Industrie Spezialglashersteller Schott stellt neues Smartphone-Display-Glas vor

Eine neue Display-Glas-Entwicklung aus Jena soll kratz- und bruchfester sein als bisherige. Der Thüringer Hersteller hofft, Marktanteile zu gewinnen. Ein erstes Telefon des chinesischen Herstellers Vivo soll schon bald mit dem neuen Glas ausgestattet sein.

Vier Smartphonedisplays stehen nebeneinander.
Eine neue Materialkombination soll laut Hersteller besondere Festigkeit gegenüber Kratzern oder Stößen sicherstellen und verhindern. Bildrechte: SCHOTT AG

Der Jenaer Glashersteller Schott hat am Montag ein neues Glas für Smartphone-Displays vorgestellt. Das sogenannte Xensation Alpha ist nach Angaben des Unternehmens doppelt so bruchfest wie bisher verfügbare Produkte. Platzhirsch auf dem Markt für solches Glas ist der US-Hersteller Corning mit seinem "Gorilla Glass", das in vielen Telefonen unterschiedlicher Hersteller verarbeitet wird.

Etwa zwei Jahre Entwicklungszeit

Neben Lithium und Aluminium wird in dem Glas auch das Halbmetall Bor verarbeitet. Die Materialkombination soll besondere Festigkeit gegenüber Kratzern oder Stößen sicherstellen und verhindern, dass ein herunterfallendes Telefon-Display leicht zerbricht. Etwa zwei Jahre hat die Entwicklung gedauert, sagte Entwicklungschef Jochen Alkemeyer.

Hergestellt wird das Rohmaterial komplett in Jena - weiterverarbeitet wird in der Regel in China, wo die meisten Smartphones produziert werden. Bisher beliefert Schott den chinesischen Smartphone-Hersteller Vivo, bei dem auch bald ein neues Premium-Modell mit dem Jenaer Glas verfügbar sein soll.

Glas soll Fallschaden besser überstehen

Welche Absturzhöhe ein Telefon mit dem neuen Glas genau unbeschadet überstehen kann, darüber ist vom Unternehmen keine genaue Auskunft zu bekommen. "Unzerbrechlich ist es noch nicht", sagt Lutz Klippe, verantwortlich für Display-Gläser bei Schott. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass ein Sturz von Höhe des Kopfs oder der Hosentasche unbeschadet überstanden werde, steige mit dem neuen Produkt an.

Das hätten Tests ergeben - etwa Stürze aus unterschiedlicher Höhe oder auf das Display fallende Metallkugeln. Wirklich einheitliche Tests für Vergleiche unterschiedlicher Modelle gibt es nicht, selbst wenn die Hersteller alle ähnlich vorgehen. "Der Schaden hängt aber auch davon ab, worauf das Telefon fällt - ob auf Holz oder Asphalt." Trifft das Telefon flach auf einem harten Boden auf, kommt es häufiger zu Schäden, als wenn es schräg auftrifft.

Smartphone-Hersteller nehmen höhere Kosten in Kauf

Das Unternehmen geht davon aus, dass Smartphone-Nutzer immer bruchfesteres Glas haben wollen und die Hersteller demzufolge auch bereit sind, etwas höhere Kosten für Verbesserungen in Kauf zu nehmen. Schott erwartet, dass das besonders bei teuren Telefonen eine Rolle spielt, bei denen immer bessere Spezifikationen erwartet werden.

Welche Umsatz-Erwartungen das Unternehmen mit Sitz in Mainz an die neue Entwicklung hat, dazu machte das Unternehmen bisher noch keine Angaben.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 11. Oktober 2021 | 19:00 Uhr

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