Ein Trilex Zug der Länderbahn fährt am Morgen auf einem Gleis entlang.
Bisher ist das Vorhaben Tetis an mangelndem Interesse von Investoren gescheitert. (Symbolbild) Bildrechte: picture alliance/dpa | Robert Michael

Nach gescheiterter Ausschreibung Dulig hält an Idee einer Bahn-Teststrecke in der Oberlausitz fest

18. Februar 2024, 17:53 Uhr

Vor einigen Jahren sollte bei Niesky eine Teststrecke für Züge und Waggons entstehen. Auf den Standort in der Oberlausitz hatten sich das Land Brandenburg und der Freistaat Sachsen geeinigt. Entstehen sollte ein Gleisoval mit rund 20 Kilometern Schienenlänge. Doch es fand sich kein Investor. Nun wirbt Wirtschaftsminister Dulig (SPD) erneut für das Projekt.

  • Das sächsische Wirtschaftsministerium will mögliche Standorte für die Teststrecke "Tetis" prüfen lassen.
  • Ein Gutachten der TU Chemnitz räumt dem Vorhaben gute Chancen ein.
  • Die Idee zu der Teststrecke entstand, als der Kohleausstieg vereinbart wurde.

Der sächsische Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) hält an einem "Testzentrum für Eisenbahntechnik" ("Tetis") in der Oberlausitz fest. "Tetis ist eine großartige Projektidee", sagte der Minister am Sonntag in Dresden. Sie habe das Potenzial, die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen und europäischen Bahnindustrie signifikant zu steigern, und "gute Arbeit" in der Lausitz zu sichern.

Martin Dulig
Wirtschafts- und Verkehrsminister Dulig sprach von einer "großartigen Projektidee". Bildrechte: picture alliance/dpa | Robert Michael

Sein Ministerium teilte mit, die Ausschreibung für die Standortprüfung für die Teststrecke zu erneuern. Vergangenes Jahr im Dezember war die Ausschreibung für ein solches Prüfverfahren mangels geeigneter Angebote gescheitert, teilte das Ministerium mit.

Gutachten räumt Vorhaben gute Chancen ein

Grundlage für die erneute Ausschreibung sei ein Gutachten der Technischen Universität Chemnitz, das dem Projekt gute Chancen einräume. Demnach gibt es in Deutschland Bedarf für eine Anlage zum Erproben neuartiger Schienenfahrzeuge, Waggons und dazugehöriger Service-Technik.

Wenn sich ein geeigneter Ort und ein Investor findet, soll ein Gleisring gebaut werden, auf dem diverse Schienenfahrzeuge getestet werden können. Ergänzend dazu sei die Erprobung bahntechnischer Infrastrukturen denkbar, zum Beispiel für die Betankung von Wasserstoffzügen, heißt es aus dem Ministerium.

Idee entstand, als Kohleausstieg vereinbart wurde

Die Idee für das Testzentrum entstand, als der Kohleausstieg vereinbart wurde. Sie findet sich auch im Abschlussbericht der Kohlekommission. Sachsen und Brandenburg hatte ursprünglich ein Bau des rund 20 Kilometer langen Testringes in Niesky, im Landkreis Görlitz, vorgeschwebt. Rund 300 Millionen Euro sollten in das Testzentrum investiert werden. Gegen das Vorhaben hatte es vor Ort Bürgerproteste gegeben. Grund war die Sorge vor Lärm. Letztlich fand sich kein Investor für das Projekt. Ob die Teststrecke in Niesky oder einem anderen Ort in der Oberlausitz entstehen soll, soll nun geprüft werden.

In Sachsen gibt es bereits eine Teststrecke: die Bahnstrecke Annaberg-Buchholz - Schwarzenberg. Seit der Wende wurde die Strecke nur noch wenig genutzt. Seit 2018 nutzt die Deutsche Bahn sie zu Testzwecken.

MDR (jwi)/mina/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Bautzen | 19. Februar 2024 | 07:30 Uhr

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