Vertrag unterzeichnet Theater im Harz wegen Geldmangel neu aufgestellt

21. Dezember 2022, 10:14 Uhr

Aus dem "Nordharzer Städtebundtheater" wird das "Harztheater". Wegen Geldmangels wurde aus dem kommunalen Zweckverband eine gemeinnützige GmbH. Christian Fischer, Geschäftsführer der Harzer Verkehrsbetriebe, wird das Unternehmen ehrenamtlich leiten.

Im Landkreis Harz ist das "Harztheater" neu gegründet worden. Es ist der Nachfolger des "Nordharzer Städtebundtheaters". Am Dienstag wurde der Vertrag unterschrieben. Weil Geld fehlt, wird der bisherige kommunale Zweckverband in eine gemeinnützige Gesellschaft umgewandelt.

Die Harztheater gGmbH übernimmt voraussichtlich ab 1. Januar 2024 den Betrieb und die Bewirtschaftung des Dreispartentheaters einschließlich Orchester. Bis dahin existieren beide Theaterstrukturen nebeneinander.

Theater hatte Schulden angehäuft

Der Harzer Landrat, Thomas Balcerowski, sagte MDR SACHSEN-ANHALT, der Hauptgrund für die neue Organisation sei, dass das Theater wirtschaftlicher arbeiten müsse. Dass die Theater eine gemeinnützige GmbH werden sollen, war schon im Januar 2022 angekündigt worden.

Neu gegründet wurde das Theater erst jetzt, weil nun viele Fördermittel auslaufen. Im nächsten Jahr soll das Land erneut über die Zukunft des Theaters entscheiden.

Das Theater im Harz hatte in den vergangenen Jahren bereits mehr als eine halbe Million Euro Schulden angehäuft. Es hatte Unregelmäßigkeiten gegeben. Im Sommer 2021 wurde der zuständige Verwaltungsdirektor fristlos gekündigt. Ihm war Missmanagement und schlechtes Wirtschaften mit Steuergeldern vorgeworfen worden.

Nordharzer Städtebundtheater
Das Nordharzer Städtebundtheater konnte zuletzt nicht mehr wirtschaftlich arbeiten. Bildrechte: imago/Steffen Schellhorn

HVB-Geschäftsführer übernimmt Leitung

Das "Harztheater" wird weiterhin Schauspiel, Musiktheater und Ballett auf Bühnen in Halberstadt und Quedlinburg spielen. Der Geschäftsführer der Harzer Verkehrsbetriebe, Christian Fischer, wird das Haus ehrenamtlich leiten. Er sagte MDR SACHSEN-ANHALT, der geplante Spielplan werde umgesetzt, Struktur und Personal bleiben.

Fischer sagte dem MDR, die neue Rechtsform sei wichtig. "Nicht, um Kultur abzuwickeln, sondern um sie professioneller zu führen und auch im Sinne der notwendigen Veränderungen auf gesündere Beine zu stellen."

MDR (Elke Kürschner,Julia Heundorf)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 21. Dezember 2022 | 08:30 Uhr

1 Kommentar

Wagner am 21.12.2022

Da gibts wohl keinen Kulturmanager ,der das kann ? Eigenartig ,dass der Chef der Verkehrsbetriebe das macht.Ist wohl nicht ausgelastet ?

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