Junge Silbermöwe im Flug, mit Brötchen im Schnabel
Bei toten Möwen am Leipziger Seenland ist der Geflügelpesterreger nachgewiesen worden. (Archivbild) Bildrechte: imago images / imagebroker

Geflügelpest Vogelgrippe bei Möwen nahe der Leipziger Seen: Appell an Geflügelhalter

05. Mai 2023, 15:24 Uhr

Die Vogelgrippe ist im Leipziger Raum aufgetreten. An einer Kiesgrube nahe des Zwenkauer und Cospudener Sees ist der tödliche Krankheitserreger bei Möwenkadavern nachgewiesen worden.

Nach dem Fund mehrerer an Vogelgrippe verendeter Möwen im Raum Leipzig hat das nordsächsische Veterinäramt alle Geflügelhalter aufgerufen, ihre Seuchenprävention zu prüfen und gegebenenfalls zu optimieren. So sollten die Ställe nur mit ausschließlich dafür verwendeter Kleidung und Schuhen betreten sowie Futter und Einstreu vor Wildvögeln geschützt werden. Geflügelhalter, die ihre Tiere noch nicht beim Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt angezeigt haben, sollen dies umgehend nachholen.

Hühner hinter einem Maschendrahtzaun
Geflügelhalter im Raum Leipzig sollen ihre Schutzmaßnahmen überprüfen. Bildrechte: imago/Christian Schroth

Kiesgrube Rehbach soll gemieden werden

Das Friedrich-Löffler-Institut hatte in dieser Woche bei mehreren in Leipzig gefundenen Möwen eine Infektion mit dem Geflügelpestvirus vom Subtyp H5N1 nachgewiesen. Wie das Veterinär- und Lebensmittelamt der Stadt mitteilte, waren die Möwen am 24. April in der Kiesgrube Rehbach entdeckt worden. Die Grube soll aktuell für Freizeitaktivitäten gemieden werden, vor allem für Spaziergänge mit Hunden. "Das Risiko, den Erreger weiterzuverbreiten, ist groß", hieß es.

Vogelgrippe kommt oft bei Wasservögeln vor

Geflügelpest - auch bekannt als Vogelgrippe - ist nach Angaben der Stadt Leipzig eine anzeigepflichtige und staatlich bekämpfungspflichtige Tierseuche. Sie kann bei gehaltenen Vögeln und Wildvögeln nach teilweise schweren Erkrankungserscheinungen zu massenhaftem Sterben führen. Als natürliches Reservoir für Geflügelpestviren gelten Wildvögel, insbesondere Wasservögel, die den Erreger über weite Strecken verbreiten können.

Keine saisonales Phänomen

Die Vogelgrippe ist nach Ansicht des Friedrich-Löffler-Instituts kein saisonales Phänomen mehr. Vogelgrippe-Experte Tim Harder sagte dem MDR, spätestens seit dem letzten Sommer habe sich die Vogelgrippe verstetigt. Das liege vor allem daran, dass sich eine Virusvariante unter Lachmöwen ausbreite. Diese Vögel seien sehr mobil, sodass man Gefahrenbereiche nicht eingrenzen könne. In der Vergangenheit trat die Vogelgrippe vor allem im Herbst und Winter auf.

MDR (ama)/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Leipzig | 02. Mai 2023 | 15:30 Uhr

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