Smart Rail Connectivity Campus Umbau des Bahnhofs in Annaberg-Buchholz kommt voran

In Annaberg-Buchholz entsteht ein Forschungscampus für Digitalisierung und automatisiertes Fahren im Schienenverkehr. Deswegen baut man den dortigen Bahnhof um. Das alte Gemäuer wird fit gemacht für das 21. Jahrhundert.

An einem teilweise eingerüsteten Bahnhof hängt ein Plakat; "Der Campus kommt!"
Noch gleicht das Bahnhofsgebäude in Annaberg-Buchholz vielen anderen Bahnhöfen. Es ist groß und ungenutzt. Bildrechte: Stadt Annaberg-Buchholz/Annett Flämig

Das denkmalgeschützte Bahnhofsgebäude aus dem Jahr 1866 wird seit einiger Zeit entkernt, um die Voraussetzungen für den Wissenschafts-Campus zu schaffen. Wie die Stadt Annaberg-Buchholz mitteilte, wird in den kommenden Tagen damit begonnen, das Gebäude an die Trinkwasser-, Gas- und Stromversorgung anzuschließen. Außerdem sollen Entsorgungskanäle für Regen- und Schmutzwasser gebaut werden. Die Erschließungsarbeiten sollen Ende August abgeschlossen sein. Während der Bauarbeiten ist der Zugang zum Bahnsteig der Regionalbahn immer gewährleistet, hieß es in der Mitteilung weiter.

Stadt investiert mehrere hunderttausend Euro

Für die Erschließung des Gebäudes investieren Annaberg-Buchholz und die Versorgungsunternehmen nach eigenen Angaben etwa 320.000 Euro. Insgesamt wird der Umbau des Bahnhofs zum Smart Rail Connectivity Campus etwa 4,3 Millionen Euro kosten. Fast 2,5 Millionen Euro steuert die EU aus dem Förderprogramm "Integrierte Stadtentwicklung des europäischen Fonds für regionale Entwicklung" bei. Um die Fördermittel zu erhalten, muss die Stadt die Sanierung des Bahnhofs bis zum 20. Juni 2022 abgeschlossen haben.

Eine Baumaschine und Baucontainer stehen auf einem Bahnhofsvorplatz, daneben liegen Rohre.
Bis Ende August soll der Bahnhof neue Wasser,- Strom- und Gasanschlüsse erhalten. Bildrechte: Stadt Annaberg-Buchholz/Annett Flämig

Der Untere Bahnhof Annaberg-Buchholz wird nach der Sanierung zum Bahnforschungscampus der Technischen Universität Chemnitz werden. Außerdem ziehen das Partnernetzwerk des Smart Rail Connectivity Campus, kurz SRCC in das Dachgeschoss des Gebäudes. In dem Campus sollen dann Workshops, Forschungsarbeiten und praktische Versuche möglich sein. Auch die österreichische Firma Frauscher Sensortechnik wird als erstes Unternehmen einen Teil des Bahnhofsgebäudes mieten.

Auf einem Architekturbild ist ein Bahnhof mit gläsernem Anbau und einem historischen Vordach zu sehen.
So soll der Bahnforschungscampus im Unteren Bahnhof Annaberg-Buchholz einmal aussehen. Bildrechte: studioinges Architektur und Städtebau BDA

Quelle: MDR/tfr

3 Kommentare

Ritter Runkel vor 5 Wochen

@Monazit
Um dieses Projekt umzusetzen, hätte es auch jedes andere leer stehende Gebäude getan, aber ein Bahnhof bleibt in Bahnhof.
Dass es auch anders geht, zeigt man in Sachsen-Anhalt mit dem Bahnhofsprogramm REVITA.

Monazit vor 5 Wochen

Warum immer so pessimistisch, lieber Ritter Runkel?

Der Bahnhof an sich wird ja auch weiterhin für alle Bahnreisenden da sein und das Gebäude an sich würde heutzutage eh nicht mehr vernünftig genutzt werden.

Wie viele Stadtbahnhöfe abseits der großen Fernverkehrstrassen haben heute noch gepflegte Bahnhofsgebäude mit Wartesälen? Konkreter mit Wartesälen, in denen man sich als Reisender auch gerne aufhält. Diese Zeiten sind wohl ein Stück weit vorbei, solange es keine kombinierten Nutzungskonzepte gibt.

Ob die Projekte eine Zukunft haben, wird sich wohl erst in Zukunft zeigen, aber gleichzeitig sollte sich die Bahninfrastruktur auf den betroffenen Strecken in den nächsten Jahren nicht verschlechtern und dass ist schon viel wert.

Ritter Runkel vor 5 Wochen

Das Gebäude war günstig zu haben, deshalb der Bahnhofscampus. Die Projekte, die hier erforscht werden, sind sinnlos, also was bleibt nur sinnlos herausgeworfene Fördergelder!
Und ich habe gedacht, ein Bahnhof ist für die Bahnreisenden da.

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