Hochwasserschutz Baukosten verdreifacht: Flutkanal in Greiz zu teuer

20. September 2023, 10:29 Uhr

Die Pläne für den seit Jahren anvisierten Flutkanal für die Stadt Greiz sind wohl vorerst vom Tisch. Wie Frank Schirmer von der Thüringer Landgesellschaft sagte, sind die Kosten in den vergangenen Jahren regelrecht explodiert. Statt der 2017 geplanten 35 Millionen Euro lägen die Baukosten inzwischen bei rund 100 Millionen Euro. Der Bau eines Kanals würde laut Schirmer frühestens in zehn Jahren fertig werden.

Auf einem Parkplatz an der Weißen Elster in Greiz stehen zahlreiche Autos unter anderem aus Sachsen, da am Buß- und Bettag viele sächsische Arbeitnehmer zum Einkaufen nach Ostthüringen kommen
Durch Greiz fließt die Weiße Elster. Beim Hochwasser 2013 richteten die Wassermassen einen Schaden in Höhe von 23 Millionen Euro an. Bildrechte: MDR/Ulrich Braumann

Suche nach Alternativen zum Flutkanal

2017 waren erstmals Pläne für einen rund zwei Kilometer langen Flutgraben öffentlich geworden. Der sollte die Greizer Alt- und Neustadt vor einem Hochwasser schützen und im Katastrophenfall etwa ein Drittel der Wassermassen ableiten. Zu den enormen Baukosten würden außerdem noch Kosten für den Unterhalt kommen.

Statt eines Flutkanals werden nun Alternativen wie beispielsweise ein mobiler Hochwasserschutz geprüft. Sämtliche Lösungsvorschläge sollen laut Schirmer nun bezüglich Risiken für Helfer, Stabilität und Kosten abgewogen werden.

Bereits elf Millionen Euro in Hochwasserschutz investiert

Seit dem Hochwasser 2013 sind den Angaben nach bereits rund elf Millionen Euro in den Hochwasserschutz in und um Greiz geflossen. So wurden unter anderem Hochwasserschutzwände gesetzt. Außerdem plant die TLG, voraussichtlich ab Ende 2025 einen Damm zu versetzen, um eine Fläche von etwa 15 Hektar hochwassersicherer zu gestalten.

MDR (ask)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 19. September 2023 | 18:00 Uhr

2 Kommentare

MDR-Team vor 10 Wochen

Hallo martin,

das Projekt wurde nie bewilligt. Es wurde bisher lediglich geplant beziehungsweise auf Machbarkeit geprüft. Dazu bedarf es zahlreicher Abstimmungen, die nicht innerhalb kürzester Zeit passieren. Kostensteigerungen gab es in den vergangenen Jahren in vielen Bereichen. So auch in der Baubranche, was nicht absehbar war.

Mit freundlichen Grüßen
MDR THÜRINGEN Online-Redaktion

martin vor 10 Wochen

@MDR: Gibt es Informationen darüber, weshalb es zu dieser enormen Kostensteigerung gekommen ist? War möglicherweise die erste Kostenschätzung bewusst niedrig gehalten, um das Projekt bewilligt zu bekommen?

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