Beschäftigte von Volkswagen demonstrieren bei den Tarifverhandlungen von Volkswagen und IG Metall vor der Volkswagen Arena in Wolfsburg.
Dritte VW-Tarifrunde ohne Ergebnis beendet. Bildrechte: picture alliance/dpa | Alicia Windzio

Verhandlungsrunde ohne Ergebnis Tarifstreit bei Volkswagen: IG Metall plant Warnstreiks ab Dezember

21. November 2024, 19:04 Uhr

Im Tarifkonflikt beim kriselnden Autobauer Volkswagen zeichnet sich auch nach drei Verhandlungsrunden keine Lösung ab. Die IG Metall bereitet sich nun auf Warnstreiks ab Dezember vor. Diese sollen direkt nach dem Ende der Friedenspflicht beginnen.

Im Tarifkonflikt bei Volkswagen drohen unmittelbar nach dem Ende der Friedenspflicht am 1. Dezember neue Arbeitskämpfe. "Wir werden der Tarifkommission empfehlen, zu Warnstreiks aufzurufen", sagte der IG Metall-Verhandlungsführer Thorsten Gröger nach Ende der dritten Verhandlungsrunde am Donnerstag in Wolfsburg.

IG Metall: Werksschließungen nicht vom Tisch

Die Vorbereitung von Warnstreiks sei "notwendig im laufenden Verhandlungsprozess", so Gröger. "Wenn nötig, dann wird es ein Arbeitskampf werden, den die Bundesrepublik so seit Jahrzehnten nicht erlebt hat." Damit solle der Druck auf VW erhöht werden.

Das Unternehmen habe sich zwar bereit erklärt, auf Basis des jüngst von der IG Metall vorgelegten Zukunftskonzepts zu verhandeln. Es sei aber deutlich geworden, dass Massenentlassungen und Standortschließungen noch immer nicht vom Tisch seien. Auch die Zukunft der VW-Werke in Zwickau, Chemnitz und Dresden ist damit weiter unsicher.

Arbeitnehmer bieten Gehaltsverzicht an

Die Arbeitnehmervertreter bei VW hatten bei den Tarifgesprächen einen Gehaltsverzicht von Belegschaft und Vorstand vorgeschlagen und im Gegenzug Garantien für Beschäftigung und Standorte gefordert. Der Idee zufolge soll eine Entgelterhöhung ausgehandelt werden, die jedoch zunächst nicht ausgezahlt werden soll, sondern gegebenenfalls in eine Absenkung der Arbeitszeit umgewandelt werden könnte.

VW erklärte anschließend: "Wir sehen es als ein Signal, dass sich die Arbeitnehmerseite offen für die Reduzierung von Arbeitskosten und Kapazität gezeigt hat." Der Vorschlag müsse jedoch "daran gemessen werden, ob er sowohl eine nachhaltige finanzielle Entlastung für das Unternehmen schafft als auch klare Perspektiven für die Belegschaft bietet".

Fortsetzung der Verhandlungen im Dezember

Begleitet wurde die dritte Verhandlungsrunde in Wolfsburg von Protesten mehrerer tausend Beschäftigter in der Stadt. Nach Angaben der Gewerkschaft sollen die Tarifgespräche am 9. Dezember fortgesetzt werden.

AFP, dpa (smk)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL – Das Nachrichtenradio | 21. November 2024 | 17:00 Uhr

20 Kommentare

Anita L. vor 18 Wochen

Britta, Sie beschweren sich oben über das Verbrenner-Aus, nicht über E-Fahrzuge. Ob die die Zukunft der Mobilität oder auch nur ein weiterer Zwischenschritt sein werden, darum geht es hier nicht. Eins ist sicher: Der Verbrenner ist die Technologie der Vergangenheit. Und wer mokiert sich denn? Bleiben Sie doch bitte beim Thema. Und das heißt: Die deutsche Autoindustrie hat dem deutschen Michel zu lange hinterhergehechelt, während andere Länder bereits viel weiter in der Zukunft angekommen sind. Und daran ist, um vollständig is Thema zurückzufinden, nicht die IGMetall schuld. Egal ob Sie früher mit batteriebetriebenen Spielzeugautos gespielt haben oder nicht.

Anita L. vor 18 Wochen

@Daniel, Sie könnten freilich auch zugeben, dass Sie Ihre Behauptung gar nicht beweisen können. Aber versuchen Sie es ruhig weiter mit Ausreden und Ablenkungsmanövern.

Anita L. vor 18 Wochen

Ach, Daniel... Geht's gegen das deutsche Schulsystem, ist Skandinavien immer liebstes Vorzeigeobjekt, verweist man auf eine gelungene Investition in zukünftige Technologie, ist's "Gesülze"... Spielen Sie gerade Pippi Langstrumpf? Oder wollen Sie noch einmal erklären, was an Norwegen nicht stimmt, dass es "Gesülze" wäre?

Bosch, so in unserer Tageszeitung heute zu lesen, streichen weltweit Stellen, weil die "globale Fahrzeugproduktion [...] stagnieren" wird. Nicht weil "die linksgrüne Ampel" in Deutschland "Scheiß" baut oder die Gewerkschaften sich nicht stark genug machen würden.

Kommen Sie endlich in Heute an. Die Welt ist rund und hat ihre Grenzen weder an der Memel noch an der Memel und auch nicht an der Oder-Neiße-Friedensgrenze.

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