Corona-Lage | 17. August 2022 Corona-Inzidenz in Sachsen-Anhalt sinkt weiter

Die Corona-Lage in Sachsen-Anhalt entspannt sich. Das sagen jedenfalls die aktuell gemeldeten Zahlen aus – wenngleich Experten darauf verweisen, dass diese mit Vorsicht zu genießen sind. Denn die Krankenhausbelegung steigt, was für eine hohe Dunkelziffer spricht.

Anzeigetafel an einem Bahnsteig mit der Aufschrift Maskentragepflicht
Im öffentlichen Nahverkehr müssen in Sachsen-Anhalt auch weiterhin Masken getragen werden. (Symbolbild) Bildrechte: imago images/Christian Ohde

In Sachsen-Anhalt werden weiter weniger Corona-Neuinfektionen erfasst. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Sieben-Tage-Inzidenz für das Land am Mittwoch mit 280,6 an. Eine Woche zuvor hatte der Wert noch bei 284,9 gelegen. Bundesweit lag die Sieben-Tage-Inzidenz am Donnerstag laut RKI bei 311,8.

Dunkelziffer sehr hoch

Allerdings liefern diese Angaben nur ein sehr unvollständiges Bild der Infektionszahlen. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus – vor allem, weil bei Weitem nicht alle Infizierten einen PCR-Test machen lassen. In die Statistik zählen allerdings nur positive PCR-Tests ein. Zudem können Nachmeldungen oder Übermittlungsprobleme zu einer Verzerrung einzelner Tageswerte führen.

Die landesweit höchste Inzidenz gab das RKI für die kreisfreie Stadt Halle mit 386 an, die niedrigste für den Burgenlandkreis mit 202 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner und Woche. Seit Beginn der Pandemie wurden nach RKI-Angaben landesweit inzwischen 809.473 Infektionen registriert. Die Statistik weist für Sachsen-Anhalt insgesamt 5.596 Todesfälle im Zusammenhang mit einer Infektion aus. Sachsen-Anhalt hat rund 2,17 Millionen Einwohner. Besonders viele Menschen sind im Burgenlandkreis an einer Covid-19-Infektion gestorben.

Derzeit werden laut Divi-Intensivregister 32 Patienten wegen einer Corona-Infektion in Krankenhäusern behandelt, davon müssen elf beatmet werden.

Corona-Regeln bis Mitte September verlängert

Die Landesregierung hatte am Dienstag die geltenden Corona-Regeln für Sachsen-Anhalt bis zum 17. September verlängert. Danach besteht in medizinischen und pflegerischen Bereichen weiter die Pflicht, einen medizinischen Mund-Nasen-Schutz zu tragen und sich zu testen. Auch im öffentlichen Personennahverkehr muss eine Maske getragen werden.

Angesichts der Infektionszahlen gelte weiterhin der Appell, auf Hygienemaßnahmen und Mindestabstände zu achten sowie insbesondere in geschlossenen Räumen einen medizinischen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, hieß es.

Tierheimen droht nach Corona das Schlimmste

Die Folgen der Pandemie zeigen sich in vielen Lebensbereichen, auch in den Tierheimen. Viele von ihnen sind nach Angaben des Deutschen Tierschutzbundes zurzeit überlastet. Einrichtungen würden wegen einer Vielzahl von abgegebenen Tieren akuten Platzmangel verzeichnen. Dazu sorgten die Mindestlohnanhebung und Energiepreisexplosion für Probleme.

Lebenserwartung wegen Corona gesunken

Unterdessen ist die durchschnittliche Lebenserwartung während der Corona-Pandemie in einigen Bundesländern deutlich stärker gesunken als in anderen Teilen der Republik, darunter auch in Sachsen-Anhalt. "In der Betrachtung zwischen 2019 und 2021 haben die südlichen Regionen Ostdeutschlands die stärksten Rückgänge verzeichnet", sagte Markus Sauerberg vom Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung. Die ermittelte Lebenserwartung bezieht sich jeweils auf die im entsprechenden Jahr geborenen Menschen.

In den besonders von Corona-Wellen betroffenen Bundesländern Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen lag nach den Berechnungen der Experten die durchschnittliche Lebenserwartung von neugeborenen Jungen 2021 im Vergleich zu vor der Pandemie rund eineinhalb Jahre niedriger, bei neugeborenen Mädchen etwas mehr als ein Jahr. "Rückgänge in dieser Größenordnung wurden letztmals zum Ende der DDR verzeichnet", erklärte der Forschungsdirektor am Bundesinstitut, Sebastian Klüsener.

Jugendliche etwas weniger vor Bildschirmen

Gelockerte Corona-Regeln und weniger Digitalunterricht: Im dritten Jahr der Pandemie hat die Internetnutzung von Jugendlichen einer aktuellen Studie zufolge leicht abgenommen. Mit durchschnittlich 67,8 Stunden pro Woche lag die Onlinezeit der 16- bis 18-Jährigen im Jahr 2022 leicht unter dem Wert des vergangenen Jahres (2021: 70,4 Stunden pro Woche). Das geht aus der aktuellen Jugend-Digitalstudie der Postbank hervor. Im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr 2019 verbrachten die Jugendlichen allerdings auch in diesem Jahr wieder über zehn Stunden mehr im Netz.

dpa, MDR (Hannes Leonard)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN – Das Radio | 17. August 2022 | 13:00 Uhr

1 Kommentar

Hobby-Viruloge007 vor 6 Wochen

Wie hat man es im Ausland nur geschafft, Corona für beendet zu erklären ....

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