
Europawahl am 9. Juni Kandidatin der Grünen für Sachsen: Europa-Fan Anna Cavazzini
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06. Juni 2024, 13:15 Uhr
Das Herz der "Wahl-Chemnitzerin" Anna Cavazzini schlägt für Europa. Seit der vorigen Wahl vor fünf Jahren sitzt sie als Abgeordnete im EU-Parlament. Der Grünen-Politikerin sind Nachhaltigkeit und Wirtschaftsthemen wichtig.
- Anna Cavazzini wurde am 12. Dezember 1982 in Schlüchtern geboren.
- Sie studierte European Studies in Chemnitz und schloss 2009 ein Masterstudium Internationale Beziehungen in Berlin ab.
- 2009 zog Cavazzini als wissenschaftliche Mitarbeiterin nach Brüssel, wechselte 2014 als Referentin zu Fragen der Entwicklungsfinanzierung ins Auswärtige Amt nach Berlin, wurde für ein Jahr zu den Vereinten Nationen nach New York entsandt und arbeitete als Referentin im Haushaltsausschuss.
- Cavazzini war danach als Referentin für Handelspolitik bei der Nichtregierungsorganisation Campact und zeitweise für die UNO bei "Brot für die Welt" tätig.
- Seit 2019 ist Anna Cavazzini für Die Grünen/Europäische Freie Allianz im Europaparlament.
Ausschuss-Vorsitzende will die richtigen Weichen stellen
Sie ist seit 2019 Abgeordnete des Europäischen Parlaments und will es auch bleiben: Anna Cavazzini. Von ihrer Partei Bündnis 90/Die Grünen wurde die 41-Jährige auf Listenplatz 3 gesetzt und rechnet sich gute Chancen auf einen Wiedereinzug aus. Seitdem sie 2019 ins Europaparlament gewählt wurde, sei so viel passiert: die Corona-Pandemie, "schreckliche Kriege, instabile Lieferketten und eine imminente Klimakrise". Trotzdem - oder vielleicht gerade deswegen - ist sie davon überzeugt: "Wenn wir als EU zusammenarbeiten und weiter in den Krisen die richtigen Weichen stellen, dann können wir es schaffen, unseren Kontinent, unsere Wirtschaft und unsere Gesellschaft zukunftsfähig zu gestalten."
Seit November 2020 ist die Politikerin Vorsitzende des Ausschusses für Binnenmarkt und Verbraucherschutz. Cavazzinis Themen sind ein nachhaltiger EU-Binnenmarkt und faire und nachhaltige Wirtschaftsstrukturen innerhalb und außerhalb der EU. Zuletzt hatte sie sich in Brüssel unter anderem für das Recht auf Reparatur von Elektro-Geräten und das Lieferkettengesetz eingesetzt. Das Gesetz soll Konzerne (mindestens 1.000 Beschäftigte) europaweit bei Kinderarbeit, Ausbeutung und Umweltverschmutzung bei der Produktion ihrer Güter in die Pflicht nehmen.
Büro in Chemnitz soll bleiben
Im Fall der Wiederwahl will sie weiter in Sachsen präsent sein und ihr Büro in Chemnitz behalten. Lange Zeit nannte sich die grüne Europa-Abgeordnete für die Wahlkreise Sachsen und Sachsen-Anhalt "Wahl-Chemnitzerin". Sie schreibt, dass sie sich gerne beim Wandern in der Sächsischen Schweiz erholt. Jedoch: "Europa ist mein Zuhause – nicht erst seitdem ich selbst Abgeordnete bin." Als sie 2004 die EU-Osterweiterung aus nächster Nachbarschaft miterleben konnte und sah, wie Menschen gemeinsam Grenzen überwanden, sei ihre Begeisterung für Europa so richtig entfacht worden.
MDR (kk)/dpa
Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN | MDR SACHSENSPIEGEL | 05. Juni 2024 | 19:00 Uhr