Gemüsegarten Ertragreiches Gemüse: Neuseeländer Spinat

Tetragonia tetragonioides

Neuseeländer Spinat schmeckt leicht salzig, schießt auch bei viel Sonne nicht und leidet weder unter Schädlingen noch unter Krankheiten. Der Anbau lohnt sich, denn das robuste Blattgemüse kann den ganzen Sommer bis zum Frost beerntet werden. Es wachsen immer neue Triebe nach.

eine Spinatpflanze 3 min
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Neuseeländer Spinat ist ein Favorit von Grit Nietzsche, Kräuterfrau und Buchautorin aus Falkenhain. Robustheit im Anbau, guter Ertrag und die vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten des Blattgemüses überzeugen sie.

MDR Garten So 17.07.2022 08:30Uhr 02:45 min

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Neuseeländer Spinat gelangte im 18. Jahrhundert in die europäischen Gärten. Ursprünglich stammt er von den Küsten Neuseelands und Australiens. Sein Name führt in die Irre, denn mit seinem Namensvetter hat er botanisch nichts am Hut. Während Blattspinat zu den Gänsefußgewächsen (Chenopodiacea) gehört, ist Neuseeländer Spinat ein Gemüse aus der Familie der Mittagsblumen- oder Eiskrautgewächse (Aizoaceae).

Auf einen Blick: Neuseeländer Spinat
Herkunft  
Pflanzenfamilie Mittagsblumen- oder Eiskrautgewächse (Aizoaceae)
Wuchs buschig, stark verzweigt, aufrecht, 50-100 Zentimeter, bildet lange Triebe
Blüte unscheinbar, weiß bis gelblich, in Blattachseln
Standort sonnig, warm
Boden nährstoffreich,feucht
Aussaat Samen vorquellen, bei 20° Celsius in Töpfen ziehen, Aussaat feucht halten, nach Eisheiligen Auspflanzen
Anbau in Mischkultur mit Tomaten, Blumenkohl oder Salat, Abstand mindestens 50 Zentimeter
Winterhart nein, verträgt keinen Frost
Pflege regelmäßig mit Kompost düngen, Triebe regelmäßig ernten, um neue Triebe zu fördern
Lebensdauer Einjährig, da die Pflanze bei Frost eingeht. Sät sich aber immer wieder an der gleichen Stelle aus

So sieht Neuseeländer Spinat aus

Neuseeländer Spinat bildet buschige, krautige Pflanzen mit einer Höhe von etwa 50 Zentimetern, die eher auf dem Boden liegen, als aufrecht stehen. Auf dem Boden bildet Neuseeländer Spinat bis zu einem Meter lange Triebe, die stark verzweigt und voller Blätter sind. Die Blätter sind gestielt, dreieckig, dunkelgrün und dick. An Stiel und Blätter sind kleine, flüssigkeitsgefüllte Bläschen. In den Blattachseln sprießen im August kleine weiße bis gelbliche Blüten, aus denen sich viereckige Früchte entwickeln.

Neuseeländer Spinat
Die neuen Triebe werden geschnitten. So verzweigt sich die Pflanze gut und liefert höhere Erträge. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Aussaat von Neuseeländer Spinat

Der frostempfindliche Neuseeländer Spinat darf - ähnlich wie Tomaten - erst nach den Eisheiligen ins Freie. Für die Ernte ab Juli sollten die Samen aber bereits im Februar oder März in Anzuchterde gesteckt werden. Die Keimung dauert sehr lange. Es hilft, die Samen vor der Aussaat für 24 Stunden in Wasser quellen zu lassen. Neuseeländer Spinat sät sich von selber wieder aus. Allerdings beginnt die Ernte dann erst später im Jahr.

Vier bis sechs Pflanzen decken den Bedarf einer vierköpfigen Familie.

Standort, Pflege und Verwendung

Als Küstenpflanze liebt Neuseeländer Spinat salzhaltigen, feuchten Boden. Doch auch in humusreichem, durchlässigen Gartenboden gedeiht die Pflanze gut. Sie braucht allerdings Sonne und Wärme. Im Gegensatz zu unserem heimischen Spinat schießt sie auch bei starker Sonne nicht. Hauptsache, sie bekommt genügend Wasser. Gern wächst Neuseeländer Spinat in der Nachbarschaft von Tomaten, Blumenkohl und Salat. Unter Tomaten lässt er sich auch gut als Bodendecker einsetzen.

Neuseeländer Spinat ist eine sehr ertragreiche Pflanze. Je mehr geerntet wird, desto stärker verzweigt sie sich. Doch für viel Wachstum sind viele Nährstoffe notwendig. Perfekt sind regelmäßige Gaben von Kompost, der leicht in die Erde eingearbeitet wird.

Neuseeländer Spinat in der Küche verarbeiten

Die Pflanzentriebe werden regelmäßig gestutzt, so dass sie zu neuem Wachstum angeregt werden. Die abgeschnitten Triebe einfach in eine Pfanne werfen und kurz in Öl braten, salzen und essen. Die jungen Blätter sind besonders gut für Salate geeignet. Ältere, dickere Blätter werden wie Spinat gekocht und zubereitet.

Je mehr man erntet, desto mehr wird es. Weil sich die Pflanze umso besser verzweigt.

Grit Nitzsche Kräuterfrau und Buch-Autorin

Neuseeländer Spinat schmeckt ein bisschen intensiver und ist saftiger als unser heimischer Spinat. Er lässt sich in allen Spinat-Rezepten ganz genauso verarbeiten und einsetzen. Besonders gut schmeckt Kartoffelbrei mit Neuseeländer Spinat. Dazu die Triebe kurz blanchieren, hacken oder im Mixer mit der Milch für den Kartoffelbrei vermischen. Dann ganz normal Kartoffelbrei mit der grünen Milch zubereiten.

Auch für grüne Smoothies sowie für Salate sind die Blätter und Triebe sehr gut geeignet.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 17. Juli 2022 | 08:30 Uhr