Tampons und Binden Bundesweiter Vorreiter: Hochschule Merseburg verteilt auf Toiletten kostenlos Menstruationsprodukte

Die Idee gibt es auch anderswo schon seit einiger Zeit – die Hochschule Merseburg aber hat als deutschlandweit erste Tatsachen geschaffen: Sie hat auf ihren Toiletten kostenlose Menstruationsprodukte für Studierende und Lehrende verteilt. Im Netz gibt es auch Kritik daran.

Das gibt es deutschlandweit bislang kaum: Die Hochschule Merseburg stellt auf ihren Damentoiletten jetzt auch Hygieneprodukte für die Tage der Menstruation zur Verfügung. Die Idee dazu hatten Studentinnen und Studenten. Ihr Ziel: Mit den kostenlosen Menstruationsprodukten soll ein Zeichen gegen Schamgefühl und Unsicherheit gesetzt werden. Im entsprechenden Konzept heißt es: "Hygieneartikel gehören zum täglichen Bedarf und sind keine Luxusartikel."

Umfassendes Konzept für Gleichstellung

Basis der Idee war nach Informationen der Hochschule das Gleichstellungskonzept der Hochschule Merseburg. Darin werden Themen wie Chancengleichheit, Familienfreundlichkeit, Sensibilisierung für Gender- und Diversity-Themen und Anti-Diskriminierung abgebildet. Finanziert werden Tampon und Co. von der Hochschule, deren Gleichstellungsbeauftragten und über den Semsterbeitrag.

Mit der Einführung von Menstruationsprodukten auf der Toilette betritt die Merseburger Hochschule bundesweit Neuland. Zwar gibt es ähnliche Ideen und Ansätze an anderen Hochschulen in Deutschland – nirgends sonst ist nach Informationen aus Merseburg aus der Idee aber schon Realität geworden.

Verschiedene Reaktionen im Netz

Nachdem MDR SACHSEN-ANHALT in dieser Woche auf Facebook und Instagram über die Entscheidung der Hochschule berichtet hatte, waren die Reaktionen von Userinnen und Usern recht unterschiedlich. Während einige loben, das sei eine großartige Idee, die nur der Anfang sein dürfe, kritisieren andere, dafür müsse jeder Steuerzahler aufkommen. Eine andere Userin schrieb wiederum: "Das bräuchten alle Schulen."

Beispiel Schottland: Hygieneartikel gesetzlich verankert

Übrigens: Die Idee, kostenlos Hygieneartikel auf Toiletten zur Verfügung zu stellen, kommt ursprünglich aus Schottland: Dort gibt es inzwischen ein Gesetz, das in öffentlichen Gebäuden zur Pflicht macht.

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Covergrafik der Podcast-Folge von "Meine Challenge": Schluss mit dem Menstruations-Tabu! Die Illustration zeigt eine jungen Frau, umgeben von blutigen Tampons und Menstruationstassen. Über ihr schwebt eine Gebärmutter. Rechts unten der Schriftzug: Menstruation enttabuisieren. Gestaltung: Jessica Brautzsch 37 min
Bildrechte: MDR Wissen

MDR+ Fr 20.11.2020 15:00Uhr 37:20 min

Audio herunterladen [MP3 | 34,2 MB | 128 kbit/s] Audio herunterladen [MP4 | 68,1 MB | AAC | 256 kbit/s] https://www.mdr.de/wissen/podcast/challenge/schluss-mit-dem-menstruations-tabu-100.html

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Quelle: MDR/vö,ld

21 Kommentare

Theodor Dienert vor 51 Wochen

„Studierende und Lehrende“ ist der Genderwahn!
Es war früher schon so, ist es bis jetzt und wird voraussichtlich auch noch lange so bleiben, dass die „Studentinnen und Lehrerinnen“ Menstruationsprodukte benutzen.

Jan vor 51 Wochen

@ Eva B und Atheist, Ich verstehe ehrlich gesagt nicht Ihre Aufregung. Es zwingt Sie und andere niemand das Angebot anzunehmen. Das ist doch auch gut, wenn Sie alles selber kaufen. Das sollten auch all diejenigen machen, die es sich leisten können. Aber es gibt auch Menschen, die sind über dieses Angebot froh, sei es aus finanziellen Gründen oder weil vielleicht in der Situationen sind, die Artikel vergessen haben einzustecken.

MDR-Team vor 51 Wochen

Menstruierende können nichts für ihre Periode, müssen aber dennoch die Produkte bezahlen. Bei der Gleichberechtigung geht es unter anderem darum, diesen finanziellen Mehraufwand durch kostenfreie Produkte auszugleichen.

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