Studie Ohrfeigen, Wutausbrüche, Schläge – Sachsen will mehr über häusliche Gewalt wissen

Häusliche Gewalt, sexuelle Übergriffe, Stalking – viel Gewalt und Aggressionen finden im familiären Umfeld und im privaten Raum mit nahestehenden Personen statt. Die Dunkelziffer solcher Gewaltakte ist hoch. Sachsen hat jetzt eine Studie in Auftrag gegeben. Das Ziel: Gewalterfahrungen ergründen.

Symbolfoto - Ein Mädchen sitzt in einer Zimmerecke und legt ihren Kopf auf ihre Knie.
Gewalt gegenüber Frauen und Mädchen ist keine Seltenheit, Experten rechnen mit einer hohen Dunkelziffer. Bildrechte: imago images/Shotshop

Gewalt in Familien ist keine Seltenheit, jedoch gesellschaftlich ein Tabu. Häufig findet sie hinter den Vorhängen privater oder persönlicher Räume. Dann sind es erst die blauen Flecke, die Schreie oder die Meldungen von TherapeutInnen, ErzieherInnen und LehrerInnen, die das Umfeld alarmieren. Die Corona-Pandemie hat die häusliche Gewalt nach Einschätzung vieler Experten zunehmen lassen.

Um genauer zu erfahren, wie gegenwärtig und präsent Gewalterfahrungen für die Sachsen wirklich sind, hat der Freistaat jetzt eine Erhebung in Auftrag gegeben. Die Hochschule Merseburg erforscht in der ViSa-Studie häusliche und sexualisierte sowie Stalking gegenüber Frauen.

Welche Gewalt erfahren Frauen und Mädchen ab 16 Jahren?

"Die Studie untersucht Gewalterfahrungen, wobei der Fokus auf dem subjektiven Erleben der Betroffenen liegt", heißt es in einer Mitteilung. Mädchen ab 16 Jahren und Frauen seien aufgerufen, sich beteiligen. Ziel sei, Gründe, Folgen und Vorkommen der Gewalt zu ergründen. Die Erhebung besteht aus einem Online-Fragebogen sowie persönlichen Interviews mit einzelnen Frauen, die extra angeschrieben werden.

Breite Teilnahme wichtig – Angaben anonym

"Wichtig ist eine möglichst gute und breite Teilnahme von Mädchen und Frauen aus Sachsen, um belastbare Erkenntnisse zu 'Gewaltspiralen' in Beziehungen zu erhalten", erklärt Professor Heinz-Jürgen Voß, Prorektor für Studium und Lehre der Hochschule Merseburg. Nur so könnten in der Folge Hilfs- und Schutzangebote entwickelt werden. Das Ausfüllen des Fragebogens sowie die Interviews würden anonym und vertraulich geführt. Es könnte in der Auswertung kein Rückschluss auf die Person gezogen werden.

MDR (kt)

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