trägt an der einjährigen Rute.
Pflege Muss gepflegt werden. Alles, was getragen hat, wird zurückgeschnitten. Neue Triebe bleiben stehen.
  • Unkomplizierte Pflege.
  • Pflanze wird bis auf den Boden zurückgeschnitten und treibt dann im Frühjahr neu aus.
Krankheiten Anfällig für Krankheiten.
  • Gesünder
  • Nicht anfällig gegen Rutenkrankheiten, die an der Vorjahresrute auftreten.
  • Sie reifen nach dem Befall des Himbeerkäfers, sind also madenfrei.
  • Anfällig für die Kirschessigfliege
Erntezeit Juli August bis Oktober
Würmer Die Beeren schmeckt auch Würmern gut. Keine Würmer in den Beeren.

Pflanzzeit, Pflege, Pflanzenschnitt, Spalier

Wurzelballen einer Himbeere wird auseinandergezogen
Das Pflanzloch sollte doppelt so groß wie der Wurzelballen sein. Damit die Pflanze gut anwächst, sollten Sie die Wurzel auseinanderziehen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die beste Zeit, Himbeeren zu pflanzen, ist der Frühling, wenn die Fröste vorbei sind. Es gibt aber auch Sorten, die das ganze Jahr über gepflanzt werden können. Das Pflanzloch sollte doppelt so groß sein wie der Wurzelballen. Reißen Sie die Wurzel etwas auseinander, dann wächst die Pflanze besser an. Die Pflanzen können in einem Abstand von 30 bis 40 Zentimetern gesetzt werden. Lassen Sie einen etwa 60 Zentimeter breiten Streifen bewachsen. Was darüber hinausgeht, kann entfernt werden, damit der Zugang zu den Früchten einfach bleibt.

Sommertragende und herbsttragende Himbeer-Sorten sollte man unbedingt getrennt pflanzen, damit es nicht zu Verwechslungen kommt. Die Pflege, vor allem der Rückschnitt, ist unterschiedlich.

Anforderungen an Boden und Standort

Rindenmulch liegt um Himbeere
Rindenmulch schützt die Wurzeln vorm Austrocknen. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Himbeeren sind, was den Boden angeht, nicht anspruchsvoll. Trotzdem haben einzelne Sorten ihre Vorlieben. Deshalb sollten Sie immer mehrere Sorten an einen Standort setzen, denn das erhöht die Chance auf eine gute Ernte. Am liebsten mögen Himbeeren leicht sandige, durchlässige Böden mit einem pH-Wert von 5,5. bis 6,5. Der Standort sollte sonnig bis halbschattig sein. Staunässe muss dringend vermieden werden, sonst faulen die Wurzeln und die Pflanzen gehen ein. Himbeeren sind Flachwurzler. Das heißt: Die Wurzeln sind im oberen Bodenbereich. Sie benötigen unbedingt Luft, deshalb eignen sich verdichtete, tonige Böden nicht. Beschatten Sie den Boden, erreichen Sie einen höheren Ertrag. Decken Sie den Boden unter den Himbeeren am besten mit Stroh und Rindenmulch gemischt mit etwas Kompost ab.

Wie Sie Himbeeren zurückschneiden
  Sommerhimbeere Herbsthimbeere
  Sommerhimbeeren tragen am zweijährigen Trieb. Deshalb müssen die jungen Ruten stehen bleiben. Nur die Ruten, die gefruchtet haben, werden nach der Ernte bodennah abgeschnitten. Herbsthimbeeren tragen am einjährigen Trieb. Für den Schnitt an herbsttragenden Himbeeren braucht der Hobbygärtner keine besondere Fachkenntnis. Vor den ersten Frösten wird der komplette Strauch abgeschnitten. Im Frühjahr kommen dann neue Triebe, die im selben Jahr Früchte tragen.
  Als Faustregel gilt: Im Jahr nach der Pflanzung sollten nicht mehr als 3 Ruten je Pflanze stehen bleiben.  Ab dem 3. Jahr lässt man etwa 7 Ruten stehen. Etwa zehn Ruten pro Meter sollten in der Reihe stehen. Ruten, die länger als 2 Meter sind, sollten erst im ausgehenden Winter etwa 20 cm über dem obersten Gerüstdraht eingekürzt werden.

Etwa alle 60 Zentimeter sollten die Ruten an einem Draht befestigt werden.

Als Erziehungsform eignet sich ein Spalier mit Doppeldrähten oder mit drei Einzeldrähten.




Die herbsttragenden Himbeeren werden nicht so hoch und müssen nicht extra angebunden werden. Ein flach gelegtes Drahtgeflecht in etwa 80 Zentimetern Höhe mit groben Maschen genügt und dient der Stabilisierung der Ruten. Die jungen Triebe der Himbeere wachsen einfach hindurch.

Himbeeren-Vermehrung

Himbeeren vermehren sich über die Wurzel. Stecklinge können nicht gezogen werden.

Himbeeren düngen

Gedüngt werden sollte im Frühjahr - im März oder April. Im Herbst ist das Düngen nicht empfehlenswert. Die Pflanzen wachsen dann, zu lange und junge Triebe könnten erfrieren. Zuviel Düngen führt zu stärkerer Fäulnis. Die Früchte wachsen schnell und werden weich.

Einkaufsliste für ein Himbeergerüst 2 Balken in einer Länge von 2 Metern. (Unsere Balken haben die Maße: 140 x 9 x 9 cm, wer 7 x 7 cm auswählt, kann sie im Baumarkt auf Länge schneiden lassen)
1 kleiner Balken 3 Meter lang (4 x 5 cm) für die Querstreben
2 Bodenhülsen
2 dekorative Abdeckungen für die Balken, damit sie nicht faulen
8 Schrauben und Unterlegscheiben (Wir haben Rundkopfschrauben verwendet)
5 Edelstahlstangen in einer Länge von jeweils 2,70 m (Alternativ gibt es im Baumarkt Gewindestangen, die allerdings nur zwei Meter lang sind)
Unsere fünf Edelstahlstangen mit Gewinde haben wir beim Metallbauer anfertigen lassen. Kostenpunkt mit Muttern und Unterlegscheiben etwa 250 Euro.
Kosten für das Gerüst insgesamt: etwa 300 Euro

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 19. Mai 2019 | 08:30 Uhr