Architektur Jena: So soll der Neubau des Optischen Museums aussehen

13. Mai 2023, 18:00 Uhr

Eine gläserne Fassade mit einem farbigen Kreis in der Mitte: So soll der Neubau des Optischen Museums in Jena aussehen. Rund 42 Millionen Euro sind für den Bau des Museums veranschlagt, das 2026 eröffnet werden soll.

Der für das Deutsche Optische Museum in Jena geplante Neubau soll eine markante gläserne Fassade bekommen. Der Entwurf des renommierten Künstlers Ólafur Elíasson ist am Samstag zum Tag der Städtbauförderung vorgestellt worden. Passend zum Thema Optik und Licht arrangiert der aus Island stammende Künstler ein großes Kreiselement in die Mitte der Glasfassade.

Dieser zentrale Blickpunkt erinnert an eine Linse, aus anderer Perspektive an eine Ellipse, die je nach Lichteinfall ihre Farbe verändern. Stadtentwicklungsdezernent Christian Gerlitz (SPD) sagte, allein diese "ikonische Architektur" werde das Museum zu einem touristischen Anziehungspunkt für ganz Thüringen machen.

Entwurf stammt von Berliner Architekturbüro

Vorgestellt wurde auch der aktuelle Planungsstand des rund 42 Millionen Euro teuren Gesamtprojekts. Die Entwürfe für den gestaffelten bogenförmigen Neubau stammen von dem Berliner Architekt Andreas Dopfer und seinem Team. Dieser Zwischenbau soll das nun leergeräumte historische Museumsgebäude am Carl-Zeiss-Platz mit dem Kongresszentrum im benachbarten Volkshaus verbinden. Dopfer sprach von einem herausfordernden Vorhaben.

Das über 100 Jahre alte Gebäude der ehemaligen Augenoptikerschule sei denkmalgeschützt und nicht barrierefrei. Daher müssten alle Funktionen eines modernen Museums im Zwischenbau unterkommen: Ticketverkauf, Museums-Shop und Café, Garderobe und Toiletten. Alles barrierefrei - ebenso wie der Übergang in den eigentlichen Museumsbereich im Altbau, wo die neue interaktive Erlebniswelt der Optik entstehen soll. Die Rückfassade des neuen Komplexes soll laut Dopfer komplett mit Photovoltaik-Elementen gestaltet werden.

Eröffnung im Herbst 2026

Das Bestandsgebäude soll ab Juli entkernt und das Baufeld für den Anbau freigemacht werden. Die eigentlichen Arbeiten beginnen dann im nächsten Jahr, so Timo Mappes, Gründungsdirektor des Deutschen Optischen Museums. Eröffnet werden soll das Leitmuseum der Optik und Photonik im Herbst 2026.

Bauherr ist die Stiftung Deutsches Optisches Museum - gegründet und getragen von der Carl Zeiss AG, der Friedrich-Schiller-Universität Jena, der Carl-Zeiss-Stiftung, der Ernst-Abbe-Stiftung sowie der Stadt Jena. Seit Mitte 2022 unterstützt zudem die Jenoptik AG den Betrieb des Museums. Laut Mappes ist die Ausstellungskonzeption schon weit vorangeschritten.

Die künftige Dauerausstellung soll gut 100 interaktive Stationen umfassen und auf vier Etagen physikalische Phänomene der Optik erleb- und begreifbar machen.

MDR (prell,caf)

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 13. Mai 2023 | 18:00 Uhr

1 Kommentar

milbe am 15.05.2023

Das sieht doch fürchterlich aus. Die Fassade erzeugt Assoziationen zu einem riesigen Lautsprecher, an einen großen Ventilator, an einen Fön oder an eine große Waschmaschine - aber in keiner Weise an eine Linse.
Es dauert ohnehin noch mindestens 3 Jahre, bevor man damit die Touristen und Einwohner verstört - und das ist für uns Zukünftiges, was viele nie sehen können.

Mehr aus der Region Jena - Apolda - Naumburg

Mehr aus Thüringen

André Knapp 2 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Andreas Horn und Andreas Bausewein 2 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK