Arbeitskampf Tarifeinigung für ÖPNV-Beschäftigte in Sachsen-Anhalt

31. August 2022, 08:29 Uhr

ÖPNV-Beschäftigte in Sachsen-Anhalt bekommen rückwirkend mehr Geld. Nach etlichen Warnstreiks haben die Streitparteien am Dienstag eine Tarifeinigung erreichen können. Auch Auszubildende profitieren davon.

Die Beschäftigten des kommunalen ÖPNV in Sachsen-Anhalt bekommen mehr Geld. Wie die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) mitteilte, konnte am Montag eine Tarifeinigung mit dem Kommunalen Arbeitgeberverband Sachsen-Anhalt (KAV) erreicht werden.

155 Euro mehr im Monat

Mindestens 155 Euro bekommen die Beschäftigten demnach rückwirkend zum 1. Juli 2022 mehr. Weitere 2,5 Prozent sollen im April des kommenden Jahres folgen. Auch Auszubildende bekommen laut Verdi rückwirkend 75 Euro mehr pro Monat. Außerdem werde der Urlaubsanspruch auf 30 Tage angehoben. Der Abschluss betrifft laut Verdi etwa 2.000 Beschäftigte.

Lohnsteigerung gegen Inflation

"Die Erhöhung um einen Festbetrag war uns sehr wichtig, da von diesem insbesondere die unteren Entgeltgruppen profitieren, die am härtesten von der gegenwärtigen Inflationslage betroffen sind", sagte Verdi-Verhandlungsführer Paul Schmidt. Durch die Tarifeinigung steigen die Einkommen den Angaben zufolge im Fahrdienst teilweise um zirka 9 Prozent. Die Stundenlöhne würden um rund 1,30 Euro bis 2,60 Euro pro Stunde steigen.

Magdeburger Verkehrsbetriebe erleichtert

Die Magdeburger Verkehrsbetriebe (MVB) zeigten sich erleichtert über die Einigung im Tarifstreit. MVB-Pressesprecher Tim Stein sagte MDR SACHSEN-ANHALT, es werde nun bis mindestens Ende September keine Streiks mehr geben. Ob die MVB der Tarifeinigung zustimmen werden, ließ Stein offen: "Wir müssen jetzt bewerten, was das für finanzielle Auswirkungen hat. Wir werden uns jetzt zusammensetzen und über diese Tarifeinigung diskutieren müssen."

Mitgliederentscheid über Tarifergebnis

Über das Tarifergebnis sollen die Gewerkschaftsmitglieder bis zum 30. September 2022 abstimmen. "Es waren die Beschäftigten in den Betrieben, die den Arbeitskampf getragen haben. Also sollten sie jetzt auch das letzte Wort zum Verhandlungsergebnis haben", begründete Schmidt die Entscheidung.

Ende der Warnstreiks

Für alle Fahrgäste sei nun auch klar, dass in den kommenden Wochen mit keinen weiteren Warnstreiks gerechnet werden muss. In der vergangenen Woche hatte es im Burgenlandkreis, in Halle, Dessau-Rosslau und in Magdeburg Warnstreiks im ÖPNV gegeben. Bereits im Juli waren Busse und Bahnen in Sachsen-Anhalt im Depot geblieben.

MDR (Moritz Arand)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 30. August 2022 | 11:00 Uhr

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