Klee mit dunkelgrünen Blättern und behaarten Kapselfrüchten
Hornfrüchtiger Sauerklee kann sich zu einem Albtraum im Garten entwickeln. Mit einer dunklen, wasserdurchlässigen Abdeckung und Geduld können Sie ihn loswerden. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss

Unkraut bekämpfen So werden Sie Moos, Klee und Löwenzahn im Rasen los

Im Rasen sind Moos und Wildkräuter wie Löwenzahn oder Klee meist ungebetene Gäste. Was gegen die hartnäckigen Pflanzen im Garten hilft, lesen Sie hier.

Klee mit dunkelgrünen Blättern und behaarten Kapselfrüchten
Hornfrüchtiger Sauerklee kann sich zu einem Albtraum im Garten entwickeln. Mit einer dunklen, wasserdurchlässigen Abdeckung und Geduld können Sie ihn loswerden. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss

Die drei wichtigsten Voraussetzungen für einen sattgrünen, dichten Rasenteppich im Garten sind ausreichend Wasser sowie regelmäßiges Düngen und Mähen. Trotzdem machen sich manchmal unerwünschte Kräuter breit: Löwenzahn, Klee und Moos zählen zum besonders gefürchteten Wildwuchs im gepflegten Grün. Gänseblümchen, Vogelmiere und Hirse sind in vielen Gärten ebenfalls nicht gerne gesehen. 

Blühender Löwenzahn
Löwenzahn hat tief in die Erde reichende Pfahlwurzeln, die mit der Pflanze ausgestochen werden sollten. Bildrechte: Colourbox.de

Am besten gehen Sie so früh wie möglich, das heißt je nach Auftreten schon Anfang März, gegen die so genannten Unkräuter vor. Stechen Sie Löwenzahn (Taraxacum officinale) mit der gesamten Pfahlwurzel aus, noch bevor er blühen und sich über Samen verbreiten kann. "Dazu eignet sich ein scharfes Messer oder auch ein Distelstecher, den es im Bau- oder Gartenfachmarkt zu kaufen gibt", sagt der Rasenspezialist Dr. Michael Schlosser. Auch gegen Breitwegerich (Plantago major) hilft Jäten am besten.

Ab einer Bodentemperatur von acht Grad wachsen die Gräser und sollten daher durch regelmäßiges Mähen kurz gehalten werden - etwa drei bis sechs Zentimeter werden empfohlen. So machen Sie es Samenunkräutern wie Vogelmiere (Stellaria media) oder Persischem Ehrenpreis (Veronica persica) schwerer, sich auszubreiten. Auch der Vertikutierer ist ein praktischer Helfer und sollte mindestens einmal im Jahr zum Einsatz kommen, um Rasen weitgehend frei von Unkraut zu halten.

Allgemeine Tipps: Unkraut bekämpfen

  • Ungebetene Pflanzen im Garten so früh im Jahr wie möglich entfernen und regelmäßig jäten
  • Wurzelunkräuter mit der gesamten Wurzel aus dem Boden entfernen: Löwenzahn, Ackerkratzdistel (Cirsium arvense), Huflattich (Tussilago farfara) und Ackerschachtelhalm (Equisetum arvense) haben Pfahlwurzeln
  • Bei Ackerwinde (Convolvulus arvensis), Zaunwinde (Calystegia sepium) und Quecke (Elymus repens) die Ausläufer im Boden möglichst restlos entfernen, sonst treiben die Kräuter bald wieder aus
  • Den Rasen im späten Frühling und eventuell auch im frühen Herbst vertikutieren
  • Regelmäßig Mähen, um Samenunkräuter in Schach zu halten
  • Regelmäßig Düngen - bis zu drei- bis viermal in der Saison
  • Lücken durch Nachsaat lieber im Herbst schließen, damit der Rasen im Frühjahr einen Vorsprung hat

Einzelne Wildkräuter und Moos können sehr hartnäckig sein. Sie brauchen daher einen langen Atem, wenn Sie dagegen vorgehen möchten. Auch Ursachenforschung ist angebracht: Fehlen dem Boden Nährstoffe? Ist er zu stark verdichtet oder staut sich die Nässe?

Löwenzahn (Taraxacum officinale)

Junge Blätter einer Löwenzahn-Pflanzen wachsen aus der Erde an einem Beet.
Löwenzahn zählt zu den ersten Wildkräutern, die im Frühling austreiben. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

  • mehrjährige, rosettenförmige Pflanze mit tiefer Pfahlwurzel
  • Bekämpfung: Ausstechen mit scharfem Messer oder Unkraut- beziehungsweise Distelstecher
  • noch vor der Samenbildung entfernen, um Verbreitung zu verhindern
  • regelmäßig und gründlich Jäten
  • Herbizide nur im absoluten Notfall und nach vorheriger Beratung im Fachhandel einsetzen
  • ziehen Sie bienenfreundliche, biologisch abbaubare Mittel vor und achten Sie auf die Hinweise zum Spritzen auf der Packung

Weißklee (Trifolium repens)

  • Weißklee gedeiht auf magerem, eher kalkhaltigen Böden
  • Vorkommen deutet auf Nährstoffmangel hin, meistens fehlt Stickstoff
  • Bekämpfung: den Rasen düngen
  • im Frühling vertikutieren, um einer Verdichtung des Bodens entgegenzuwirken
  • Herbizide helfen im Notfall - unbedingt entsprechenden Rat dazu im Fachhandel einholen

Moos (verschiedene Arten)

Moos wird am effektivsten bekämpft, indem Sie die Ursache für das Auftreten beseitigen. Verschiedene Gründe für Moos im Rasen sind möglich:

  • zu viel Schatten oder nicht für schattige Lagen geeignete Gräser im Rasen
  • Nährstoffmangel
  • verdichteter Boden
  • Staunässe, das heißt fehlende Möglichkeit für Wasser, im Boden zu versickern
  • zu saurer oder zu basischer Boden, das heißt ein zu niedriger oder zu hoher pH-Wert
  • zu unregelmäßiges Mähen
  • Bekämpfung: Ursache herausfinden und beseitigen

Das hilft gegen Moos:

Ein Stückchen eher trockenen Rasens mit Wurzeln und Erde liegt auf einem Holztisch
Moos zwischen den Rasengräsern kann verschiedene Ursachen haben. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

  • Moos mechanisch mit dem Vertikutierer aus dem Rasen entfernen
  • ausreichend und richtig düngen, bei Unsicherheit eine Bodenprobe analysieren lassen und Düngeempfehlung einholen
  • Rasen nachsäen oder im Ernstfall neu anlegen
  • bei kleinen Moosvorkommen (unter zehn Prozent der Fläche): Algendünger beziehungsweise eisenhaltigen Moosvernichter einsetzen, nach dem Absterben des Mooses dann die schwarz gewordenen Überrechte mechanisch entfernen
  • Vorsicht: Moosvernichter haben eine keimhemmende Wirkung, die auch Grassamen nach der Aussaat trifft

Hornfrüchtiger Sauerklee oder Horn-Sauerklee (Oxalis corniculata)

  • kleine, gelbe Blüten und dunkelgrüne Blätter
  • Samen- und Wurzelunkraut zugleich
  • wächst gerne auf eher saurem Boden
  • Bekämpfung: Hauptpflanzen mit dem Unkrautstecher entfernen
  • Boden mit Algenkalk versorgen, damit der pH-Wert des Bodens steigt
  • Sauerklee über den Sommer mit wasserdurchlässigem, dunklem Vlies oder wasserdurchlässiger, schwarzer Folie abdecken
  • Pflanze wächst sich darunter "zu Tode", sofern es feucht und dunkel genug ist
  • nach einem Jahr die Abdeckung entfernen und neuen Rasen einsäen

Hirse (verschiedene Arten)

  • erinnert an Gras, wächst aber sternförmig mit niederliegenden, flach wachsenden Halmen
  • stirbt bei Frost ab
  • bildet sehr viele Samen, die im späten Frühjahr zu keimen beginnen
  • Bekämpfung: Vertikutieren Sie den Rasen flach, so dass die Halme der Hirse durch en Vertikutierer angehoben werden und dann vom tief eingestellten Rasenmäher erfasst werden können
  • Vertikutieren Sie auch im Hochsommer
  • Grasnarbe in der Zeit von Mai bis August möglichst dicht halten - durch düngen, bewässern und mähen

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 30. September 2018 | 08:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 30. September 2018, 08:30 Uhr