Kooperationsvertrag Bis 2031: Bahn und Land wollen zehn Thüringer Bahnhöfe modernisieren

24. Juni 2024, 19:39 Uhr

Bis 2031 wollen das Land Thüringen und die Deutsche Bahn zehn Bahnhöfe modernisieren. Im Fokus stehen vor allem kleine Bahnhöfe mit weniger als 1.000 Fahrgästen am Tag. Dafür stellt das Land 21 Millionen Euro bereit.

Das Land Thüringen und die Deutsche Bahn wollen zehn Bahnhöfe in den nächsten sieben Jahren modernisieren. Dafür stellt das Land 21 Millionen Euro breit. Das ist rund ein Viertel der Gesamtkosten von 74 Millionen Euro.

Den ersten Rahmenvereinbarung des Landes und der Bahn haben Infrastrukturministerin Susanna Karawanskij (Linke) und Ralf Thieme, Vorstand Personenbahnhöfe DB InfraGO AG in Rudolstadt unterzeichnet.

Kleine Bahnhöfe sollen profitieren

Vor allem kleine Bahnhöfe mit weniger als 1.000 Fahrgästen am Tag sollen profitieren. Konkret sind das: Bad Blankenburg, Friedrichroda, Reinhardsbrunn-Friedrichroda, Gotha, Grimmenthal, Ilmenau, Probstzella, Zeutsch und Geraberg. Der Hauptbahnhof in Sonneberg soll auch mit Landeshilfe modernisiert werden.

"Modernisieren" heißt laut Thieme: Vom Bahnsteig, der ohne Stufen erreicht werden kann, bis zur Wegbeleuchtung, neuen Schildern und besserer Durchsagen. Teilhabe heißt auch in der Fläche mit Kinderwagen oder Rollstuhl zum Zug zu kommen, bekräftigt Thieme.

Zusammen mit dem Geld des Landes stehen für die zehn Bahnhöfe 74 Millionen Euro zur Verfügung. Die Bahn und der Bund beteiligen sich zu drei Vierteln mit rund 53 Millionen Euro.

Ein Mann und eine Frau stehen an zwei Stehtischen und halten jeweils einen unterschriebenen Vertrag in die Kamera
Unterzeichnet wurde der Kooperationsvertrag von Infrastrukturministerin Susanna Karawanskij (r.) und dem Vorstand Personenbahnhöfe DB InfraGO AG in Rudolstadt Ralf Thieme (l.). Bildrechte: MDR/Uwe Kelm

50 Bahnhöfe seit 2020 modernisiert

"90 Prozent der 279 Thüringer Bahnhöfe sind Stationen, an denen jeden Tag weniger als 1.000 Menschen Ein- und Aussteigen", sagt Thieme, der im Namen der Bahn die Rahmenvereinbarung unterzeichnet hat. Der Bund verteile die Mittel aber vorwiegend an Bahnhöfe, die deutlich mehr Menschen nutzen. Deshalb müsse die Mobilität auf dem Land von allen mitfinanziert werden. "Wir investieren in die kleineren Bahnhöfe, weil wir mehr Reisende wollen und die werden auch kommen!", so Thieme.

Das Land Thüringen hat die Hausaufgaben gemacht, was die Analyse betrifft, sagt Susanna Karawanskij (Linke): "Wo es hakt wissen wir, was wir noch nicht geschafft haben, ist, in den Ausbau zu gehen." Auch wenn die Bahn mit Hilfe des Bundes seit 2020 schon 50 Bahnhöfe in Thüringen modernisiert.

Ein Hinweisschild mit Piktogrammen "Rollstuhlfahrer" und "Fahrstuhl" zeigt 2016 in einem Bahnhof den Weg für Passagiere mit eingeschränkter Mobilität.
An etwa 90 Prozent der Thüringer Bahnhöfe steigen jeden Tag weniger als 1.000 Menschen ein oder aus. Bildrechte: picture alliance / dpa | Monika Skolimowska

Mehr zu Bahnhöfen in Thüringen

MDR (uwk/jn)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 24. Juni 2024 | 19:00 Uhr

7 Kommentare

steka vor 3 Wochen

Klingt hochtragend. Aber was versteht die Bahn und Land heute von Sanierung ? Neue Bahnsteige und ein paar klägliche "Hundehütten" als Unterstell ? Bahnsteigtunnel als Ersatzpinkolatorium weil dei Zugtoiletten abgeschlossen und angeblich defekt sind und Fahrstühle ? Andere Länder sind mit Recht solz auf ihre oft imposanten Bahnhofsgebäude, die gut gepflegt und auch vermarktet sind. Außerhalb der Großstadtbahnhöfe schämt man sich ja regelrecht mit Besuch aus den Zügen auszusteigen.
Friedrichroda hatte so ein schönes Gebäude auch mit Gaststätte bis die Bahnreform kam. Aber genau so beschämend ist die Interessenlosigkeit der einzelnen Ortschaften, ist doch der bahnhof auch so was wie das Eingangstor,der erste Eindruck beim Betreten.

Tamico161 vor 3 Wochen

Die Deutsche Bahn ist einfach nur erbärmlich. Schön das das Land (also wir) Mittel zur Verfügung stellt um das ein oder andere „Schandfleck“ zu modernisieren. Sicher bleibt dabei wieder eine Toilettenanlage auf der Strecke. Einfach nur noch peinlich was unserem Land nicht mehr gelingt. Ich denke dabei nicht nur an die Bahn, sondern an das nach wie vor nicht vollständig funktionierende Mobilfunknetz (Albanien ist da 100x besser)! Seit Jahren immer die gleichen Sprüche unserer Regierungen seit Jahren 100 Ausreden „warum etwas nicht geht und wer Schuld ist“. Jetzt erzählt man uns das die Bürokratie abgebaut werden soll, ich lache mich kaputt… das hören wir in 10 Jahren noch!

Harka2 vor 3 Wochen

@Eugen55
In Geraberg gibt es definitiv weniger Reisende als in Plaue, nur dürfte die Sanierung von Plaue recht teuer werden. Seit der letzten Sanierung steht die Unterführung bei Regen regelmäßig unter Wasser. Über 100 Jahre lang passierte das vorher nicht. Das zu ändern bedarf neuer tiefliegender Abflussrohre und die müssten ganz schön weit bis zum nächsten passenden Kanal gebuddelt werden (Straße des Friedens?).

So wichtig Sanierungen sind, was bedeuten sie? Abriss der Toiletten (wo auch immer noch welche stehen). Minimalistischer Schutz vor Regen und Schnee. In die überdachten Boxen passt keine Schulklasse. Und wer es mit schwerem eBike oder gar Lastenfahrrad nach Plaue schafft, dem wünsche ich viel Glück, wenn er auf dem Inselbahnsteig ankommt ... Da war doch noch der illegale Weg zum naheliegenden Bahnübergang ...

Mehr aus Thüringen