Der kleine Tim und Opa Gunther beim Großeltern-Enkel-Spieltag in Rudolstadt.
Als Immaterielles Kulturerbe gilt Fröbels Kindergartenidee. Von ihm stammt auch das Konzept für die Ankersteine. Bildrechte: MDR/Andreas Kehrer

Geschützte Kulturform Fröbels Kindergartenidee ist Immaterielles Kulturerbe

15. März 2023, 19:18 Uhr

Das Konzept "Kindergarten" nach der Idee des Thüringer Pädagogen Friedrich Fröbel gilt jetzt bundesweit als Immaterielles Kulturerbe. Die erweiterte Liste schützenswerter Kulturformen Deutschlands wurde am Mittwoch vorgestellt.

Die in Thüringen entstandene Idee vom Kindergarten zählt nun auch bundesweit zum immateriellen Kulturerbe. Sie wurde in das Bundesverzeichnis aufgenommen, teilte die Kulturministerkonferenz am Mittwoch in Berlin mit.

Erster Kindergarten 1840

Das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes sei insgesamt um 13 Einträge erweitert worden. Neben der "Kindergartenidee nach Friedrich Fröbel als kulturelle Form frühkindlicher Erziehung und Bildung" gehörten dazu das Singen des Steigerliedes oder der Bau und die Nutzung des Spreewaldkahns.

1840 gründete der Pädagoge Friedrich Fröbel (1782-1852) den ersten Kindergarten in Bad Blankenburg (Kreis Saalfeld-Rudolstadt). Er entwickelte Spielmaterialien, die Kinder zum Lernen anregen sollten. Später bildete er auch Kindergärtnerinnen aus.

"Kindergarten" existiert weltweit in 40 Sprachen

Das Modell Kindergarten sei damals eine neue kulturelle Form gewesen, Arbeit, Familie und Kinderbetreuung miteinander zu verknüpfen, heißt es beim Fröbel-Museum in Bad Blankenburg. Und: "Der von Fröbel geschaffene Beruf der Kindergärtnerin war ein wesentlicher Beitrag zur Emanzipation der Frau im 19. Jahrhundert."

Das bedeutet "Immaterielles Kulturerbe" Die Deutsche UNESCO-Kommission erklärt auf ihrer Homepage: "Das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes würdigt kreative, inklusive und innovative Kulturformen, die von der Zivilgesellschaft dem Fachkomitee Immaterielles Kulturerbe der Deutschen UNESCO-Kommission vorgeschlagen werden. Über Aufnahmen in das Verzeichnis wird regelmäßig in einem mehrstufigen Verfahren entschieden."

In 40 Sprachen wird der Begriff "Kindergarten" nach Angaben des Friedrich-Fröbel-Freundeskreises Bad Liebenstein heute verwendet. Thüringen listet die Kindergarten-Idee seit 2022 in einem eigenen Landesverzeichnis für immaterielles Kulturerbe. Auf der deutschen Welterbeliste finden sich bereits andere Einträge aus Thüringen: der Eisenacher Sommergewinn, die Palmsonntagsprozession in Heiligenstadt, der Christbaumschmuck aus Lauscha und das Skatspiel aus Altenburg.

MDR (fra)/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | THÜRINGEN JOURNAL | 15. März 2023 | 19:00 Uhr

4 Kommentare

chris. am 16.03.2023

In der Tat ist es schlimm, dass das Kindergarten dem unsäglichen " Kita " gewichen ist. Kindergärtnerin ist btw. ja auch verpönt. Nach Fröbels Vorstellungen aber waren Kinder zarte Pflänzchen, die zu hegen und pflegen sind wie in einem Garten .
Der Westimport "Kita" geht übrigens einher mit der verbreiteten Westmeinung, das dort die Kinder ja nur "fremdbetreut und aufbewahrt-" werden. Von Fröbel haben die noch nie gehört.

Kopfschuettler am 15.03.2023

"Kindergarten" exisitert weltweit in 40 Sprachen"

Nur in der deutschen Sprache nicht mehr. Fragen Sie mal ein Kindergartenkind, wo es denn heute war. Das Wort "Kindergarten" kennt es nicht, denn es war in der "Kiehtah".

Traurig, wie so vieles.

randdresdner am 16.03.2023

Das sind schöne Neuigkeiten.

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