Nachhaltigkeit Aussaatgefäße recyceln und selbst herstellen

Februar und März sind die beste Zeit für die Aussaat. Dabei muss man Anzuchtgefäße aus Plastik oder Torf gar nicht unbedingt kaufen, denn man kann sie auch problemlos aus anderen Verpackungen recyceln oder selbst herstellen. Das ist nachhaltig und schont außerdem den Geldbeutel.

Diverse Pflanzgefäße aus Papier liegen auf einem Tisch.
Pflanzgefäße für die Aussaat kann man einfach selbst aus gebrauchten Materialien herstellen. Bildrechte: MDR/Dörthe Gromes

Plastikverpackungen als Pflanzgefäße recyceln

Generell gilt: Aus vielen Utensilien, die normalerweise im Abfall landen, kann man kleine Pflanzgefäße herstellen. Zum Beispiel eignen sich die Plastikschalen, in denen Tomaten oder Weintrauben angeboten werden, wunderbar für die Aussaat. Mit Deckel erfüllen sie sogar die Funktion eines kleinen Gewächshauses. Nur für kleine Luftlöcher muss noch gesorgt werden. Auch Becher aller Art können als Aussaatschale verwendet werden. Mit Folie überspannt oder mit einem durchsichtigen Plastikbecher geschützt, gedeihen die Samen bei bestem Klima.

Anzuchtgefäße aus Eierschachteln, Klopapierrollen und Zeitungen

Aus einer Klopapier-Papprolle wächst eine kleine Tomatenpflanze heraus.
Das Tomatenpflänzchen gedeiht auch in der Klopapierrolle gut. Bildrechte: MDR/Dörthe Gromes

Eierschachteln lassen sich sehr gut zu Aussaatgefäßen umfunktionieren, vor allem bei Pflänzchen, die nicht sehr tief wurzeln - Kresse beispielsweise. Andere wie Möhren, Tomaten oder Kürbis lassen sich gut in Papprollen von Toilettenpapier aussäen. Die Rollen werden an einer Seite vier Mal kurz eingeschnitten und so ein Boden geformt. Am besten tunkt man den Boden anschließend in Wasser und lässt die Rolle einen Tag trocknen, dann wird er fest. Nun kann die Rolle mit Aussaaterde und Samen befüllt werden. Ist die Pflanze groß genug, kann sie mitsamt der Pappe in die Erde gesetzt werden. Die Wurzeln wachsen bei dieser Methode schön gerade und man spart sich außerdem das zeitaufwendige Pikieren. Die Pappe verrottet mit der Zeit im Boden. 

Aussaatgefäße-aus-Zeitungspapier
Aussaatgefäße aus Zeitungspapier rollen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Auch die Aussaat in Behältern aus Zeitungspapier ist praktisch, da diese ebenfalls mit ins Beet gesetzt werden können. Es gibt im Handel richtige Formen aus Holz, mit denen solche runden Papiertöpfe geformt werden können. Aber auch eine runde Teebüchse tut hier gute Dienste. Die Dose wird in Zeitungspapier eingerollt und das Papier am Boden fest angedrückt. Mit Hilfe des Deckels kann der Papierboden noch einmal nachgeformt werden.

Diana Fritzsche-Grimmig im Gespräch mit Brigitte Goss 1 min
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Selbstgemachter Aussaattopf aus Papier wird beschriftet 1 min
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Kleine Töpfchen für die Aussaat von Kräutern und anderen Pflanzen lassen sich einfach aus Papier falten. Das spart Geld und macht die Anzucht platzsparend möglich. Balkongärtnerin Lilli zeigt, wie sie die Gefäße macht.

MDR FERNSEHEN So 31.05.2020 08:30Uhr 01:26 min

https://www.mdr.de/mdr-garten/pflegen/aussaat/anzucht-toepfe-gefaesse-papier-selber-machen-kraeuter-100.html

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Paperpotts selbst falten

Viele Gärtner greifen auch auf sogenannte Paperpotts zurück, eine Erfindung aus England. Paperpotts sind rechteckige kleine Töpfe aus Zeitungspapier, die gefaltet werden. Je nach Größe des Ausgangspapiers erhält man unterschiedlich große Töpfe.

Paperpotts sind aus einer Zeitung gefaltete Pflanztöpfe.
Wenn man sich die Technik einmal angeeignet hat, kann man sehr einfach einen Paperpott falten. Bildrechte: MDR/Dörthe Gromes

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 07. März 2021 | 08:30 Uhr