Naschobst Sommer- und Herbsthimbeeren: Pflege, Anbau und empfehlenswerte Sorten

Himbeeren gehören zu den Rosengewächsen. Von Natur aus haben sie Stacheln, inzwischen gibt es aber viele Sorten, die fast keine mehr tragen. Außerdem sind es Sammelsteinfrüchte. Jede "Perle" an der Himbeere ist eigentlich eine kleine Frucht für sich. Wir erklären, wie Sie Sommer- und Herbsthimbeeren am besten im Garten anbauen, und welche Ansprüche die Pflanzen haben. Außerdem stellen wir Ihnen verschiedene Sorten vor.

Himbeere
Sommerhimmbeeren können im Juli geerntet werden. Herbsthimbeeren erntet man später, dafür liefern sie bis in den Herbst hinein schmackhafte Früchte. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Sommer und Herbsthimbeeren unterscheiden - Merkmale

Bei den Himbeeren unterscheidet man drei Gruppen:

  • Die sommertragenden Himbeeren: Sie werden im Juli geerntet.
  • Die herbsttragenden Himbeeren: Ihre Früchte sind vom Spätsommer bis in den Herbst hinein reif.
  • Himbeeren mit der sogenannten und wörtlich gemeinten "Kraft für zwei Ernten".

Grundsätzlich gilt: Wer wenig Zeit hat, sich um seine Pflanzen zu kümmern, der sollte sich Herbsthimbeeren für den Garten besorgen. Herbsthimbeeren haben unschlagbare Vorteile. Die Pflanzen sind viel pflegeleichter als Sommerhimbeeren, die Beeren schmecken gut und werden kaum von Würmern gefressen. Doch mit dem Aufkommen eines neuen Schädlings, der Kirschessigfliege, ist die Sommerhimbeere wieder interessanter für Gärtner geworden. Der Schädling kann die Beeren der Herbsthimbeere spätestens ab September ungenießbar machen. Mit feinmaschigen Netzen lassen sich die Früchte vor Kirschessigfliegen und Wanzen zwar schützen, das Einpacken des unreifen Beerenobstes ist jedoch mit Aufwand verbunden. Für die Früchte der Sommerhimbeere interessiert sich die Fliege jedoch nicht. Wer Himbeeren liebt, kann mit einer Mischung aus Sommer- und Herbsthimbeeren fünf Monate lang süßes Obst ernten. Für den Anbau im Topf gibt es ebenfalls geeignete Himbeersorten.

eine reife und eine grüne Himbeere hängen am Strauch 1 min
Bildrechte: MDR

Wenn die Himbeeren prall und rot sind und sich leicht pflücken lassen, dann sind genau richtig zum Essen. Sind sie matschig und riechen eklig, war die ungeliebte Kirschessigfliege schon zu Gast.

MDR FERNSEHEN So 20.09.2020 08:30Uhr 00:33 min

https://www.mdr.de/mdr-garten/pflegen/video-herbsthimbeeren-kirschessigfliege-100.html

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Video

Himbeeren in einem Kübel
Wer keinen Garten hat, kann Himbeeren auch in einem großen Topf auf dem Balkon anbauen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Unterschiede zwischen Sommer- und Herbsthimbeeren
  Sommerhimbeere Herbsthimbeere
Wuchshöhe 1,50-2,50 Meter 1,20-1,50 Meter
Spalier Wachsen am Spalier Brauchen kein Spalier, ein liegendes Gitter reicht aus
Balkon Nur im Garten geeignet Eignet sich für Balkon, Terrasse und kleine Gärten
Tragend Trägt an der zweijährigen Rute Trägt an der einjährigen Rute
Pflege Muss gepflegt werden. Alles, was getragen hat, wird zurückgeschnitten. Neue Triebe bleiben stehen.
  • Unkomplizierte Pflege.
  • Pflanze wird bis auf den Boden zurückgeschnitten und treibt dann im Frühjahr neu aus.
Krankheiten Anfällig für Krankheiten
  • Robuster
  • Nicht anfällig gegen Rutenkrankheiten, die an der Vorjahresrute auftreten.
  • Sie reifen nach dem Befall des Himbeerkäfers, sind also madenfrei.
  • Anfällig für die Kirschessigfliege
Erntezeit Juli August bis Oktober
Würmer Die Beeren schmecken auch Würmern gut Keine Würmer in den Beeren

Pflanzzeit, Pflege, Pflanzenschnitt und Spaliere für Himbeeren

Die beste Zeit, Himbeeren zu pflanzen, ist der Frühling, wenn die Fröste vorbei sind. Es gibt aber auch Sorten, die das ganze Jahr über gepflanzt werden können. Das Pflanzloch sollte doppelt so groß sein wie der Wurzelballen. Reißen Sie die Wurzel nach dem Austopfen vorsichtig auseinander, dann wächst die Pflanze besser an. Die Pflanzen können in einem Abstand von 30 bis 40 Zentimetern gesetzt werden. Lassen Sie einen etwa 60 Zentimeter breiten Streifen bewachsen. Was darüber hinausgeht, kann entfernt werden, damit der Zugang zu den Früchten einfach bleibt. Sommertragende und herbsttragende Himbeer-Sorten sollte man unbedingt getrennt pflanzen, damit es nicht zu Verwechslungen kommt. Die Pflege, vor allem der Rückschnitt, ist unterschiedlich.

Wurzelballen einer Himbeere wird auseinandergezogen
Das Pflanzloch sollte doppelt so groß wie der Wurzelballen sein. Damit die Pflanze gut anwächst, sollten Sie die Wurzel auseinanderziehen. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Anforderungen an Boden und Standort

Himbeeren sind, was den Boden angeht, nicht anspruchsvoll. Trotzdem haben einzelne Sorten ihre Vorlieben. Deshalb sollten Sie immer mehrere Sorten an einen Standort setzen, denn das erhöht die Chance auf eine gute Ernte. Am liebsten mögen Himbeeren leicht sandige, durchlässige Böden mit einem pH-Wert von 5,5. bis 6,5. Der Standort sollte sonnig bis halbschattig sein. Staunässe muss dringend vermieden werden, sonst faulen die Wurzeln und die Pflanzen gehen ein. Himbeeren sind Flachwurzler. Das heißt: Die Wurzeln verteilen sich im oberen Bodenbereich. Sie benötigen einen luftigen, lockeren Untergrund, deshalb eignen sich verdichtete, tonige Böden nicht gut. Beschatten Sie den Boden, erreichen Sie einen höheren Ertrag. Decken Sie den Boden unter den Himbeeren am besten mit Laub ab. Stroh oder Rindenmulch - gemischt mit etwas Kompost - können Sie auch zum Mulchen verwenden.

Rindenmulch liegt um Himbeere
Rindenmulch schützt die Wurzeln der Himbeerpflanze vor dem Austrocknen. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Rückschnitt: Sommer- und herbsttragende Sorten schneiden

Für den Rückschnitt von Himbeersträuchern müssen Sie zunächst wissen, ob es sich um sommer- oder herbsttragende Sorten handelt. Sommerhimbeeren tragen erst am zweijährigen Trieb. Bei Herbsthimbeeren wachsen die Früchte schon am einjährigen Trieb, das heißt noch im selben Jahr, in dem der Zweig gewachsen ist.

Himbeeren schneiden und hochbinden
  Sommerhimbeere Herbsthimbeere
  Sommerhimbeeren tragen am zweijährigen Trieb. Deshalb müssen die jungen Ruten stehen bleiben. Nur die Ruten, die Früchte getragen haben, werden nach der Ernte bodennah abgeschnitten. Herbsthimbeeren tragen am einjährigen Trieb. Für den Schnitt an herbsttragenden Himbeeren braucht der Hobbygärtner keine besondere Fachkenntnis. Vor den ersten Frösten wird der komplette Strauch abgeschnitten. Im Frühjahr kommen dann neue Triebe, die im selben Jahr Früchte tragen.
  Als Faustregel gilt: Im Jahr nach der Pflanzung sollten nicht mehr als drei Ruten je Pflanze stehen bleiben. Ab dem dritten Jahr lässt man etwa sieben Ruten stehen.



Zur Erziehung eignet sich ein Spalier mit Doppeldrähten oder mit drei Einzeldrähten.



Etwa alle 60 Zentimeter sollten die Ruten an einem Draht befestigt werden.



Ruten, die länger als zwei Meter sind, sollten erst im ausgehenden Winter etwa 20 Zentimeter über dem obersten Gerüstdraht eingekürzt werden.
Die herbsttragenden Himbeeren werden nicht so hoch und müssen nicht extra angebunden werden. Ein flach gelegtes Drahtgeflecht in etwa 80 Zentimetern Höhe mit groben Maschen genügt und dient der Stabilisierung der Ruten. Die jungen Triebe der Himbeere wachsen einfach hindurch.

Himbeeren-Vermehrung

Himbeeren vermehren sich am einfachsten über die Wurzel. Stecklinge können nicht gezogen werden. Eine mögliche Methode ist die Vermehrung über Absenker älterer Himbeersträucher.

Wann werden Himbeeren gedüngt?

Himbeeren werden am besten im Frühjahr gedüngt, das heißt im März oder April. Ein geeigneter Dünger ist abgelagerter Pferdemist. Im Herbst ist die zusätzliche Gabe von Nährstoffen dagegen nicht empfehlenswert. Die Pflanzen wachsen dann stärker, zu lange und junge Triebe könnten in den ersten richtigen Frostnächten erfrieren. Zu viel Dünger führt zu stärkerer Fäulnis. Die Früchte wachsen schnell und werden weich.

Einkaufsliste für ein Himbeergerüst 2 Balken in einer Länge von 2 Metern. (Unsere Balken haben die Maße: 140 x 9 x 9 cm, wer 7 x 7 cm auswählt, kann sie im Baumarkt auf Länge schneiden lassen)
1 kleiner Balken 3 Meter lang (4 x 5 cm) für die Querstreben
2 Bodenhülsen
2 dekorative Abdeckungen für die Balken, damit sie nicht faulen
8 Schrauben und Unterlegscheiben (Wir haben Rundkopfschrauben verwendet)
5 Edelstahlstangen in einer Länge von jeweils 2,70 m (Alternativ gibt es im Baumarkt Gewindestangen, die allerdings nur zwei Meter lang sind)
Unsere fünf Edelstahlstangen mit Gewinde haben wir beim Metallbauer anfertigen lassen. Kostenpunkt mit Muttern und Unterlegscheiben etwa 250 Euro.
Kosten für das Gerüst insgesamt: etwa 300 Euro

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 18. Oktober 2020 | 08:30 Uhr