Sächsischer Landtag Keine Mehrheit für Umschichtung des Lehrplans in Sachsen

Wie in der Bildungspolitik auf die Corona-Pandemie reagieren? Über diese Frage haben heute die Abgeordneten im Sächsischen Landtag debattiert. Einen entsprechenden Antrag hatte die Oppositionspartei AfD eingebracht, die auf Widerstand traf.

Cornelia Herrmann unterrichtet Schüler.
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Am Donnerstag haben die Abgeordneten im Sächsischen Landtag über einen Antrag der AfD-Fraktion debattiert. Die Oppositionspartei forderte wegen des coronabedingten Schulausfalls, die Stundentafel auf Kernfächer zu reduzieren. Fächer wie Gemeinschaftskunde, Ethik und Religion sollen reduziert werden.

MINT-Fächer wie Mathe und Naturwissenschaften sollen gestärkt werden. In den Abschlussklassen sollen Schülerinnen und Schüler auch am Sonnabend auf ihre Prüfungen von Lehrkräften "individuell gefördert" werden. Zudem soll ein Teil der Abschlussarbeiten von den Lehrkräften der jeweiligen Schulen erstellt und ausgefallene Betriebspraktika nachgeholt werden.

Es ist unbedingt erforderlich, mit Vergleichsarbeiten das aktuelle Bildungsniveau in allen Fächern zu ermitteln. Darauf aufbauend muss eine Konzentration auf die Kerninhalte bis Schuljahresende erfolgen.

Rolf Weigand (AfD) Landtagsabgeordneter Sachsen

Linke: Lernen ist mehr als Abarbeiten von Lernplänen

Gegenwind kam von den Regierungsparteien wie auch von der Linkspartei. Luise Neuhaus-Wartenberg von der Linken kritisierte vor allem die geforderten Fächerkürzungen. Lernen sei nicht nur das Abarbeiten von Lernplänen, sondern in der Schule sollen sich Kinder und Jugendliche zu mündigen und verantwortungsvollen Persönlichkeiten entwickeln. Dafür seien Fächer wie Gemeinschaftskunde im vollen Umfang unerlässlich. Die AfD sei mit ihrem Bildungsbegriff so weit weg von der Aufklärung wie Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer von einer vernünftigen Verkehrspolitik, so Neuhaus-Wartenberg.

Kultusminister: Vermeintlich einfache Lösungen sind kein gangbarer Weg

Sachsens Kultusminister Christian Piwarz von der CDU wies darauf hin, dass die Abschlussklassen sich bereits im Unterricht auf die Prüfungsfächer konzentrierten, um so seine angemessene Prüfungsvorbereitung zu gewährleisten. Dazu seien laut Gesetzgeber dezentrale Prüfungen nicht möglich und außerdem länderübergreifend nicht vergleichbar. Wichtig sei es, dass die Prüfungen den Anforderungen der Kultusministerkonferenz genügen.

Sein Fazit: Vermeintlich einfache Lösungen sind bei näheren Betrachtungen kein gangbarer Weg. Ebenso wiesen Bündnisgrüne und SPD den Antrag zurück. Kritisiert wurde auch eine fehlende Erholungszeit für Schüler durch die Prüfungsvorbereitungen am Sonnabend. Bei der Abstimmung fand der AfD-Antrag schließlich keine Mehrheit. Nur die Oppositionspartei stimmte dafür, die anderen Parteien dagegen.

Quelle: MDR

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 25.03.2021 | 19:00 Uhr

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