Warum sich das Kompostieren lohnt Lauberde gewinnen: Einen eigenen Kompost für Blätter ansetzen

Wohin mit dem Laub, wenn die Bäume ihre Blätter im Spätherbst in Massen abwerfen? Eine Möglichkeit ist das Ansetzen eines Laubkomposts. Die Erde, die dabei entsteht, ist feinkrümelig und eignet sich zum Beispiel für die Pflanzenvermehrung. MDR Gartenexpertin Brigitte Goss erklärt, wie Sie Lauberde selber machen können.

Eine Frau greift mit Gartenhandschuhen in einen blauen Plastiksack mit Herbstlaub darin
Wo sehr viel Herbstlaub anfällt, lohnt sich das Anlegen eines Komposts nur für Blätter. Daraus entsteht Lauberde, die schön feinkrümelig ist. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Lauberde: Vor- und Nachteile des Blätter-Komposts

Lauberde gilt als wahres "Gärtnergold": Sie ist besonders feinkrümelig und nahezu frei von Samen und Wurzelresten unerwünschter Wildkräuter. Sie eignet sich daher für die Vermehrung von Pflanzen oder kann zum Mischen eigener Anzuchterde benutzt werden. Und noch ein Vorteil: Wenn im Herbst sehr viele Blätter im Garten herumwirbeln, ist ein Vermischen mit anderen Abfällen auf dem Komposthaufen kaum noch möglich. Die Herstellung von Lauberde ist dann eine sinnvolle Möglichkeit, die Blätter zu verwenden.

Engmaschiges, zu einem Zylinder geformtes Drahtgeflecht wird mit einem Stück Draht an einem in der Erde steckenden Bambusstab befestigt
Gartenfachberaterin Brigitte Goss befestigt das Drahtgeflecht für den Laubkompost an einem in die Erde gebohrten Bambusstab. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Der Nachteil ist, dass es ein bis zwei Jahre dauert, bis das Falllaub ausreichend kompostiert und die Erde fertig ist. Wer so viel Geduld hat, kann im November einen speziellen Laubkompost ansetzen. Wie das geht, erklärt die Gartenfachberaterin Brigitte Goss im MDR Garten.

Ein Kompost nur mit Herbstlaub kann zum Beispiel in einem selbst gebauten Auffangbehälter aus Kaninchen- oder Volierendraht angelegt werden. Brigitte Goss steckt dafür zwei kräftige Bambusstäbe als Stützen in den Boden und befestigt daran das gebogene Drahtgeflecht, so dass ein unten und oben offener Zylinder entsteht. Das Behältnis hat einen Durchmesser von rund einem Meter. Es muss direkt auf dem Gartenboden stehen, nicht etwa auf einer gepflasterten Fläche.

Zutaten für Lauberde:

  • Herbstlaub, idealerweise zerkleinert
  • Reifer Kompost
  • Mist- oder Kompostwürmer, wenn vorhanden
  • Algenkalk, damit der pH-Wert nicht zu niedrig und der Kompost nicht zu sauer wird
  • Rasenschnitt, um dem Kompost Stickstoff zuzuführen

Wer keinen Rasenschnitt hat, kann auch folgende stickstoffhaltige Materialien verwenden:

  • Hornmehl, -späne oder -gries
  • Kuh- oder Pferdemist
  • Brennnessel-Jauche

Eimer aus Kunststoff mit Kompost, Laub, Erde und weiteren Zutaten für selbstgemacht Lauberde
Die Zutaten für Brigittes Lauberde, von links: Hornspäne, Algenkalk, reifer Kompost (oben in der Mitte), Mistwürmer (unten in der Mitte) und zerkleinertes Herbstlaub. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Wer sich unsicher ist, ob durch die Blätter Krankheiten übertragen werden könnten, der sollte nur gesundes  Laub verwenden. MDR Gartenexpertin Brigitte Goss kompostiert jegliches Laub, da aus ihrer Erfahrung bei der Zersetzung auch Pilze unschädlich gemacht werden. Das gilt jedoch nicht, wenn krankes Laub liegen bleibt - zum Beispiel bei Sternrußtaupilzen an Rosen. Liegen betroffene Blätter auf dem Boden, können Pilze darin überleben und die neuen Triebe der Rosen anstecken. Ein gut verrotteter Kompost dagegen wurde schon mehrmals von verschiedenen Lebewesen verdaut - Regenwürmern zum Beispiel.

Laubkompost aufsetzen

Für den Laubkompost füllt Brigitte als unterste Schicht Blätter ein, die verhältnismäßig schnell zersetzt werden. Das gilt zum Beispiel für das Laub von Apfel- und Kirschbäumen. Blätter von Buchen, Eichen, Platanen, Kastanien oder Nussbäumen verrottet dagegen nur langsam. Brigittes Tipp: einfach mit dem Rasenmäher über das Laub fahren, so dass es in kleinere Stücke gehäckselt wird.

Laub in einem runden Drahtgeflecht
Für den Laubkompost hat Gartenexpertin Brigitte Goss ein Behältnis aus engmaschigem Draht aufgestellt. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Nach der ersten Schicht wird eine dünne Lage reifen Komposts auf die Blätter geschüttet. Er wirkt als Starthilfe, weil er bereits die hilfreichen Bodenlebewesen enthält, die die Verrottung ankurbeln. Brigitte gibt außerdem einige Kompostwürmer dazu. Die Tierchen hält sie in einer Wurmkiste in ihrem Garten. Darüber kommt wieder eine Schicht Herbstlaub. Für ein ausgewogenes Verhältnis an Nährstoffen wird der Laubkompost noch mit Rasenschnitt, Hornspänen oder Mist angereichert. Damit die Lauberde nicht zu sauer wird, gibt Brigitte Algenkalk dazu.

Eine Hand mit Gartenhandschuh hält Kompost mit Wümern darin
Mist- oder Kompostwürmer helfen beim Zersetzen der Blätter. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Mit dieser Mischung erreicht die Gartenexpertin, dass die winzigen Lebewesen im Boden die Blätter gut umsetzen können und die entstehende Erde einen ausgewogenen Nährstoffgehalt sowie neutralen pH-Wert hat. Wer auf Kalk verzichtet, gewinnt Kompost mit recht niedrigem pH-Wert. Er eignet sich dann für Pflanzen, die saure Böden mögen, Rhododendron zum Beispiel.

Ist das Laub im Kompost nicht sowieso schon feucht, sollte es anschließend mit der Gießkanne gewässert werden. Auch in den folgenden Monaten ist es ratsam, den Kompost nicht austrocknen zu lassen. Durch regelmäßiges Gießen wird die Verrottung gefördert. Ganz wichtig ist auch, dass das Laub Kontakt zum Boden hat. Im Frühling kann der Laubkompost dann umgesetzt werden.

zusammengesacktes laub in einem Draht-Zylinder
Ein Jahr später: Die Blätter sind auf ein Drittel zusammengesackt. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Der Kressetest: Ist die Lauberde reif?

Hände von Gärtnern greifen in Gefäße und zeigen verschiedene Lauberden
So sieht die Lauberde aus, die im letzten November angesetzt wurde. Ging schneller als gedacht. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Wer wissen möchte, ob die Lauberde schon reif ist, kann einen Kressetest machen: Dazu wird eine kleine Menge von dem Kompost in eine flache Schale gefüllt. Darauf werden gleichmäßig einige Kressesamen verteilt und leicht angedrückt. Das Gefäß mit der befeuchteten Erde und dem Saatgut wird an einen hellen Platz bei Temperaturen zwischen 15 und 18 Grad gestellt. Keimt nach ein paar Tagen der größte Teil der Samen, ist der Laubkompost bereits recht verträglich. Bleiben die Blättchen der Kresse in den folgenden Tagen grün und werden nicht gelb oder braun, gilt die Erde als reif und kann verwendet werden

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 06. Oktober 2019 | 08:30 Uhr

Laub harken, pflegen und schützen Garten-Arbeiten im November

Laub sammeln, Unkraut jäten, Rosen anhäufeln: Im Garten gibt es auch im Spätherbst immer etwas zu tun. Welche Arbeiten im November anfallen, erfahren Sie in unserer Bildergalerie.

Eine Blumenzwiebel liegt auf einer Handfläce neben einem Pflanzmesser aus Edelstahl mit Zentimter-Skalierung
Letzte Chance für Frühblüher! Anfang November ist der Boden oft noch warm genug, um Blumenzwiebeln einzupflanzen. Wenn kein Frost herrscht und die Erde nicht knochentrocken ist, können die Zwiebeln eingesetzt werden. Faustregel: Pflanzen Sie Blumenzwiebeln jeweils doppelt bis dreimal so tief ein, wie sie hoch sind. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Eine Blumenzwiebel liegt auf einer Handfläce neben einem Pflanzmesser aus Edelstahl mit Zentimter-Skalierung
Letzte Chance für Frühblüher! Anfang November ist der Boden oft noch warm genug, um Blumenzwiebeln einzupflanzen. Wenn kein Frost herrscht und die Erde nicht knochentrocken ist, können die Zwiebeln eingesetzt werden. Faustregel: Pflanzen Sie Blumenzwiebeln jeweils doppelt bis dreimal so tief ein, wie sie hoch sind. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Auf einer Wiese liegen viele abgefallene Blätter.
Blätter müssen jetzt regelmäßig vom Rasen geharkt werden, damit der grüne Teppich keinen Schaden nimmt. Doch Laub ist nicht gleich Laub: 'Gutes', gesundes Herbstlaub kann auf den Kompost und ergibt später feine Erde. Fahren Sie für die Kompostierung ruhig mit dem Rasenmäher über das Laub und geben Sie diese Mischung aus Mahd und Blättern in den Kompost. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Verschiedene grüne Blätter mit braunen Flecken auf einem weißen Holzhintergrund.
Allerdings gibt es auch 'schlechtes' Laub. Sind beispielsweise Rosen von Sternrußtau befallen, sollten die Blätter unbedingt weggesammelt und in der Mülltonne entsorgt werden. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Blätter mit kleinen schwarzen Punkten auf einem weißen Hintergrund.
Auch bei der Sprühfleckenkrankheit sollte der Gärtner Vorsicht walten lassen. Sammeln Sie befallenes Laub weg, sonst breitet sich die Krankheit im kommenden Frühjahr erneut aus. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Rote Blätter mit einer seltsamen Erhebung.
Birnengitterrost gilt hingegen weitgehend als ungefährlich und nicht "ansteckend". Die Pilzerkrankung wird nämlich ausschließlich über den Zierwacholder übertragen. Im Frühjahr platzt die Rinde befallener Zierwacholder-Pflanzen auf, der Pilz verbreitet sich über die Luft weiter. Birnenlaub, das mit diesem Gitterrost befallen ist, zeigt im Herbst an der Unterseite warzenähnliche Gebilde mit Sporenlagern. Die Blätter können Hobbygärtner trotz dieses Pilzbefalls auf dem Kompost abladen. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Aus der Erde wachsen grüne Halme.
Haben Sie im November außerdem ein Auge auf unerwünschte Wildkräuter. Gehen sie ruhig noch einmal auf Unkrautjagd. Denn in milden Wintern breitet es sich sonst weiter aus - und mit ihm unter Umständen auch Schädlinge. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Grüne Blätter mit vielen Löchern sowie eine blaue Blüte.
Lockern Sie auch ruhig noch einmal die Erde mit der Harke auf. Das bringt Schnecken in ihren Behausungen durcheinander. Löchrige Blätter zeigen an, dass sich die Schnecken im Beet wohlfühlen. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Eine Rose wächst aus der Erde. Drumherum ist viel Erde gemischt mit Hühnermist angehäufelt.
Außerdem ist im November ein guter Zeitpunkt, um frisch gepflanzte Rosen mit Erde anzuhäufeln. Alte Rosen brauchen das nicht mehr. Sie können die Erde dabei auch mit Hühnermist anreichern. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
Zwischen verschiedenen Pflanzen wächst eine Rose aus der Erde. Um sie herum ist Erde gemischt mit Pferdemist angehäufelt.
Aber auch mit Pferdemist gemischte Erde eignet sich zum Anhäufeln. Der eigentlichen Lehrmeinung zufolge reicht aber tatsächlich herkömmliche Erde aus. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
In einem Beet bedecken Zweige eines Nadelbaums Pflanzen
Wenn Sie Ihren Rosen etwas Gutes tun wollen, können Sie sie außerdem später im Winter mit Reisig abdecken und so vor Wind und Wintersonne schützen. Das hat allerdings noch Zeit bis um Weihnachten. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 15. November 2020 | 08:30 Uhr