Fahrplanwechsel Neue Züge zwischen Magdeburg und Berlin ab Dezember

Aus rot mach gelb: Zum Fahrplanwechsel Mitte Dezember wechselt der Betrieb der Regionalverbindung RE1 zwischen Magdeburg und Berlin von der DB Regio zur Ostdeutschen Eisenbahn. Auf der Strecke kommen neue Züge zum Einsatz, die mehr Komfort versprechen. Sie wurden nun vorgestellt.

Ein neuer Zug der Ostdeutschen Eisenbahn GmbH (ODEG) vom Typ 'Desiro HC'
Neue Züge mit mehr Komfort versprechen ab Fahrplanwechsel angenehmere Zugreisen zwischen Magdeburg und Berlin. Bildrechte: dpa

Bahnreisende zwischen Magdeburg und Berlin sollen ab 11. Dezember besseren Komfort genießen – dank neuer Züge. Diese wurden am Donnerstag vorgestellt. Außerdem wurde der Verkehrsvertrag zum Netz Elbe-Spree unterzeichnet, der auch einen Betreiberwechsel auf der Strecke vorsieht. Statt der DB Regio Südost übernimmt die Ostdeutsche Eisenbahn GmbH (ODEG) den Betrieb der Linie RE1 bis Ende 2034.

WLAN und mehr Platz für Fahrräder

Die neuen Züge vom Hersteller Siemens Mobility sind nicht mehr lokbespannt. Sie bestehen aus zwei angetriebenen einstöckigen Endwagen und vier doppelstöckigen, nicht angetriebenen Mittelwagen. Sie bieten 630 Sitzplätze. Laut Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt (NASA) und Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) gibt es weitere Veränderungen, die Besserungen für die Fahrgäste versprechen: speziell beschichtete Fensterscheiben für besseren Handyempfang, WLAN und Steckdosen im gesamten Zug. NASA-Geschäftsführer Peter Panitz betonte bei MDR SACHSEN-ANHALT zudem, dass es "mehr Möglichkeiten der Fahrradmitnahme geben" werde.

Wir haben sehr viel Wert darauf gelegt, dass ein entsprechender Komfort angeboten wird. Es sind nagelneue Züge, sie sind breiter. Es gibt mehr Platz für Fahrräder.

Lydia Hüskens (FDP), Verkehrsministerin Sachsen-Anhaltd

Am Takt der Züge zwischen Magdeburg und Berlin ändert sich mit Fahrplanwechsel hingegen nichts, auch die Fahrzeiten bleiben nahezu unverändert. Allerdings: Auf dem Streckenabschnitt Brandenburg-Berlin-Frankfurt wird in der Hauptverkehrszeit künftig drei Züge pro Stunde und Richtung unterwegs sein, um den Pendlerverkehr im Ballungsraum Berlin aufzufangen. Damit werden auch die Züge aus und nach Magdeburg, "nicht mehr so voll sein", prognostizierte Panitz im MDR.

Eine Familie besteigt mit dem Fahrrad einen Regionalexpress der Deutschen Bahn.
Rote Doppelstockzüge aus und in die Hauptstadt: Im Dezember findet hier ein Farbwechsel statt. Bildrechte: imago images/Rüdiger Wölk

Der RE1 – seit 28 Jahren im Taktverkehr Der RE1 war der erste Regional-Express seiner Art und gilt bis heute als wichtigste Verbindung im Raum Berlin-Brandenburg. Der RE1 verband ab Sommerfahrplan 1994 Berlin mit Frankfurt(Oder). Ein Jahr später wurde Magdeburg angebunden, durchgehend war die Linie jedoch noch nicht. Das änderte sich erst mit der fertigen Sanierung der Berliner Stadtbahn im Mai 1998.

Seitdem steht der RE1 auch für besonderen Komfort im Regionalverkehr: mit klimatisierten und luftgefederten Wagen, die bis Tempo 160 fahren können. Mit dem nahezu kompletten Wegfall des ICE- und IC-Verkehrs zwischen Magdeburg und Berlin übernimmt der RE1 seit Jahren zudem den überregionalen Verkehr zwischen Landes- und Bundeshauptstadt.

MDR (Sören Thümler, André Plaul)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 30. Juni 2022 | 17:30 Uhr

4 Kommentare

steka vor 6 Wochen

Ich kenne noch die Arbeiterzüge früher, das waren 12 Doppelstockwagen und mehr, aber anscheinend ist der Bestand so eng gestrickt, daß nicht mal ein Wagen zugesetzt werden kann und dazu würde ja auch der notwendige Rangierer fehlen. Arme Bahn.

Ein Dorfjunge vor 6 Wochen

Nicht mehr so volle Züge von Magdeburg aus möchte ich doch arg bezweifeln, da ist die Prognose vom NASA Geschäftsführer schon sehr ins Blaue gegriffen. Denn aus Richtung Magdeburg ändert sich an der Taktung so gut wie nix, eine Verbindung am frühen Morgen mehr und am späten Abend eine zusätzliche Verbindung in die umgekehrte Richtung, ansonsten bleibt es beim Stundentakt und die Züge waren von Magdeburg bis Potsdam bisher immer sehr gut besetzt. Anders könnte es in die umgekehrte Richtung ausschauen, denn statt 2 nun künftig 3 Fahrten die Stunde bis Brandenburg wird durchaus für eine Entlastung sorgen, doch dies geht aufs Konto vom VBB. Leider bleibt ändert sich auch nix am Zustand der Bahnhöfe/Bahnsteige (vor Jahren auf Druck der Politik eingekürzt), so dass nun keine längeren Züge mehr halten können, 5 Wagen + Lok oder hier nun 6 Wagen (als Triebzug) und dann wirds schon sehr knapp, mehr geht nicht.

AlexLeipzig vor 6 Wochen

Ich habe den RE1 schon vor 20 Jahren viel benutzt, noch vor der WLAN-Smartphone-Ära. Und irgendeiner in den Großraumwagen fühlte sich auch damals schon immer berufen, den ganzen Wagen an seinen Reden teilhaben zu lassen, ob am Handy oder im lautstarken Gespräch mit dem Gegenüber. Da bietet das Internet vielleicht auch die Möglichkeit zur Ruhe - wenn sich die Quasselstrippe ganz still einen Film anschaut... Sehr positiv ist die neue Taktung mit drei Zügen pro Stunde im Ballungsraum Berlin, wo diese Züge regelmäßig überfüllt waren und die Leute ohne Rad trotzdem die Fahrradplätze besetzten (was auch anderswo genauso ist, in der Leipziger S-Bahn kann man auch ein Lied davon singen). Diese neue Zugart des RE1 wäre vielleicht auch eine sinnvolle Anschaffung für die Leipziger S-Bahn...

Mehr aus der Region Magdeburg

Mehr aus Sachsen-Anhalt