Arbeiter auf der City-Tunnel-Baustelle in Magdeburg
Laut Projektleiter Christian Fuß ist der Magdeburger City-Tunnel mittlerweile zu 95 Prozent fertig. (Archivfoto) Bildrechte: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Klaus-Dietmar Gabbert

Verkehr soll ab Frühjahr rollen Wachdienst gesucht: City-Tunnel in Magdeburg noch später offen?

24. November 2022, 11:52 Uhr

Seit Jahren wird im Zentrum von Magdeburg am City-Tunnel gebaut. Jetzt sind die Bauarbeiten so gut wie abgeschlossen. Es gibt aber noch ein Problem: Es fehlt an einem Wachdienst, der den Tunnel rund um die Uhr bewacht. Es gibt Sorgen, dass das die geplante Eröffnung einmal mehr verzögern könnte.

Nach vielen Verzögerungen ist Magdeburgs neuer City-Tunnel jetzt so gut wie fertig – zumindest rein baulich. Die letzten Arbeiten laufen. Mittlerweile sei die technische Ausrüstung zu etwa 95 Prozent installiert, sagte Projektleiter Christian Fuß MDR SACHSEN-ANHALT. Unter anderem seien 75 Kilometer Kabel verlegt worden. Es fehlten unter anderem noch Ampeln.

Verkehr ab Frühjahr 2023 durch City-Tunnel Magdeburg

Nach letztem Stand soll der Verkehr ab Ende Februar oder spätestens Anfang März 2023 endlich durch die beiden Röhren rollen. Doch ein weiterer Verzug könnte bevorstehen: Denn offenbar hat die Stadtverwaltung noch keinen 24-Stunden-Wachdienst für den Tunnel gefunden.

Vorwurf: Verwaltung hat "lange geschlafen"

Kritik daran wurde vergangene Woche im Stadtrat laut. "Man kann den Verdacht haben, dass die Verwaltung lange geschlafen hat in Sachen Tunnelüberwachung", brachte Reinhard Stern (CDU) das Gefühl noch manch anderer Ratsmitglieder auf den Punkt.

Vermutlich habe sie darauf vertraut, ergänzte Jürgen Canehl (Grüne), dass die Polizei das kostenlos übernehme, so wie sie die beiden anderen Tunnelbauwerke am Universitäts- und am Askanischen Platz routinemäßig im Blick habe. Beim neuen Tunnel, so wurde in der Ratsdebatte deutlich, liegen die Dinge offenbar anders. Das hänge mit Länge, Bauart und neuen Vorschriften zusammen, die bundesweit greifen würden.

Ausweichende Antwort aus dem Magdeburger Rathaus

Ob es zeitlich noch zu schaffen ist, bis zur geplanten Eröffnung im Frühjahr einen Wachdienst für den Tunnel zu organisieren, ist unklar. Die Verwaltung äußerte sich auf Nachfrage von MDR SACHSEN-ANHALT ausweichend dazu. Die Überwachung werde unter Berücksichtigung des jüngsten Stadtratsbeschlusses derzeit geplant und solle durch einen Wachdienst erfolgen, sagte ein Sprecher. Hierzu gebe es bereits Abstimmungsgespräche. "Bis zum Frühjahr soll die 24-Stunden-Überwachung eingerichtet sein."

Die Frage, warum sich die Stadt nicht schon früher um das Thema Überwachung gekümmert hat, ließ der Sprecher unbeantwortet.

Überwachung abgeben?

Wie die Volksstimme [€] berichtete, gibt es bei der Stadt Magdeburg Überlegungen, die Überwachung des City-Tunnels nach Düsseldorf abzugeben. Ursprünglich war dem Bericht zufolge mit 156.000 Euro Einrichtungs- und rund 107.000 Euro jährlichen Betriebskosten gerechnet worden. Die Kalkulation dürfe sich überholt haben und die Kosten steigen, sagte CDU-Politiker Stern laut Volksstimme.

Tunnel Magdeburg: Später fertig, deutlich teurer

2015 war Baustart für den neuen Tunnel im Zentrum Magdeburgs. 2019 sollte er fertig sein. Es kam jedoch zu zahlreichen Verzögerungen: Weltkriegsbomben, historische Funde, eine falsch berechnete Statik. Und so wurden aus der bei Baubeginn veranschlagten Summe von 90 Millionen Euro für die Baukosten inzwischen rund 200 Millionen Euro.

Schon im September war klar, dass der Tunnel, anders als geplant, in diesem Jahr nicht mehr eröffnet werden kann, wie der Beitrag aus "MDR um 4" zeigt:

MDR (Heike Bade, Daniel Salpius, Mario Köhne)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 17. November 2022 | 19:00 Uhr

12 Kommentare

Rychlik am 25.11.2022

Das Ergebnis war die Mühe wert; ein Unternehmen, das lange dauert, kommt schließlich zu einem erfolgreichen Abschluss.
Was lange währt, wird gut. Sagten schon Urgroßeltern und Tanten.

pwsksk am 24.11.2022

Wachdienst läuft über Leihfirmen, meistens. Und den Mindestlohn gibt's auf dem Papier. Keiner gibt dafür und in Zukunft das Bürgergeld, plus Wohnung, plus Heizung, plus Sozialleistungen auf. Das ist wie beim Fachkräftemangel etc.

Shantuma am 24.11.2022

Die führenden Industrienationen sind auch zu großen Teile andere als die G7.

Wenn man die Kaufkraft der Währung noch mit dazu nimmt, dann gibt sich folgendes Bild:
1. China
2. USA
3. Indien
4. Japan
5. Deutschland
6. Russland
7. Indonesien

Kein Frankreich, kein GB, kein Italien und insbesondere kein Kanada.

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