Landgericht Leipzig
Vor dem Landgericht Leipzig muss sich ein 71 Jahre alter Mann wegen Mordes an seinem Stiefsohn verantworten. Bildrechte: MDR/Lars Tunçay

Landgericht Prozess wegen Mordes gegen einen Rentner aus Beilrode neu gestartet

06. September 2022, 14:31 Uhr

Nach der Erkrankung eines Richters hat am Dienstag vor dem Landgericht Leipzig zum zweiten Mal ein Prozess gegen einen 71-Jährigen begonnen. Er soll auf seinem Hof in Beilrode einen Brand gelegt haben, in dessen Folge der körperlich eingeschränkte Stiefsohn starb.

Vor dem Landgericht Leipzig muss sich seit Dienstag ein 71 Jahre alter Mann wegen Brandstiftung und Mordes an seinem Stiefsohn verantworten. Er wird beschuldigt, im Juni 2020 in Last bei Beilrode einen Brand gelegt zu haben. In der Folge starb sein Stiefsohn.

Rentner bestreitet die Tat

Zu Beginn der Verhandlung hat der 71 Jahre alte Angeklagte die Vorwürfe der Brandstiftung und des Mordes zurückgewiesen. Die Staatsanwaltschaft sieht als Motive der Tat Frust, Wut und Verärgerung über den körperlich eingeschränkten Stiefsohn.

Der Mann gab an, das Feuer in der Scheune, die direkt an das Wohnhaus angrenzt, bemerkt zu haben, als er eine Zigarette rauchen wollte. Die Flammen hätten auf das Haus übergegriffen. Dabei seien Rauch und Qualm so dicht gewesen, dass er nicht mehr zu seinem Stiefsohn gelangen konnte, um ihn zu retten. Dieser hielt sich im ersten Stock auf, erlitt nach Angaben des Gerichts schwerste Verbrennungen und starb an einer Rauchgasvergiftung.

Staatsanwaltschaft sieht Versicherungsbetrug

Die Staatsanwaltschaft glaubt nicht an die Version des Angeklagten, sondern ist der Überzeugung, dass er das Feuer gelegt hat. Er habe gemeinsam mit seiner Partnerin mit der Versicherungssumme einen Neuanfang wagen wollen. Der Rentner beteuerte jedoch, seinen Lebensabend in dem kleinen Ort Last bei Beilrode verbringen zu wollen.

Wo kam der Benzinkanister her?

Geklärt werden muss während der Verhandlung offenbar ebenfalls, warum ein halbvoller Benzinkanister neben dem Bett des Stiefsohnes gestanden hat. Im ersten Prozess hatte die Partnerin des Angeklagten gesagt, sie könne nicht einschätzen, ob ihr Sohn den Brand in Suizidabsicht selbst gelegt habe. Sie glaube aber eher nicht daran.

Alles wird neu aufgerollt

Der Prozess hatte schon einmal im Mai begonnen. Über mehrere Verhandlungstage waren Zeugen vernommen und Beweismittel vorgelegt worden. Nun muss dies alles wiederholt werden. Grund ist die Erkrankung eines Richters.

MDR (gri)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig | 06. September 2022 | 12:30 Uhr

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