200. Geburtstag von Herrmann Gruson Gruson-Gewächshäuser in Magdeburg wollen im Sommer wieder öffnen

Julia Heundorf
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Die Gruson-Gewächshäuser in Magdeburg sollten zum 200. Geburtstag des Gründers am Samstag fertig umgebaut sein. Die Sanierung verläuft aber schleppend und wird auch zum 175. Jubiläum des Hauses nicht abgeschlossen sein. Es hapert nach Angaben des Hauses an vielen kleinen Stellen. Was Besucherinnen und Besucher bei Wiedereröffnung erwartet.

Weiße Baufahrzeuge vor einen Glasgebäude mit höherem und niedrigerem Gebäudeteil
Der östliche Neubau wird das Farnhaus. Vorher befand sich an der Stelle das Kakteenhaus. Bildrechte: MDR/Julia Heundorf

Zum Jubiläum sollten die Bauarbeiten an den Gruson-Gewächshäusern beendet sein – mit neuen Sukkulentenhäusern und einem neuen Farnhaus. Am Samstag jährt sich nun der Geburtstag des Gründers Hermann Gruson. Aber die Bauarbeiten sind noch voll im Gange.

Auch zum 12. April, wenn das Haus selbst 125 Jahre alt wird, wird eine Wiedereröffnung noch nicht möglich sein. "Irgendwann im Sommer", sollen die Gewächshäuser wiedereröffnet werden, sagt Ludwig Martins, der wissenschaftliche Leiter des Hauses. Er wünscht sich, dass das Haus zu den Sommerferien öffnen kann.

Drei Häuser werden ersetzt

Verkehrsleitschild vor dem Stahlgerüst eines Hauses
Von der Schönebecker Straße in Magdeburg sieht man die derzeit noch unverglasten Rohbauten für die Sukkulentenhäuser. Bildrechte: MDR/Julia Heundorf

Drei Schauhäuser werden ersetzt: Von der Schönebecker Straße aus sind derzeit die Stahlrohbauten für zwei Sukkulentenhäuser sichtbar. In der kommenden Woche werden nach Angaben Ludwig Martins deren Dächer verglast und der Betonfußboden gegossen.

Beim neuen Farnhaus an der Ostseite, das vorher das Kaktushaus war, ist demnach die Gebäudehülle so gut wie fertiggestellt und auch Technik ist zum Großteil im Inneren bereits verlegt. Fehlen würden noch die Heizungen, die Innengestaltung und natürlich die Pflanzen. Die Bauarbeiten hatten im April 2020 begonnen.

Altes schwarz/weiß Foto von Hermann Gruson 4 min
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Im März vor 200 Jahren wurde in Magdeburg ein Mann geboren, der große Fußspuren in der Stadtgeschichte hinterlassen hat. Über Hermann Grusons Beiträge zu Maschinenbau und Pflanzensammlung spricht Guido Hensch.

MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir So 07.03.2021 11:40Uhr 04:18 min

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Das erwartet Besucher ab Sommer

Neu für Besucher ist nach der Wiedereröffnung das Sukkulentenhaus oder das "Haus für die trockenen Subtropen", wie es offiziell heißen soll. Es wird Kakteen aus Mexiko, aus den Anden, aber auch Pflanzen aus dem Mittelmeergebiet und aus Südafrika beherbergen.

Mann mit Brille und schwarzer Jacke vor einer Glasfront
Ludwig Martins ist der wissenschaftliche Leiter der Gruson-Gewächshäuser. Bildrechte: MDR/Julia Heundorf

Ludwig Martins sagt: "Die Kapregion hat eine ganz besondere Flora. Die wurde bisher in Gewächshäusern noch gar nicht gezeigt." Die bekannteste Pflanze aus dem Bereich sei der Rooibos, die für die Verwendung als Tee bekannt ist.

In den letzten zehn Jahren waren im Durchschnitt 30.000 Menschen in den Gewächshäusern zu Besuch. Hinzu kommen tausende Schülerinnen und Schüler jedes Jahr. Sie können in der Botanikschule lernen.

Grusons eigener Kaktus

Etwa 5.000 Pflanzenarten beherbergen die Gewächshäuser. Einige stehen noch mehr oder weniger an ihrem Platz. In den drei Neubauten wurden kleinere Holzverkleidungen errichtet, um die verbleibenden Pflanzen zu schützen. Andere wurden umgetopft und im Palmenhaus, dem höchsten Gebäude der Anlage untergebracht. Viele wurden laut Martins entsorgt, etwa weil sie doppelt vorhanden waren oder weil sie durch andere ersetzt werden.

Über Hermann Gruson Hermann Gruson war Ingenieur und gründete eine Maschinenfabrik in Buckau. Mit dem von ihm entwickelten Hartguss revolutionierte er die Stahlproduktion in Deutschland.

Pflanzen waren sein Hobby. Er sammelte und pflegte sie privat. Die Sammlung verachte er vor seinem Tod der Stadt Magdeburg, außerdem 100 000 Reichsmark, für den Bau eines öffentlichen botanischen Gartens. Gruson lebte von 1821 bis 1895.

Goldkugelkakteen im Danakilhaus
Der "Echinocactus grusonii", auch bekannt als "Schwiegermutterstuhl". (Symbolbild) Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius

Teil der Pflanzensammlung sind einige Exemplare der Goldkugelkakteen, die im Volksmund auch "Schwiegermutterstuhl" genannt werden – sie sehen aus wie ein stacheliger Sitzsack. Deren wissenschaftlicher Name lautet "Echinocactus grusonii". Die Pflanze ist nach Hermann Gruson benannt und die Exemplare im Gewächshaus Magdeburg stammen noch aus der Originalsammlung des Gründers. Sie sind also über 125 Jahre alt – und halten sich immer noch.

MDR/Julia Heundorf

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 11 | 12. März 2021 | 11:00 Uhr

2 Kommentare

Graf von Henneberg vor 9 Wochen

Erst wenn es solche Leute wie den Herrmann Gruson wieder gibt, wird es in Deutschland wieder voran gehen. Eben mit "Machern" - nicht mit Politikern.

Abgesehen davon habe ich einen Besuch dieser Gewächshäuser mal vorgemerkt.

jackblack vor 9 Wochen

Kann mir jemand auch nur die ALLERKLEINSTE Kleinigkeit nennen die AKTUELL in diesem Land funktioniert ?????????

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