Reaktionen zur Bundestagswahl 2021 Parteien in Thüringen: Zu wenige Ostthemen im Wahlkampf

Nach der Bundestagswahl fordert Thüringens CDU-Chef Mario Voigt eine schonungslose Aufarbeitung. Ministerpräsident Bodo Ramelow spricht vom Scheitern der Linken. SPD-Chef Georg Maier freut sich über das historische Ergebnis. Die Reaktionen.

Eine Frau geht an großen Plakaten zur Bundestagswahl mit den Spitzenkandidaten Olaf Scholz und Armin Laschet vorbei.
Historisch ist das Ergebnis der Bundestagswahl 2021 sowohl für die CDU als auch die SPD und die Linken. Die einen kämpfen mit enormen Verlusten, die anderen freuen sich über mehr Wählerstimmen (Symbolfoto). Bildrechte: picture alliance/dpa | Arne Dedert

Nach dem historisch schlechten Ergebnis der CDU in Thüringen fordert Fraktionschef Mario Voigt eine schonungslose Aufarbeitung. Die CDU habe große Fehler gemacht. Das müsse zunächst einmal anerkannt werden, um Vertrauen der Wähler zurückzugewinnen. Voigt moniert, dass vor allem Ost-Themen im Wahlkampf keine Rolle gespielt hätten.

Die Menschen gerade im ländlichen Raum wollten sich mit "Berlin-Mitte-Themen" nichts an ihrem Lebensstil aufdrücken lassen. Die CDU muss Voigt zufolge nun für sich klären, wie sie in den neuen Ländern inhaltlich unterwegs sein will.

Die AfD hat die Linke als Protestpartei im Osten abgelöst, aber wir brauchen ein positives Zukunftsbild von diesem Land - und dafür müssen wir als Union stehen.

Mario Voigt, CDU-Fraktionschef Thüringen
Menschen jubeln 7 min
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MDR THÜRINGEN JOURNAL Mo 27.09.2021 19:00Uhr 06:43 min

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Ramelow: Keine Antwort aus Berlin auf Sorgen der Menschen

Ähnlich äußerte sich Ministerpräsident Bodo Ramelow von der Linken. Die gesamtdeutsche Politik habe auf die Sorgen der Menschen in den Neuen Ländern in den vergangenen Jahren keine Antwort mehr gegeben. Das Scheitern seiner Partei auch in Thüringen begründet Ramelow damit, dass man den Wechsel hin zu einer gesamtdeutschen Partei nicht geschafft habe.

Dass die Linke in Thüringen bei den Landtagswahlen so gut steht, hängt laut Ramelow auch mit seiner Bekanntheit zusammen. Wo abstrakte Wahlen wie die Bundestagswahl anstünden, führe es auch Thüringen nur dazu, dass der gewählt werde, der am Lautesten ist.

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Bodo Ramelow (Die Linke), Ministerpräsident von Thüringen, sitzt im Plenarsaal des Thüringer Landtags. 6 min
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MDR AKTUELL Mo 27.09.2021 08:48Uhr 06:08 min

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Maier: Wähler wollen Olaf Scholz als Kanzler

AfD-Landessprecher Stefan Möller sagte, die westdeutschen Landesverbände seiner Partei könnten von der Ost-AfD lernen. Nach Auszählung aller Wahlbezirke erreichte sie 24 Prozent der Zweitstimmen. Vier der acht Wahlkreise gehen an AfD-Politiker. Thüringens SPD-Landeschef Georg Maier sprach dagegen von einem historischen Ergebnis für seine Partei. Die Wähler wollten Olaf Scholz als nächsten Bundeskanzler, so Maier. Drei Wahlkreise konnte die SPD gewinnen. So konnte sich Frank Ullrich in Südthüringen gegen Hans-Georg Maaßen durchsetzen.

Grüne: Große Herausforderungen nach der Wahl

Thomas Kemmerich von der FDP zeigte sich erfreut über das bundesweit zweistellige Ergebnis seiner Partei. Die Liberalen seien bereit, für ein ausgewogenes Verhältnis zwischen den Freiheitsrechten des Einzelnen und den legitimen Ansprüchen des Staates zu sorgen. Grünen-Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt sieht nach der Wahl große Herausforderungen wie Klimaschutz und Gerechtigkeit. Ihre Partei steigerte ihr Ergebnis in Thüringen um 2,5 Punkte und erreichte 6,6 Prozent.

Quelle: MDR THÜRINGEN/jml

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | THÜRINGEN JOURNAL | 27. September 2021 | 19:00 Uhr

3 Kommentare

Jenenser61 vor 2 Wochen

Die mehr als 30 Jahre nach der Wende spielen doch überhaupt nicht die Rolle,ob ich AFD wählen oder nicht.Ich wähle die Partei aus Überzeugung,weil ich wie alle Wähler gegen die Klimapolitik,Energiewende und diese ungesteuerte fremde Zuwanderung bin. Und nun kamen eben auch noch diese Coronamaßnahmen mit der indirekten Impfpflicht dazu .

MAENNLEiN-VON-DiESER-WELT vor 2 Wochen

…und welches wären die „typischen“ Ost-Themen über 30 Jahre nach-
dem ein Gebiet und seine Bürgerinnen und Bürger den Beitritt zum Wirkungsbereich des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland erklärt und „mit den Füßen abgestimmt“ und dem bisherigen zweiten Staat auf deutschem Boden davongelaufen ist ?

…und wer sollte diese „Ost-Probleme“ klären, wenn nicht jene, die sie (künstlich) zum Problemfall und zum Armenhaus Gesamtdeutschlands gemacht haben, wenn nicht ebene jene Ost-Menschen selbst ?!

REXt vor 2 Wochen

Zu wenig Ostthemen? Na da kommen jetzt die Richtigen an die Macht!

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