Kinder- und Jugendmedizin Gesundheitsministerin begrüßt Zusatzgelder für Kinderkliniken

Sachsen-Anhalts Kinderkliniken sollen zukünftig finanziell besser ausgestattet werden. Am Freitag beschloss der Bundestag ein entsprechendes Gesetzespaket. Gesundheitsministerin Grimm-Benne zeigte sich über das Vorhaben erfreut. Sie sagte, der Einstieg in die Krankenhausreform sei geschafft.

Sozialministerin Petra Grimm Benne (SPD,Sachsen Anhalt) - Landtagssitzung im Landtag von Sachsen Anhalt
Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) äußerte sich erfreut über die Gesetze zur Finanzierung der Kinderkliniken (Archivbild). Bildrechte: imago/Christian Schroedter

Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) zeigte sich erfreut darüber, dass Kinderkliniken zukünftig besser finanziell ausgestattet werden sollen. Am Freitag beschloss der Bundestag ein Gesetzespaket, das für Kinderkliniken in Deutschland in den Jahren 2023 und 2024 jeweils 300 Millionen Euro zusätzlich vorsieht. Zur Sicherung von Geburtshilfestandorten sind es jeweils 120 Millionen Euro mehr.

Das Gesetzespaket sieht weiterhin vor, dass die Finanzierung unabhängiger von der jetzigen leistungsorientierten Logik wird. Grimm-Benne erwartet, dass davon insbesondere die Geburtshilfeabteilungen in Sangerhausen, Halberstadt, Lutherstadt Wittenberg, Stendal und Salzwedel profitieren. Sie sagte, sie hätten den Einstieg in die Krankenhausreform hinbekommen.

Viele Kinderkliniken an Kapazitätsgrenze

Die Kinderkliniken in Sachsen-Anhalt arbeiten derzeit an ihren Kapazitätsgrenzen. Der Magdeburger Kinderarzt Matthias Heiduk sagte, dies liege nicht nur an den aktuell hohen Infektionszahlen, sondern auch an einer finanziellen Unterversorgung der Kinderkliniken. Diese hänge unter anderem mit der sogenannten Fallpauschale zusammen.

Wie ist die Krankenhausfinanzierung organisiert? Die Krankenhausfinanzierung ist in Deutschland dual organisiert: Während die Länder für Investitionen zuständig sind, werden die Klinikbehandlungen von den Krankenkassen mit Fallpauschalen vergütet. Pro Patient und Diagnose erhalten die Krankenhäuser festgelegte Zuweisungen. Kritiker sagen, dass das Vergütungssystem Krankenhäuser unter Druck setze, Operationen in gewinnbringenden Bereichen zu steigern. Häufig führe dies zu einem Abbau defizitärer Abteilungen wie der Kinder- und Jugendmedizin oder Geburtshilfe.

dpa, MDR (Leonard Schubert)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL – Das Nachrichtenradio | 02. Dezember 2022 | 18:00 Uhr

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