Corona-Daten und Karten Sachsen-Anhalt: Aktuelle Zahlen und Grafiken zu Corona

Manuel Mohr
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7-Tage-Inzidenz, Sterbefälle, Auslastung der Intensivstationen: In der Corona-Daten-Übersicht finden Sie jederzeit alle aktuellen Zahlen, Karten und Grafiken zum Coronavirus in Sachsen-Anhalt.

Corona-Grafiken Sachsen-Anhalt
Damit Sie immer den Überblick über die Corona-Lage in Sachsen-Anhalt behalten, sind im folgenden Artikel alle wichtigen Kennzahlen erklärt und visualisiert. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

"Notbremse" und Lockerungen

Wie sich die 7-Tage-Inzidenzen in Ihrer Region entwickelt haben, sehen Sie in der folgenden Grafik. Wenn Sie auf die Regionen klicken, sehen Sie die jeweiligen Inzidenzwerte der vergangenen sieben Tage:

Liegt die 7-Tage-Inzidenz in einer Region drei Tage in Folge über 100, greift die sogenannte "Bundesnotbremse" mit umfassenden Eindämmungsmaßnahmen. Da momentan aber alle Regionen in Sachsen-Anhalt unter einer Inzidenz von 100 liegen, greift sie momentan nicht. Durch die deutschlandweit stetig sinkenden Infektionszahlen kündigte die Bundesregierung an, die "Notbremse“ am 30. Juni zu beenden.

Stattdessen regelt die aktuelle Landesverordnung in Sachsen-Anhalt, welche Einschränkungen das Infektionsgeschehen eindämmen sollen. Erste Öffnungsschritte sind vorgesehen, wenn diedie 7-Tage-Inzidenz an fünf Tagen hintereinander unter 50 liegt. Betreffende Regionen dürften Einschränkungen ab dem Folgetag lockern, müssen dies jedoch zuvor bekannt geben.

Umfassendere Lockerungen sind möglich, wenn die Inzidenz an fünf aufeinanderfolgenden Tagen unter 35 liegt. Dann entfällt unter anderem die Testpflicht in der Außengastronomie. Welche Regeln das im Einzelnen sind, können Sie hier nachlesen.

Tagesaktuelle Corona-Lage in Sachsen-Anhalt

Auf einen Blick: So haben sich die wichtigsten Kennzahlen der Corona-Pandemie in Sachsen-Anhalt in den zurückliegenden sieben Tagen entwickelt:

Was die Daten im Einzelnen bedeuten, wie sie sich entwickelt haben und welche Einschränkungen zu beachten sind, erfahren Sie in den folgenden Abschnitten:

7-Tage-Inzidenz, Impfdosen und Intensivbetten

Eine der momentan wichtigsten Kennzahlen in der Corona-Pandemie ist die 7-Tage-Inzidenz. Die Zahl verdeutlicht, wie stark Corona-Infektionen innerhalb der Bevölkerung in einer bestimmten Region verbreitet sind. Dazu wird die Summe aller neuen Corona-Fälle innerhalb einer Woche auf 100.000 Einwohner umgerechnet. So lässt sich das Infektionsgeschehen in verschiedenen Regionen vergleichen.

Für etwaige Lockerungen oder Verschärfungen der Maßnahmen sind in Sachsen-Anhalt seit Mitte Januar 2021 nicht mehr die errechneten 7-Tage-Inzidenzen des Landesamts für Verbraucherschutz maßgeblich, sondern die Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI):

Die 7-Tage-Inzidenz ist deshalb so wichtig, weil sie – zusammen mit weiteren Parametern – als Grundlage für politische Entscheidungen zu Eindämmungs- und Lockerungsmaßnahmen dient. Unter anderem gilt momentan, dass die Landkreise lockern dürfen, wenn sie an fünf aufeinanderfolgenden Tagen unter einer Inzidenz von 35 liegen. Veranstaltungen im Außen- und Innenbereich können dann beispielsweise mit begrenzter Personenzahl wieder stattfinden. Geimpfte und genesene Personen zählen nicht mit und können zusätzlich zur Personenbegrenzung teilnehmen.

Was bei der 7-Tage-Inzidenz beachtet werden muss

Anhand des Inzidenzwerts kann abgelesen werden, wie stark das momentan Infektionsgeschehen einer Region ist. Allerdings ist an dem Wert allein nicht ablesbar, welche Infektionsgeschehen für einen hohen Wert verantwortlich ist. 50 Fälle in einem eingrenzbaren Cluster – beispielsweise einem Pflegeheim oder einer Feiergesellschaft, die im gleichen Ort wohnt und nicht sehr mobil ist – sind anders zu beurteilen als 50 Fälle, die sich über den gesamten Landkreis verteilen und diffuse oder nicht nachvollziehbare Infektions- und Kontaktketten nach sich ziehen. Noch mehr Informationen dazu finden Sie in diesem Artikel:

Impfungen

Seit Ende Dezember werden Menschen in Deutschland gegen die COVID-19-Erkrankung geimpft. Sachsen-Anhalt legte dabei einen Frühstart hin, seither hat sich das Verabreichen der Impfdosen wie folgt entwickelt:

Im Vergleich zu den anderen Bundesländern ist der Anteil der Bevölkerung, die teilweisen oder vollen Impfschutz haben, in Sachsen-Anhalt wie folgt:

Intensivbetten

Ziel der Impfkampagne sowie der vergangenen und aktuellen Eindämmungsmaßnahmen ist es, das Infektionsgeschehen nachvollziehbar und beherrschbar zu machen und das Gesundheitssystem zu entlasten. Konkret geht es dabei auch um die Auslastung auf den Intensivstationen hierzulande, auf denen Patientinnen und Patienten mit schweren COVID-19-Verläufen behandelt und zum Teil künstlich beatmet werden müssen:

Die Daten dafür werden jeden Tag im Intensivregister der "Deutschen Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) e.V." veröffentlicht.

Infektionen, Sterbefälle und aktuell Infizierte

Eine weitere wichtige Kennzahl in der Coronavirus-Pandemie ist die Zahl der Menschen, bei denen der Corona-Test zuletzt in den letzten 24 Stunden positiv war und sie folglich als infiziert gelten:

Da die täglichen Meldungen der Gesundheitsämter aber Schwankungen unterliegen und einige Institutionen am Wochenende und Feiertagen keine Zahlen melden, ist zusätzlich auch die Betrachtung des 7-Tage-Durchschnitts bei den neuen Fall-Meldungen sinnvoll. Auf- und Abwärtstrends in den Zahlen werden zudem so besser sichtbar.

Was bei den Werten zu neuen Infektionen beachtet werden muss

Die Zahlen bilden immer nur die offiziell bestätigten Fälle ab. Menschen ohne Symptome, die nicht getestet wurden und dennoch infiziert sind, tauchen in dieser Statistik nicht auf. Unklar ist momentan noch, wie hoch diese sogenannte "Dunkelziffer" in der Bevölkerung in den bisherigen Phasen der Pandemie gewesen ist.

Sterbefälle

Gerade für ältere Menschen und diejenigen mit Vorerkrankungen besteht bei einer COVID-19-Erkrankung ein erhöhtes Risiko für einen schweren oder im schlimmsten Fall tödlichen Krankheitsverlauf. Seit Beginn der Pandemie sind in Sachsen-Anhalt mehr als 3.400 Menschen an oder mit COVID-19 verstorben:

Regional betrachtet gibt es dabei in Sachsen-Anhalt große Unterschiede. Besonders betroffen ist der Süden des Landes:

Corona-Lage in Ihrer Region

Je nach Region hat sich die Corona-Pandemie bislang recht unterschiedlich entwickelt. Wie sich die einzelnen Fallzahlen in Ihrem Landkreis oder Ihrer kreisfreien Stadt seit März 2020 entwickelt haben, können Sie in der folgenden Grafik nachvollziehen:

Der Corona-Newsletter für Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen

In unserem Update zur Corona-Lage in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen fassen wir für Sie zusammen was am Tag wichtig war und was für Sie morgen wichtig wird – montags bis freitags bis 20 Uhr per Mail in Ihr Postfach. Hier geht es zur Anmeldung.

Die aktuellen Zahlen und Grafiken aus Thüringen und Sachsen können Sie auf den Seiten der Kollegen nachlesen:

Was wir anhand von Corona-Daten wissen

Wie werden Corona-Fälle überhaupt gezählt?

Ein Arzt oder ein Labor stellt mittels eines Testverfahrens (zum Beispiel Rachenabstrich) bei einem Patienten die Infektion mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 fest. Ein positives Testergebnis muss dem jeweils zuständigen Gesundheitsamt innerhalb von 24 Stunden gemäß Meldepflichtverordnung mitgeteilt werden.

Die so eingehenden Fälle werden von den zuständigen Gesundheitsämtern elektronisch an die zuständigen Landesbehörden und von dort spätestens am nächsten Arbeitstag ans Robert-Koch-Institut (RKI) übermittelt. Nach und nach tauchen neue Corona-Infektionen entlang dieser Meldekette zuerst in den Statistiken der lokalen Behörden und etwas später dann in denen der regionalen und bundesweiten Meldestellen auf.

Warum unterscheiden sich die Fallzahlen je nach Quelle?

Durch die eben beschriebene Meldekette kann es bei der Übermittlung zu einem Zeitverzug von einigen Stunden bis hin zu einigen Tagen kommen. Vorsicht also, wenn Sie beispielsweise die Angaben einer Landesbehörde am selben Tag noch mit den RKI-Zahlen für das gleiche Bundesland vergleichen.

Oder wenn die Angaben eines Landkreises höher sind als die der Landesbehörden. Schnell ist man da beim berühmten Vergleich von Äpfeln und Birnen. Das Vorgehen aller Institutionen ist legitim und durchaus nachvollziehbar, führt aber immer wieder dazu, dass in der Öffentlichkeit verschiedene Zahlen kursieren.

Warum ist bei Corona-Fällen auch immer die Einwohnerzahl wichtig?

Einwohnerzahlen sind wichtig, weil sie reine, absolute Fallzahlen in Bezug zur Bevölkerung setzen und Daten damit besser vergleichbar machen. Ein Beispiel dazu aus der Kriminologie: 2018 wurden in Berlin etwa 30.000 Fahrräder als gestohlen gemeldet. In Halle waren es hingegen nur rund 3.600. In absoluten Zahlen waren Berliner also weitaus stärker betroffen. Berücksichtigt man nun aber die verschiedenen Einwohnerzahlen – relativiert also die Fallzahlen – ergibt sich ein anderes Bild: Auf 100.000 Einwohner kommen demnach rund 1.500 Fälle in Halle und etwa 830 in Berlin.

Mithilfe dieser sogenannten Häufigkeitszahl ist es uns möglich, die Corona-Fallzahlen aus verschiedenen großen Städten, Landkreisen und Bundesländern besser miteinander vergleichen und Rückschlüsse auf die Lage vor Ort ziehen zu können. Deshalb sind Fallzahlen bezogen auf 100.000 Einwohner auch immer Bestandteil unserer Daten-Updates.

Was wir anhand von Corona-Daten nicht wissen

Wie viele Menschen sind wirklich infiziert?

Aus unseren Daten-Quellen wird ersichtlich, in wie vielen Fällen ein Corona-Test positiv ausgefallen ist – sei es pro Landkreis, Bundesland oder bundesweit. Was sich daraus nicht ablesen lässt, ist die tatsächliche Anzahl der Infizierten. Warum?

  1. Weil im Gegensatz zur Infektion eine Genesung nicht meldepflichtig ist. Zu welchem Zeitpunkt ein Infizierter wieder vollständig gesund ist, wird also nicht exakt erhoben. Zwar gibt es Schätzungen, in die verschiedene Krankheitsverläufe eingerechnet sind, aber es sind und bleiben Schätzungen.
  2. Nicht jeder Infizierte wird auch getestet. Bei vielen Betroffenen treten nach der Infektion keine oder nur sehr milde Symptome auf. Wie hoch die sogenannte Dunkelziffer der Nicht-Getesteten ist, ist momentan noch zu wenig erforscht.

Wie entwickelt sich die Epidemie weiter?

Anhand der bisherigen Entwicklung ist es für uns nicht möglich, basierend auf den öffentlichen Daten den weiteren Verlauf der Corona-Epidemie vorherzusagen. Was wir können, ist die bisherige Entwicklung und den aktuellen Stand zu beschreiben.

Woran sind Covid-19-Patienten wirklich gestorben?

Mit zunehmendem Alter und der Zahl der Vorerkrankungen steigt für Covid-19-Patienten das Risiko für schwere und tödliche Krankheitsverläufe. Dabei wird aus den öffentlich zugänglichen Daten nicht ersichtlich, inwieweit eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus die alleinige Todesursache war oder nicht.

Generelle Einschätzung der Daten

Daten-Übersicht ist Momentaufnahme

Es handelt sich sowohl regional als auch international um eine sehr dynamische Datenlage. Beinahe stündlich liefern einzelnen Kommunen, Landesbehörden oder internationale Stellen neue Zahlen. Dazu kommt ein teils erheblicher Meldeverzug, weshalb sich Angaben verschiedener Quellen unterscheiden können. Grundsätzlich stellt eine Daten-Übersicht wie diese deshalb immer nur eine Momentaufnahme dar.

Alle Corona-Daten-Updates zum Nachlesen

Die Erklärung der Reproduktionszahl, Hintergründe zum Infektionsgeschehen auf Landkreisebene, woher wir unsere Daten und Zahlen bekommen – hier finden Sie das aktuelle und alle bisherigen Corona-Daten-Updates zum Nachlesen:

Chronologie der Corona-Krise in Sachsen-Anhalt

Übersichten

Quelle: MDR/Manuel Mohr, Martin Paul, David Muschenich

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 09. Juni 2021 | 09:00 Uhr

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