Tarifverhandlung Zwei Euro mehr Stundenlohn für Mitarbeiter von Teigwaren Riesa

Nach fast zwei Monaten hat der Streik bei den Teigwaren Riesa nun voraussichtlich ein Ende. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten konnte sich am Ende mit ihren Forderungen durchsetzen. Neben einer Erhöhung des Stundenlohnes setzte sie auch eine Corona-Prämie durch.

Ein Gewerkschaftsmitarbeiter steht am Abend während eines Streiks vor dem Werk der Teigwaren Riesa GmbH
Die Zeit des Streiks scheint sich bei den Teigwaren Riesa dem Ende entgegen zu neigen. Bildrechte: dpa

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Die Mitarbeiter der Riesaer Teigwaren GmbH sollen mehr Lohn erhalten. Das teilte die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) mit. Nach sieben Wochen Streik habe man sich mit Hilfe von Moderatoren im Gespräch mit den Arbeitgebern in Südwestdeutschland geeinigt.

Der Sprecher der Gewerkschaft NGG, Olaf Klenke, sagte MDR SACHSEN: "Es gibt jetzt eine Empfehlung von den Moderatoren, dass der Stundenlohn bis zum nächsten Jahr um zwei Euro steigt, was auch unsere Forderung war. Das heißt, wir werden jetzt eine Erhöhung haben zum 1. Dezember um einen Euro, zum 1. Juli 2023 um 50 Cent und zum 1. Dezember 2023 noch einmal um 50 Cent." Die Moderation hatten der ehemalige Ministerpräsident von Brandenburg, von Matthias Platzeck, sowie der Ex-Präsident des Landesarbeitsgerichts Berlin-Brandenburg, Gerhard Binkert, übernommen.

Olaf Klenke schaut an der Kamera vorbei.
Olaf Klenke ist Landesbezirkssekretär Ost der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). Bildrechte: MDR/MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Es gibt jetzt eine Empfehlung von den Moderatoren, dass der Stundenlohn bis zum nächsten Jahr um zwei Euro steigt, was auch unsere Forderung war.

Olaf Klenke Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten

Corona-Prämie von 50 Euro pro Monat

Laut Gewerkschaft soll es auch eine Corona-Prämie von 50 Euro pro Monat netto für das ganze nächste Jahr und auch noch bis ins Jahr 2024 hinein geben. Man habe jetzt noch ein, zwei Details zum Tarifvertrag zu klären, dann sei er unterschriftsreif. "Wenn das erledigt ist, kann morgen wieder angefangen werden zu arbeiten", so Olaf Klenke.

Unternehmen wollte geringere Tariferhöhung

In Riesa arbeiten etwa 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Nudelproduktion der Tochterfirma des schwäbischen Unternehmens Alb-Gold Teigwaren aus Trochtelfingen. Die Geschäftsführung von Teigwaren Riesa hatte die Forderung der Gewerkschaft zunächst als unrealistisch bezeichnet. Sie bot eine Lohnerhöhung von 1,20 Euro pro Stunde an, die bis Ende 2023 wirksam werden sollte.

Von Seiten des Unternehmens hieß es am Mittwochabend, der Abschluss sei teuer und angesichts der Kostensteigerungen bei Energie und Rohstoffen eine Herausforderung. "Nur aufgrund der längeren Laufzeit haben wir dieser Erhöhung zustimmen können. Diese Planungssicherheit hilft uns", meinte Geschäftsführer Mike Hennig.

MDR (sth/Mina)/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | Nachrichten | 23. November 2022 | 19:00 Uhr

6 Kommentare

Kurzkommentator vor 1 Wochen

Sehr begrüßenswert! Arbeit soll und muss sich lohnen. Staatliche (eigentlich vom Steuerzahler getragene) Alimentierung (denn der Staat hat per se kein Geld) darf keine "Lösung" sein; ist es auch nicht.

DanielSBK vor 1 Wochen

Damit hat sich die West-Inhaberfamilie endlich dem Zahn der Zeit angepasst!

Die Zeiten von Ost-Billig-Dumpinglöhnen für ne' Appel & ne' Ei sind JETZT vorbei! Und alle Essen gerne Riesaer Nudeln! Gut so!

Zeitgeist vor 1 Wochen

Also muß ich nun bald für Teigwaren aus Riesa noch mehr bezahlen. Fakt ist der Produktionspreis steigt, Industrieabgabepreis an den Handel wird auch steigen.
Der EVP dann im Laden auch. Mal sehen ob 2023 dann das AUS kommt.

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