MDRfragt Große Zustimmung zu Intel-Ansiedlung in Magdeburg

Die Freude über die Ansiedlung von Intel in Magdeburg ist unter den MDRfragt-Teilnehmenden aus Sachsen-Anhalt groß. Mehr als drei Viertel bewerten die Ansiedlung positiv. Problematisch sehen viele aber mögliche Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt. Das geht aus der aktuellen Befragung hervor, an der sich rund 7.100 Teilnehmende aus Sachsen-Anhalt beteiligt haben. Die Befragung ist nicht repräsentativ, aber gewichtet und wissenschaftlich begleitet.

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Im März hatte der Chiphersteller Intel angekündigt, eine Giga-Fabrik in Magdeburg zu bauen. Bei vielen MDRfragt-Mitgliedern aus Sachsen-Anhalt kommt das gut an. Bildrechte: imago images/Schöning

Mehr als drei Viertel der Teilnehmenden – ganz konkret 77 Prozent – bewerten die Ansiedlung von Intel in Magdeburg positiv. Lediglich 12 Prozent sehen darin eher Nachteile.

Intel-Ansiedlung in Magdeburg
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Hoffnung auf positive Auswirkungen für Arbeitsmarkt

Vor allem für die Arbeitsmarktsituation und die Attraktivität Sachsen-Anhalts für weitere Unternehmensansiedlungen sieht die deutliche Mehrheit der Befragungsteilnehmenden durch die Intel-Ansiedlung eher Vorteile. Probleme könnte es in den Augen vieler jedoch auf dem Immobilien- und Wohnungsmarkt in Magdeburg und Umgebung geben.

Auswirkungen der Intel-Ansiedlung
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In den Kommentaren schreiben die MDRfragt-Teilnehmenden, warum sie die Intel-Ansiedlung in Magdeburg begrüßen:

Für Magdeburg ist Intel gut, für Sachsen-Anhalt ist Intel gut. Auffallend ist: Dort wird vieles beschleunigt, was im Rest des Landes ausgebremst und mit Bürokratie kaputt gemacht wird.

Frank B., 62 Jahre, Burgenlandkreis

Durch Intel wird Magdeburg aufgewertet.

Dieter J., 69 Jahre, Magdeburg

Es gibt aber auch Befragungsteilnehmerinnen und -teilnehmer, die die Ansiedlung kritisch sehen:

Warum opfert man fruchtbaren Bördeboden für Intel, anstatt eine der unzähligen Industriebrachen zu nutzen, die Magdeburg hat?

Simone W., 55 Jahre, Börde

Wie wird sichergestellt, dass wir durch die Ansiedlung von Intel keine Grundwasserprobleme bekommen?

Heike B., 60 Jahre, Magdeburg

Zufriedenheit mit Haseloff überwiegt leicht

Wir wollten von den MDRfragt-Mitgliedern aus Sachsen-Anhalt auch wissen, wie zufrieden sie mit der Arbeit ihres Ministerpräsidenten Reiner Haseloff sind. Dabei zeigt sich, dass die Zufriedenheitswerte etwas überwiegen: 47 Prozent sind zufrieden bzw. eher zufrieden, 43 Prozent sind unzufrieden bzw. eher unzufrieden.

Bewertung der Arbeit des Ministerpräsidenten Haseloff
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Was sie an Reiner Haseloff schätzen oder kritisieren, teilen die MDRfragt-Mitglieder in den Kommentaren mit:

Er setzt sich für Sachsen-Anhalt ein und macht auch den Mund auf gegenüber Maßnahmen der Ampelregierung.

Ursula R., 68 Jahre, Halle

Ich finde es gut, dass er zukunftsorientiert ist, insbesondere in Bezug auf die Energiewende und sich gut von seinen Enkelkindern beraten lässt. Ich schätze dabei den Austausch mit der jüngeren Generation.

Freya S., 36, Harz

Warum Herr Ministerpräsident nehmen Sie relativ wenig Einfluss auf die Bildungs -und Gesundheitsmisere hier in Sachsen-Anhalt? Es fehlen z. B. Lehrer, Hausärzte, Fachärzte etc. Es wird nicht alles getan um Sachsen-Anhalt noch attraktiver zu machen.

Udo K., 65 Jahre, Börde

Keine Frage, aber eine Empfehlung: Er soll mehr für  den Umweltschutz tun und weniger als Braunkohlelobbyist agieren.

Joachim B., 81 Jahre, Stendal
Reiner Haseloff, Ministerpräsident SAH (CDU) zu Gast im Studio 36 min
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36 min

MDR um 4 Di 13.09.2022 16:30Uhr 35:31 min

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Video

Pessimistischer Blick in die Zukunft Sachsen-Anhalts

Wir haben die sachsen-anhalter MDRfragt-Mitglieder gebeten, einen Blick in die Zukunft ihres Bundeslandes zu werfen. Dabei zeigt sich: Die große Mehrheit (69 Prozent) ist generell pessimistisch. Dabei überwiegen in allen abgefragten Bereichen – beim gesellschaftlichen Zusammenhalt, der Politik, der demographischen und wirtschaftlichen Entwicklung sowie der Umwelt – die negativen Bewertungen deutlich. Etwas optimistischer sind die MDRfragt-Mitglieder allerdings, wenn es um die Zukunft des Tourismus in ihrer Heimat geht – diese sehen zwar 52 Prozent pessimistisch, 36 Prozent aber auch optimistisch.

Pessimistischer Blick in Sachsen-Anhalt
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Zukunftsprojekte in Sachsen-Anhalt


Über diese Befragung Die Befragung fand vom 02.-04.09.2022 statt und stand unter der Überschrift:

Deutschland in der Inflation: Preise oben, Stimmung im Keller? Ein Teil der Befragung war auch die Meinung der Sachsen-Anhalter zur Intel-Ansiedlung und Ministerpräsident Haseloff.

28.887 Menschen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen haben online an dieser Befragung teilgenommen.

Verteilung nach Altersgruppen:
16 bis 29 Jahre: 359 Teilnehmende
30 bis 49 Jahre: 4.523 Teilnehmende
50 bis 64 Jahre: 12.327 Teilnehmende
65+: 11.678 Teilnehmende

Verteilung nach Bundesländern:
Sachsen: 14.791 (51 Prozent)
Sachsen-Anhalt: 7.073 (24 Prozent)
Thüringen: 7.023 (24 Prozent)

Verteilung nach Geschlecht:
Weiblich: 13.100 (45 Prozent)
Männlich: 15.722 (54 Prozent)
Divers: 65 (0,02 Prozent)

Insgesamt sind bei MDRfragt 62.512 Menschen aus Mitteldeutschland angemeldet (Stand 05.09.2022, 13:30).

Die Ergebnisse der Befragungen sind nicht repräsentativ. Wir haben sie allerdings in Zusammenarbeit mit dem wissenschaftlichen Beirat nach den statistischen Merkmalen Bildung, Geschlecht und Alter gewichtet. Das heißt, dass wir die Daten der an der Befragung beteiligten MDRfragt-Mitglieder mit den Daten der mitteldeutschen Bevölkerung abgeglichen haben.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR um 4 | 13. September 2022 | 16:00 Uhr