Nahverkehr Jena: Neue Straßenbahngeneration vorgestellt

Ab 2023 sollen 24 neue Straßenbahnen durch Jena rollen. Unter dem Projektnamen "Lichtbahn" wurden nun Design und Ausstattung vorgestellt. Was Fahrgäste freuen wird: Es gibt eine Klimaanlage und USB-Ladebuchsen.

Mehrere Straßenbahnen stehen nebeneinander in deinem Depot
Mehrere Jenaer Straßenbahngenerationen neben einem Entwurf der neuen Bahn. Die neuen Fahrzeuge sollen die Bahnen ersetzen, von denen eine als dritte von rechts zu sehen ist. Bildrechte: Jenaer Nahverkehr GmbH

Die Jenaer Nahverkehrsgesellschaft hat am Mittwoch die nächste Straßenbahngeneration präsentiert. Die "Lichtbahnen" des Schweizer Herstellers Stadler sollen ab Frühjahr 2023 durch die Stadt rollen.

Andreas Möller, Geschäftsführer des Nahverkehrs, verwies darauf, dass es sich dabei nicht um ein "Modell von der Stange" handelt, sondern die Mitarbeiter viele Ideen eingebracht hätten. Die Niederflurfahrzeuge seien energieeffizienter, mit Klimaanlagen und USB-Ladesteckdosen ausgestattet und vollständig barrierefrei. Der Komfort erhöht sich nicht nur für die Fahrgäste. Auch die Straßenbahnfahrer bekommen laut Möller nun "Wohlfühlarbeitsplätze".

Stadt bestellt 24 neue Straßenbahnen

Bei den "Lichtbahnen" handelt es sich um das Stadler-Modell Tramlink 800, das aktuell auch die Erfurter Verkehrsbetriebe Evag beschaffen. Produziert werden die neuen Straßenbahnen ab Oktober im spanischen Valencia. Ende nächsten Jahres sollen die ersten Exemplare geliefert werden.

Eine Straßenbahn steht neben einem Plakat.
Entwurf einer neuen Stadler-Tramlink-Straßenbahn neben einer Solaris-Tramino-Straßenbahn des Jenaer Nahverkehrs. Bildrechte: MDR/Anke Preller

Die Stadt hatte vor einem Jahr 24 neue Straßenbahnen bestellt - mit einer Option auf weitere neun Fahrzeuge, um so nach und nach 33 alte Straßenbahnen aus dem Verkehr zu nehmen. Zusätzlich wurde ein über 24 Jahre laufender Rahmenvertrag über Wartung und Ersatzteilversorgung abgeschlossen.

Die Investitionen belaufen sich insgesamt auf rund 92 Millionen Euro. Etwa die Hälfte davon, 46,7 Millionen Euro, sind Fördermittel des Landes und der EU. Diese Rieseninvestition bedeute einen Riesenschritt für die Umwelt in Jena und die Attraktivität des Nahverkehrs, sagte Oberbürgermeister Thomas Nitzsche (FDP). Die Beschlüsse dazu seien in allen Gremien einstimmig gefallen.

Platz für Rollstuhlfahrer, Kinderwagen und Fahrräder

Die neuen Fahrzeuge sind größer und flexibler als die alten Niederflurbahnen, die sie ersetzen sollen. Bestellt sind Straßenbahnen in zwei unterschiedlichen Fahrzeuglängen.

Stadler baut 16 Fahrzeuge siebenteilig mit einer Fahrzeuglänge von rund 42 Metern Platz für 234 Fahrgäste, davon 75 auf Sitzplätzen. In den drei Multifunktionsbereichen befinden sich vier Plätze für Rollstuhlfahrer sowie Abstellflächen für Kinderwägen und Fahrräder.

Ein Modell der neuen Jenaer Straßenbahn
Entwurf für den Siebenteiler: Die neuen Straßenbahnen sind bis zu 42 Meter lang und bieten Platz für 234 Fahrgäste. Bildrechte: Jenaer Nahverkehr GmbH

Acht Fahrzeuge werden fünfteilig und damit kürzer gebaut. Sie sind 32 Meter lang und bieten Platz für 174 Fahrgäste, mit 46 Sitzplätzen. In der kürzeren Variante befinden sich zwei Multifunktionsbereiche mit ebenfalls vier Rollstuhlplätzen.

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Quelle: MDR THÜRINGEN/jn

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 15. September 2021 | 18:30 Uhr

6 Kommentare

DermbacherIn vor 7 Tagen


Schön wäre vor allem, dass der Straßenbahn- und Bustakt in Jena den Bedürfnissen der Menschen angepasst wird, dass ein Umsteigen an den Verkehrsknotenpunkten möglich wird, dies lässt zurzeit viele Wünsche offen!

DermbacherIn vor 7 Tagen

Na klar, eine Lichtbahn. Wer lässt sich so etwas eigentlich einfallen?
Jena sperrt den Haushalt, bezahlbaren Wohnraum ist quasi nicht vorhanden und das Monatsticket kostet mehr wie in München. Da kauft man gleich ein paar neue Bahnen, die hübsch ausschauen und viele Innovation mitbringen. Warum behält man nicht die alten oder kauft preiswerte ohne Schnickschnack, aber die Lichtstadt hat ja sonst keine Probleme.

pepe79 vor 1 Wochen

Endlich kauft man mal Schweizer Qualität! Wer den Schweizer ÖPNV, die Züge und Bahnen kennt weiß wie hochwertig es da zugeht! Dort war 2013 USB oder Steckdosen oft schon Standart. Naha Deutschland, besser spät als nie.

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